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Gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente – die Erwerbsminderungsrente

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente ist infolge der Rentenreform im Jahr 2001 faktisch abgeschafft und durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt worden. Das „Gesetz zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit“ trat in Kraft.

Berufsunfähigkeitsrente: gesetzliche Änderungen ab 2001

Seit Beginn des Jahres 2001 traten im Zuge der Rentenreform erhebliche Gesetzesänderungen in Kraft. Dies betraf auch die Berufsunfähigkeitsrente, die von der Erwerbsminderungsrente abgelöst wurde.

Gesetzliche Änderungen betreffen besonders den Status des erlernten Berufes. Vor  2001 stand im Falle einer Berufsunfähigkeit noch der erlernte Beruf im Fokus.

Konnte dieser aufgrund von Krankheit oder Behinderung weniger als 50% ausgeübt werden, zahlte die gesetzliche Rentenversicherung eine Berufsunfähigkeitsrente. Der erlernte Beruf und der Begriff der „Berufsunfähigkeit“ erfährt mit den neuen Regelungen eine ganz neue Bedeutung.

Mit der Einführung der Erwerbsminderungsrente ist nun nämlich ein Verweisung auf alle Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes möglich. Dies kann dann unter Umständen zum Wechsel eines leitenden Büroangestellten an die Supermarktkasse führen.

Erwerbsminderungsrente

Die schon recht knapp bemessene Erwerbsminderungsrente hat einen weiteren Nachteil. Sie zahlt in einigen Fällen nur anteilig. Durch ein Stufensystem wird zudem der Grad der Erwerbsminderung definiert. Damit wird der Anspruch auf Leistungen überprüft und entsprechend zugeordnet:

–          Leistungen entfallen für denjenigen, die mindestens 6 Stunden täglich arbeiten können.

–          Wer täglich mehr als 3, jedoch weniger als 6 Stunden arbeiten kann, erhält die halbe Erwerbsminderungsrente.

–          Die volle Erwerbsminderungsrente wird ausgezahlt, wenn weniger als 3 Stunden täglich gearbeitet werden kann.

Ausnahmen von der Regel

Die Personen, die vor dem 02. Januar 1961 geboren wurden, sind von den neuen Regelungen der Erwerbsminderungsrente ausgenommen. Sie genießen Vertrauensschutz und können auf die alte Gesetzeslage zur Berufsunfähigkeit zurückgreifen. Hier wird noch nach den alten Regelungen die Rente ausgezahlt.

Kein Grund zur Sorge besteht zudem für diejenigen, die bis zum 31. Dezember 2000 einen Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente nachweisen konnten und bereits 40 Jahre alt waren.

Ihr Anspruch auf Rente bleibt bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres bestehen. Jedoch sind auch hier Einschneidungen zu spüren.

Während die  Berufsunfähigkeitsrente nach altem Recht zwei Drittel der Erwerbsunfähigkeitsrente betrug, beträgt sie nach neuem Recht nur noch 50% der vollen Erwerbsminderungsrente.

Privat vorsorgen nicht vergessen

Eine Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung oder Erwerbsminderungsrente wird die Einkommenslücken jedoch nicht schließen können.

Seit den Gesetzesänderungen zu Beginn des Jahres 2001 sind die Bedingungen, eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit gesetzlich zu erhalten, zudem erheblich erschwert worden. Die Mängel der gesetzlichen Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente sind demnach nur mit einer privaten Vorsorge auszugleichen.

Eine möglichst frühzeitige Auseinandersetzung mit der privaten Vorsorge kann die Auswirkungen einer Berufsunfähigkeit abfedern und ist somit anzuraten.

1. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.