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Geschäftsberichte vermitteln ein genaues Bild vom Unternehmen

Geschäfts- und Quartalsberichte liefern Ihnen als Anleger wichtige Informationen zur Lage des Unternehmens. In diesem Beitrag zeigt Ihnen der „Geldanlage-Berater“, wie Sie diese richtig auswerten und sie für Ihre Anlageentscheidungen optimal nutzen.

Ein recht umfassendes Bild eines Unternehmens erhalten Sie durch den Geschäftsbericht, weil vor allem die Vorschriften des Handelsgesetzbuches dafür sorgen, dass die Inhalte den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen.

Daneben gibt es die Wahrnehmungsebene: Gestaltung, Sprache, Bebilderung, der Umgang mit unangenehmen Wahrheiten – das alles trägt zum Gesamteindruck bei.

Geschäftsberichte sind auch immer Publicity

Vergessen Sie jedoch nicht: Das Dokument ist für viele Unternehmen eine wichtige Möglichkeit der Selbstdarstellung. Betrachten Sie positive Aussagen zum Unternehmen daher stets mit einer gesunden Portion Skepsis.

Die PR(Public Relations)- und IR(Investor Relations)-Abteilungen versuchen den Kompromiss aus schöner Präsenz, kostensparender Umsetzung und notwendigem Inhalt – vor allem dem Zahlenwerk – zu finden.

„Geldanlage-Berater“-Tipp: Wichtige Inhalte finden sich an prägnanter Stelle: dem klappbaren Umschlag. Wenn Sie es eilig haben, können Sie dort Ergebnisse, Ziele, „Finanz- Highlights“ und den Finanzkalender fürs laufende Jahr lesen. Dieses „Business Briefing“ finden Sie in ähnlicher Form in praktisch allen Geschäftsberichten.

Finanz-Highlights am Beispiel Adidas

Auf der folgenden Seite finden Sie als Beispiel die Finanz- Highlights aus dem aktuellen Geschäftsbericht von Adidas.

Der Lagebericht: Richtschnur fürs unternehmerische Handeln

Das Vorwort des Vorstandsvorsitzenden bildet in der Regel den Auftakt des Jahresberichtes. Darin erfahren Sie, welche wichtigen Ereignisse das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr beeinflusst haben, welche Entscheidungen das Management getroffen hat.

Außerdem geht der Unternehmenschef üblicherweise auf die vor allem langfristigen Unternehmensziele ein.

„Geldanlage-Berater“-Tipp: Lesen Sie auch den Lagebericht und die Risikohinweise. Sie relativieren die gelegentlich etwas schönfärberischen Aussagen des Vorstands, geben Aufschluss über etwaige Probleme auf Beschaffungsund Absatzmärkten oder machen auf drohende Gefahren wie Patentklagen aufmerksam.


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Vergleichen Sie außerdem erreichte Ziele mit den Planungen des Vorjahres. Das wird Ihnen ein Gefühl dafür vermitteln, wie kritisch das jeweilige Unternehmen mit sich selbst ins Gericht geht.

Beispiel Adidas 2005: 2005 hat Konzernlenker Herbert Hainer einen „Brief an die Aktionäre“ geschrieben. Für das abgelaufene Geschäftsjahr haben die Franken die Form eines „Exklusivinterviews“ gewählt, mit dem die gewünschten Inhalte in scheinbarer Objektivität transportiert werden.

Nun hatte Hainer nach einem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr 2005 – nicht zuletzt bedingt durch den Verkauf von Salomon und den Verkaufsstart von Produkten für die Fußball-WM – es leicht, positive Botschaften zu vermitteln.

Es fällt jedoch auf, dass zwar das Jahr 2006 aufgrund von Weltmeisterschaft und Reebok-Akquisition ebenfalls hohe Erwartungen weckt. Auch für 2008, das Jahr der Olympischen Spiele in Peking, sieht Hainer großes Potenzial. Auf 2007 geht der Manager jedoch nicht ein.

Tatsächlich könnte die Konzernstrategie, die Marken aus dem Hause Adidas eng mit großen Sportereignissen zu assoziieren, den Umsatz 2007 etwas drücken.

Dieses Beispiel soll Ihnen zeigen, dass Sie auch zwischen den Zeilen lesen müssen. Achten Sie nicht nur darauf, was geschrieben wird, sondern auch darauf, was nicht im Geschäftsbericht auftaucht.

„Geldanlage-Berater“-Tipp: Nutzen Sie Quartals- und Halbjahresberichte, um die Entwicklung des Unternehmens nachzuvollziehen. Noch einfacher wird die Beurteilung des Lageberichtes, wenn Sie Unternehmensnachrichten kontinuierlich verfolgen.

Mehr Informationen – nicht nur im Kleingedruckten

Vor allem Einzelaktionäre werden sicher einen Blick auf die Entwicklung der Anteilsscheine werfen. Sie ist mit Hinweisen auf Aktienrückkaufprogramme, das Analysteninteresse oder die Relation zu relevanten Indizes versehen.

Auch Abschnitte zu Produkt- oder Fertigungsinnovationen, etwa einer modernen Fabrik oder der Entwicklung eines besonders wirksamen Medikamentes oder einer neuen Technologie sind für viele Leser interessant.

Das gilt auch für Passagen, in denen zum Beispiel Marketing-Trends wie eine neue Kampagne mit prominenten Gesichtern vorgestellt werden. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, dass es sich um so genannte „Soft Facts“ handelt. Die harten Tatsachen finden Sie weiter hinten in der Finanzanalyse.

Bilanz: So steht das Unternehmen wirtschaftlich da

Der Zahlenteil beginnt mit der Bilanz. Sie verschafft Ihnen einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der jeweiligen Aktiengesellschaft.

Das Prinzip ist ganz einfach: Im Rahmen der doppelten Buchführung müssen die so genannte Aktivseite und die Passivseite in den Endsummen übereinstimmen. Dabei zeigt die Aktivseite, wofür ein Unternehmen sein Geld verwendet. Unterschieden wird zwischen Anlage- und Umlaufvermögen.

Aktivseite-Bilanz: Begriffe kurz erklärt

  • Anlagevermögen: Sachanlagen: Gebäude, Fahrzeuge, (langfristige Aktiva) Maschinen, Patente; Beteiligungen
  • Umlaufvermögen: Vorräte, Lagerbestände, Forderungen, (kurzfristige Aktiva) liquide Mittel (kurzfristig verfügbares Geld in Kassen und auf Konten)

Etwas umfangreicher fällt die Passivseite der Bilanz aus. Hier können Sie ablesen, woher das Geld des Unternehmens kommt.

Das kann beispielsweise das Investment von Aktionären sein. Da die Aktiengesellschaft mit diesem Geld im Prinzip frei schalten und walten kann, zählt es als Grundkapital zum Eigenkapital.

Passivseite-Bilanz: Begriffe kurz erklärt

  • Eigenkapital Grundkapital: Wert der ausgegebenen Aktien (Zahl der Aktien mal Nennwert); Gewinnrücklage: Gewinn – ausgeschüttete Dividende
  • Fremdkapital Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig) gegenüber Lieferanten, Banken, Finanzbehörden etc.); Rückstellungen

„Geldanlage-Berater“-Tipp: Einen unscheinbaren Posten sollten Sie sich auf jeden Fall genauer ansehen: die Rückstellungen. Dabei handelt es sich um Geld, das der Vorstand für bestimmte Zwecke zurücklegt.

So können etwa erwartete Steuerforderungen, Pensionszusagen, Schadensersatzforderungen, Garantiefälle oder geplante Übernahmen über Rückstellungen finanziert werden.

Der Haken: Diese Beträge wurden weder an die Aktionäre ausgeschüttet, noch in neue Technologien oder Akquisitionen investiert. Das wäre nicht so schlimm, wenn es um „Kleckerbeträge“ ginge. Tatsächlich jedoch handelt es sich häufig um hohe Millionen- oder gar Milliardenbeträge.

Und: Höhe und Zeitpunkt der Zahlung sind in der Regel ungewiss. Bei der Bewertung von Rückstellungen besteht daher ein erheblicher Ermessensspielraum. Hier hilft nur die Auswertung des Anhangs und der entsprechenden Fußnoten.

Wenn Sie auf diese Besonderheiten achten, vermitteln Geschäftsbriefe ein ziemlich genaues Bild des Unternehmens.

23. Oktober 2006

Von: David Gerginov. Über den Autor

Die Welt der Finanzen und der Politik hat David Gerginov von jeher fasziniert. Aber auch das Weitergeben von wichtigen Informationen und Hintergrundwissen ist ihm wichtig. Mit seinen Beiträgen möchte er Lesern wichtige Fakten vermitteln und bei der Vertiefung des eigenen Wissens helfen.