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Gesetzliche Rentenversicherung als Grundsicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist Teil des deutschen Sozialversicherungssystems.

Altersrenten stellen den Großteil der Zahlungen aus dem gesetzlichen Rententopf dar.

Generationenvertrag finanziert gesetzliche Rentenversicherung als Grundsicherung

Daneben haben Beitragszahler Anspruch auf Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und deren Angehörige gegebenenfalls Anspruch auf Hinterbliebenenrente.

Die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden durch ein Umlageverfahren, den sogenannten Generationenvertrag, finanziert: Die jeweils erwerbstätige Generation zahlt für die Renten der Ruheständler.

Beitragspflichtig sind grundsätzliche alle Arbeitnehmer, aber auch gewisse Selbstständige und andere Berufsgruppen. Bestimmte Personen sind von der Versicherungspflicht befreit – entweder gesetzlich oder durch einen Antrag auf Freistellung.

Das betrifft geringfügig Beschäftigte oder aber solche Personengruppen, die bereits in ein anderes Vorsorgesystem einzahlen. Dazu gehören zum Beispiel Beamte und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke. Nicht versicherungspflichtige Personen können sich aber freiwillig versichern.

Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre

Das Renteneintrittsalter, die sogenannte Regelaltersrente, liegt in Deutschland bei 65 Jahren. Das gilt jedoch nur für Beitragszahler, die vor 1947 geboren sind.

Für spätere Geburtsjahrgänge steigt das Rentenalter schrittweise bis auf 67 Jahren. Rentner müssen dabei, bis auf gewisse Ausnahmefälle, mindestens fünf Jahre gearbeitet haben. Die erste Generation, für die das neue Rentenalter gilt, wird 2031 in Rente gehen.

Eine Ausnahme bilden sogenannte besonders langjährig Versicherte – also solche, die mindestens 45 Jahre in das System eingezahlt haben. Die können auch in Zukunft wie gehabt mit 65 Jahren in Rente gehen.

Gesetzliche Rentenversicherung als Grundsicherung berechnen

Die Höhe der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung berechnet man mithilfe der sogenannten Rentenformel:

Monatliche Rente = Entgeltpunkte (EP) x Zugangsfaktor (ZF) x Rentenartfaktor (RAF) x aktueller Rentenwert (aRW)

Die Entgeltpunkte spiegeln wider, wie viel ein Versicherungspflichtiger während seines Berufslebens verdient hat. Man berechnet einen Entgeltpunkt pro Jahr, wenn sein Einkommen dem sogenannten Durchschnittsentgelt entsprach. Letzteres ist das Brutto-Durchschnittseinkommen aller Sozialversicherten. 2010 lag es beispielsweise bei 31.144,00 €.

Der Zugangsfaktor gibt an, wie lange ein Versicherungspflichtiger in das System eingezahlt hat. Hat er 45 Jahre lang Beiträge bezahlt, liegt der ZF bei 1. Für jeden Monat, den der Rentner früher in den Ruhestand geht, zieht man 0,003 von dieser Zahl ab.

Bundesregierung bestimmt aktuellen Rentenwert

Mithilfe des Rentenartfaktors unterscheidet man zwischen den unterschiedlichen Formen der gesetzlichen Rente. Handelt es sich zum Beispiel um eine Altersrente, beträgt er 1.

Der RAF beläuft sich jedoch nur auf 0,6667 bei einer Rente wegen Berufsunfähigkeit. Das trifft zu, wenn ein Versicherter wegen körperlicher oder geistiger Schwäche seinen Beruf nur noch zur Hälfte ausführen kann.

Den aktuellen Rentenwert (aRW) bestimmt die Bundesregierung zum 1.7. jedes Jahres. Dabei bezieht sie die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter mit ein, außerdem demographische Entwicklungen und den Rentenbeitragssatz. Letzterer betrug im Januar 2013 zuletzt 18,9%. Der aRW zum 1.7.2012 beträgt für Westdeutschland 28,07 Euro.

Geht man also von einem Versicherten aus, der stets das Durchschnittsentgelt verdiente, 45 Jahre in das Rentensystem eingezahlt hat und nun eine Altersrente in Westdeutschland bezieht, ergibt die Formel:

Monatliche Rente = 45 EZ x 1 ZF x 1 RAF x 28,07 Euro = 1263,15 Euro

15. Januar 2016

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Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.