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Die Branchenanalyse: Gute Recherche macht sich bezahlt

Am Anfang eines guten Geschäftsplans steht die Recherchearbeit: Welche Anforderungen stellt die Branche an das Unternehmen? Welche anderen Firmen buhlen um Kundschaft und Marktanteile? Hierdurch erstellen Sie sich einen schnellen Überblick über die Marktsituation.

Als Geschäftsinhaber ist es für Sie extrem wichtig, dass Sie nicht nur das eigene Unternehmen im Blick haben, sondern auch die aktuellsten Entscheidungen der Konkurrenz mitverfolgen.

Jede Entscheidung, die in Ihrer Branche fällt, hat schlussendlich auch Auswirkungen auf den eigenen Profit. Darauf muss Ihr Unternehmen also vorbereitet sein.

Geschäftsplan: Die Branche verstehen

Potenzielle Geldgeber möchten sehen, dass Sie Ihren kompletten Geschäftszweig verstanden haben und wissen, inwiefern Ihr Unternehmen in die Marktsituation eingebettet ist. Durch den Geschäftsplan wollen auch sie einen Überblick über die Branche gewinnen und überzeugt werden, dass Ihr Unternehmen eine profitable Investition darstellen kann.

Selbst wenn Sie bislang noch keine formale Recherche oder Analyse Ihres Geschäftsgebiets betrieben haben, sollten Sie einige Daten schon nebenbei gesammelt haben. Darunter fallen Beobachtungen von aktuellen Trends oder Möglichkeiten, die Sie dazu bewogen haben, ein Unternehmen zu gründen.

Die Branchenanalyse stellt den ersten Teil Ihres Geschäftsplans dar, in dem Sie wirklich ins Detail gehen können. Verschiedene Aspekte sollten dabei von Ihnen beleuchtet werden.

Ein Überblick über Ihre Branche

Erklären Sie die gesamte Branche im Überblick. Welche anderen Industriezweige sind mit Ihrem Unternehmen verbunden? Wie lange gibt es die Branche überhaupt schon und ist diese momentan wachsend oder doch eher zurückgehend? Wie sieht die Geschäftslage im Vergleich mit der gesamten Wirtschaft aus?

Erwähnen Sie auch, wenn Ihr Unternehmen von jahreszeitbedingten Schwankungen betroffen ist. Erstellen Sie eine Aufstellungen über die Marktführer und nennen Sie klare Marktanteile. Auch neuere Unternehmen sollten Sie dabei nicht aus dem Blick verlieren.

Analysieren Sie die Konkurrenzprodukte oder –serviceleistungen und vergleichen Sie diese mit Ihrem Produkt. Bei all diesen Punkten ist wichtig: Bleiben Sie positiv. Stellen Sie dabei sicher, dass Sie bei den Aufzählungen auch Detailfragen erwähnen.


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Der Sportartikelladen nebenan bietet beispielsweise nicht nur Sportartikel an, sondern hat mit Sicherheit besondere Serviceleistungen, die die Kundschaft in seinen Laden locken sollen. Darunter fallen Gewinnspiele, besondere Rabattaktionen und viele weitere Aspekte, die Sie erwähnen sollten.

Vergessen Sie nicht, dass auch große Supermarktketten Sportartikel verkaufen könnten und damit zu Ihren Konkurrenten zählen. Dass sich Joggingschuhe im Sommer besser verkaufen als im Winter ist zwar selbstverständlich, sollte aber dennoch erwähnt werden.

Die Profitmöglichkeiten des Unternehmens

Auch wenn es wie eine offensichtliche Frage klingen mag, sollten Sie sich die Antwort genau überlegen: Wie erwirtschaftet man in Ihrer Branche Profit?

Überlegen Sie, zu welchen Preisen Sie Produkte einkaufen und was für einen Prozentsatz Sie aufschlagen können, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Berechnen Sie, was für Rabatte Sie bei Sonderaktionen gewähren können und wie viel Geld für die Bezahlung Ihrer Arbeitskräfte benötigt wird.

Legale, wirtschaftliche und politische Fragen

Beachten Sie dabei auch die bundesweiten oder länderspezifischen Gesetze, die Ihr Unternehmen beeinflussen können. Inwiefern wird Ihre Firma durch Umweltvorschriften, Handelsgesetze, Arbeitsvorgaben oder Gesundheitsregularien eingeschränkt?

Limitieren Sie Ihren Blick dabei nicht nur auf den Ist-Zustand, sondern weiten Sie ihn auch auf bevorstehende Änderungen auf der Gesetzesebene aus. Diese können gesamte Branchen innerhalb weniger Wochen durcheinander bringen.

In dem Beispiel eines Sportartikelgeschäftes sollte der Geschäftsplan demnach eventuelle Mindestlöhne, durchschnittliche Wochen- und Überstunden und andere Gesetze erwähnen, die die Arbeitsverhältnisse innerhalb des Betriebes bestimmen.

Daneben dürfen auch Informationen über Gewerkschaften, die aktuelle Steuerlage für Ihre Produkte und Einschränkungen beim Verkauf bestimmter Waren nicht fehlen.

Welche Änderungen müsste Ihr Unternehmen durchsetzen, falls Gesetzesänderungen den Verkauf bestimmter Waren einschränken würden? All diese Fragen können potenzielle Investoren interessieren.

Geschäftsplan: Moderne Technologien

Im folgenden Abschnitt sollten Sie beschreiben, welche Rolle moderne Technologien in Ihrer Branche spielen.

In welchen Bereichen Ihres Unternehmens müssen Sie auf dem neuesten Technikstand bleiben und wie möchten Sie zukünftige Trends in Ihrer Firma durchsetzen? Ein Blick auf die Konkurrenz kann hier ebenfalls nicht schaden.

Dabei erkennen Sie beispielsweise, wie Ihre Internetpräsenz im Vergleich zu Konkurrenzunternehmen ausfällt. Bietet der Sportartikelladen im Nachbarort beispielsweise einen Onlineshop, sollten Sie ebenfalls über eine Ausweitung Ihres Onlineangebotes nachdenken.

Auch in anderen Bereichen Ihres Unternehmens spielt Technik eine große Rolle, beispielsweise bei der Lagerung und Verwaltung von Produkten. Dies sollte in Ihrem Geschäftsbericht ebenfalls erwähnt werden.

Branchenanalyse: Logistische Fragen

Um Ihren künftigen Geldgebern Fragen zur Logistik Ihres Unternehmens beantworten zu können, benötigen Sie präzise Daten. Woher kommen Ihre Produkte und wie gelangen sie über die Lagerräume zu den Kunden?

Nennen Sie die wichtigsten Zu- und Auslieferer in Ihrer Branche und bewerten Sie die Effektivität Ihres aktuellen Logistiksystems. Stoßen Sie hierbei auf Probleme, versuchen Sie bereits an dieser Stelle nach Lösungen zu suchen und diese ebenfalls zu nennen.

Geschäftsplan: Der Blick in die Zukunft

Abschließend sollten Sie sich mit der wichtigsten Frage beschäftigen: Welche Rolle soll Ihr Unternehmen in der Branche spielen? Die Antwort auf diese Frage wird immens wichtig für die Gewinnung neuer Investoren sein.

Identifizieren Sie also mögliche Probleme auf dem Weg zu Ihren Zielen und geben Sie Lösungsansätze, um diese zu beseitigen. Zeigen Sie auf, warum Ihr Unternehmen besser aufgestellt ist als die Konkurrenz.

Recherche immens wichtig

Die gesamte Branchenanalyse basiert auf einer umfangreichen Recherche. Wenn Sie sich nicht sicher sind, woher Sie die benötigten Informationen bekommen können, wenden Sie sich am Besten an Branchenverbände oder Regierungsbehörden.

Bleiben Sie beim Verfassen des gesamten Geschäftsplans realistisch. Kein Geldgeber wird Ihnen glauben, dass jeder Aspekt Ihres Unternehmens perfekt aufgestellt ist. Finden Sie also potenzielle Risiken und überlegen Sie sich Lösungsansätze, um diese zu überwinden. Ansonsten könnten Sie sich schnell hinter Ihren Konkurrenten wiederfinden. Und dies wird Ihre Geldgeber sicherlich nicht beeindrucken.

26. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.