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Geschlossener Wirtschaftskreislauf: Nichts geht verloren

In einer Volkswirtschaft tauscht jeder mit jedem. Dabei entsteht ein großes und durchaus komplexes Tauschgebilde. Um dieses nun vereinfacht darzustellen, haben sich Wirtschaftler wie der französische Ökonom François Quesnay das Modell Wirtschaftskreislauf ausgedacht, damit ein Jedermann diese Verbindungen nachvollziehen kann.

Darin sind alle wichtigen Güter- und Geldströme zu den 5 Wirtschaftssubjekten – private Haushalte, Unternehmen, Staat, Banken und Ausland – eingearbeitet. Prägend für diesen Kreislauf ist vorwiegend der geschlossene Wirtschaftskreislauf. In diesem können 2 oder auch alle 5 Protagonisten eingebaut werden.

Was bedeutet geschlossener Wirtschaftskreislauf?

Entscheidend für den geschlossenen Wirtschaftskreislauf ist, dass alle Zuströme, die zu einem Akteur fließen, den Abflüssen entsprechen. Erhält beispielsweise der Sektor Ausland insgesamt 10 Geldeinheiten als Zustrom, muss das Ausland gleichzeitig 10 Geldeinheiten als Abstrom verzeichnen. Falls dies nicht der Fall ist und 2 Geldeinheiten versacken im Ausland, handelt es sich nicht mehr um einen geschlossenen Wirtschaftskreislauf.

Beispiel eines geschlossenen Wirtschaftskreislaufs

Um den geschlossenen Wirtschaftskreislauf zu erklären, ist es nicht notwendig alle 5 Akteure einzubauen. Für das Verständnis ist in diesem Fall weniger mehr. Daher reicht der einfache Wirtschaftskreislauf mit 2 Akteuren aus, wie sich die Güter und das Geld in einem geschlossenen Wirtschaftskreislauf zueinander bewegen.

Der einfache Wirtschaftskreislauf besteht aus den privaten Haushalten – meist Arbeitnehmer – und den Unternehmen. In diesem Modell stellen die privaten Haushalte zuerst die Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden und Kapital) den Unternehmen zur Verfügung, aus denen dann die Güter hergestellt werden.

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Dafür erhalten die privaten Haushalte den Geldstrom Entlohnung von den Unternehmen. Diese Entlohnung nutzen die privaten Haushalte dann komplett, um alle hergestellten Güter zu konsumieren. Damit ist der Kreislauf wieder geschlossen.

Beispiel eines nicht geschlossenen Wirtschaftskreislaufs

In der Realität verkonsumieren die privaten Haushalte nicht den gesamten Lohn, sondern sparen einen Teil. Das gleiche gilt für Unternehmen, die zusätzlich noch Investitionen tätigen. Der erweiterte Wirtschaftskreislauf enthält daher noch den Akteur Banken. Damit haben die privaten Haushalte die Möglichkeit, zu sparen und dafür Zinsen zu erhalten.

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Im Gegensatz dazu geben die Banken den Unternehmen einen Kredit mit einem Zins, womit der Kreislauf wieder geschlossen ist. Voraussetzung für diesen Kreislauf ist aber, dass die Sparhöhe der Investitionshöhe entspricht. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um einen nicht geschlossenen Wirtschaftskreislauf.

Wenn nun die Unternehmen und Haushalte jeweils 1 Geldeinheit bei den Banken einzahlen, werden insgesamt 2 Geldeinheiten dem Kreislauf entzogen. Geben die Banken aber nur 1 Geldeinheit als Kredit an die Unternehmen weiter, ist dem Kreislauf 1 Geldeinheit entzogen worden. Damit entsprechen die Zuströme nicht den Abströmen und der Kreislauf ist nicht geschlossen.

Folgen eines nicht geschlossenen Wirtschaftskreislaufs

In unserem Bankenbeispiel wurden nicht genügend Kredite nachgefragt, die Investitionen finanzieren könnten. Damit kann die Konjunktur einen Dämpfer erhalten. Denn Unternehmen müssen gegebenenfalls ihre Kosten verringern und zahlen daher oft geringere Löhne aus. Das führt wiederum zu einem niedrigeren Konsum von Gütern, wodurch die Wirtschaftsleistung abnimmt.

Wird nun in den Wirtschaftskreislauf noch das Ausland mit einbezogen und es fließen mehr Gelder vom Ausland ins Inland, entsteht ein Exportüberschuss. Dieser Überschuss kann dann im Inland zu Inflation führen, aber auch langfristig die Zahlungsunfähigkeit im Ausland hervorrufen. Dem kann aber durch beispielsweise höhere Importe entgegengewirkt werden.

1. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.