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Geschlossene Fonds: Risiken und Nachteile, die Sie kennen sollten

Mithilfe von geschlossenen Fonds werden ganz bestimmte Wirtschaftsprojekte realisiert. Gerade für Anleger, die ausschließlich an maximalen Renditechancen interessiert sind, kann dies von Interesse sein.

Doch gerade für Privatanleger ist das Risiko nicht zu vernachlässigen und kann sogar bis zum Totalverlust reichen.

Geschlossene Fonds: Vergleich nur branchenintern möglich

Sowohl im Immobiliensektor, als auch bei der Investition in Sachwerte oder bei neuen Medienprojekten können geschlossene Fonds zur Finanzierung genutzt werden.

Für Anleger ist aber wichtig zu wissen: Ein sinnvoller Vergleich zwischen geschlossenen Fonds kann nur für Fonds derselben Branche erfolgen. Als ersten Schritt sollten Anleger sich deshalb darüber klar werden in welche Branche investiert werden soll.

Hier ist es wichtig nicht in Branchen oder Projekte zu investieren die man nicht durchschaut. Bei einem komplexen Investmentinstrument – wie dem geschlossenen Fond – muss zumindest eine Grundkenntnis der Branche und des Projekts gegeben sein.

Wer sich von hohen Renditen in Investments locken lässt, die für einen selbst undurchsichtig sind, riskiert erhebliche Verluste.

Laufzeit über mehrere Jahrzehnte

Geschlossene Fonds zeichnen sich im Normalfall durch eine sehr lange Laufzeit aus, die mehrere Jahrzehnte umschließen kann. Klar: Die Objekte müssen schließlich zunächst gebaut oder eingerichtet werden, um Renditen bringen zu können.

Und diese fallen vergleichsweise hoch aus. Im Schnitt bringen die Finanzinstrumente „geschlossene Fonds“ aktuell 8% Rendite, in Einzelfällen werden sogar Prozentzahlen im zweistelligen Bereich erzielt. Börsenexperten wissen jedoch schon: Die Chance auf hohe Renditen entsteht nur bei entsprechend hohem Risiko.

In Großprojekte investieren mit geschlossenen Fonds

Die meisten geschlossenen Fonds investieren ihr Geld in den Bau und Verkauf von Immobilien, Flugzeugbau oder Schiffsbeteiligungen. Im Zuge der Energiewende sind auch Projekte wie Wind- und Solarkraftwerke regelmäßig ins Visier dieser Anlageform geraten.


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Nachdem das Investitionsziel und vor allem die avisierte Rendite feststeht, beginnt der Fonds Geld einzusammeln. Und zwar Ihr Geld, also das Geld der Anleger, die sich an dem Fonds beteiligen möchten.

Wenn die angestrebte Investitionssumme erreicht ist, wird der Fonds offiziell geschlossen. Das Geld ist dann erst einmal fest geparkt, eine vorzeitige Verfügbarkeit ist nicht mehr möglich und es werden keine weiteren Anteilsscheine mehr zum Kauf angeboten.

Zwar kann man als Anleger bei manchen Geschlossenen Fonds Sonderregelungen geltend machen, aber diese gehen dann stets mit bestimmten (hohen) Abschlägen einher. Auch der frühzeitige Verkauf der eigenen Anteile ist denkbar, jedoch nur, wenn sich ein geneigter Käufer findet.

Eigenkapitalanteil beachten

Um die Risiken eines geschlossenen Fonds besser einschätzen zu können, sollte der Eigenkapitalanteil des unterliegenden Projekts untersucht werden. Umso höher der Fremdkapitalanteil an einem Projekt – umso höher ist das Risiko für die Anleger.

Fondsanbieter argumentieren zwar oft damit, dass ein hoher Fremdkapitalanteil für ein hohes Vertrauen ins Projekt von Seiten der Investoren steht, aber in der Realität ist es meist umgekehrt.

Stellen Sie sich folgende Frage: Warum sollte ein Privatanleger in einen geschlossenen Fond investieren, in den der Fondsanbieter nicht bereit ist selbst Eigenkapital zuzuschießen?

Geschlossene Fonds: Risiken und Nebenwirkungen

Da Geschlossene Fonds fast immer für wirtschaftliche Großprojekte ins Leben gerufen werden, ist die Möglichkeit zu enormen Gewinnen natürlich gegeben. Finanziert der Fonds zum Beispiel einen vollständig neuen Solarpark und dieser kann anschließend verkauft werden, dann macht sich die Investition höchstwahrscheinlich gänzlich bezahlt.

Die Probleme beginnen jedoch schon wesentlich früher. Da die vertragstechnischen Spezifikationen von geschlossenen Fonds immer unterschiedlich sind, können sie vorab nur sehr schlecht miteinander verglichen werden.

Mit anderen Worten: Da es sich bei geschlossenen Fonds nicht um ein standardisiertes Anlageinstrument handelt, ist es bedeutend schwerer für Privatanleger, im Vorhinein die Risiken abschätzen zu können.

Dabei wäre genau das sinnvoll! Denn: Anders als offene Fonds, deren Anlagevolumen nach oben hin offen ist, investieren geschlossene Fonds die gesamte Kapitalsumme in nur ein Anlageprojekt.

Sollte es zu unvorhergesehenen Entwicklungen am Markt kommen (wie zum Beispiel einer Immobilienblase), dann gibt es keinerlei Rettungsmechanismen.

Geschlossene Fonds und das Risiko des Totalverlustes

Hinzu kommt, dass geschlossene Fonds über so gut wie kein gesetzlicher Ausfallschutz vorhanden. Für Sie als Anleger bedeutet das: Im Falle eines Misserfolges haften Sie ganz alleine und in vollständiger Höhe Ihrer Einlagen mit.

Da die meisten geschlossenen Fonds Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren aufweisen, sollte man sich also vorab sehr gut überlegen, ob und wie man die Erfolgsaussichten des jeweiligen Investitionsprojektes einschätzen kann.

Fazit: Die Zwickmühle der Nachschusspflicht

Dabei kommt auch eine faktische Nachschusspflicht zum Tragen. Fehlt dem Fonds der wirtschaftliche Erfolg, wird der Anleger vor eine schwere Wahl gestellt.

Meistens läuft dies darauf hinaus, dass er Kapital nachschieben muss, auch wenn er zu diesem Schritt laut eines neuen Urteils des Bundesgerichtshofes nicht verpflichtet ist. Im anderen Fall droht jedoch die Insolvenz des Fonds – und damit der Totalverlust des eingezahlten Geldes.

Wichtig ist also, dass ein Investor die Chancen und Risiken des Projektes genau untersucht, Bilanzen des Unternehmens studiert und sich über seine eigene Anlagestrategie im Klaren ist.

In jedem Fall gehören geschlossene Fonds zu den langfristigen Anlageoptionen und bieten im Prinzip keine Flexibilität, solange die Unternehmung andauert.

16. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.