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Gesetzliche und private Krankenversicherung – ein Überblick

In Deutschland muss jeder per Gesetz krankenversichert sein – auch wenn er nicht von der Versicherungspflicht betroffen ist. Die Befreiung von der Versicherungspflicht bedeutet im Falle der Krankenversicherung lediglich, dass bestimmten Personen aufgrund ihres ausgeübten Berufes oder der Höhe ihres Einkommens die Wahl haben, ob sie sich gesetzlich oder privat krankenversichern.

Für einen Großteil der Bevölkerung besteht diese Wahlmöglichkeit nicht, weswegen die ihm angehörigen Bürger automatisch in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind.

Wer die Wahl hat zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung

Einige Berufsgruppen sind von der Versicherungspflicht befreit. Diese haben daher die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

Dazu zählen Beamte, Freiberufler und Selbstständige sowie alle, deren Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze von gegenwärtig 56.250 € überschreitet. 47.250 € beträgt die Grenze, sofern man diese Anfang 2002 überschritten hatte und privat versichert war.

Unterscheidungsmerkmal Versicherungsbeitrag

Ein Hauptunterschied zwischen den Versicherungsvarianten ist die Höhe des Beitrags. Seit 2009 ist für gesetzliche Krankenversicherung ein einheitlicher Beitragssatz gesetzlich festgelegt. Dieser beträgt für alle Pflichtversicherten 15,5% ihres Bruttoeinkommens, wobei die tatsächliche Beitragssumme gelegentlich durch Zusatzbeiträge oder Prämien variieren kann.


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Der Versicherte  muss davon lediglich 8,2% des Bruttogehalts selbst tragen, die restlichen 7,3% übernimmt der Arbeitgeber. Für freiwillig gesetzlich Versicherte kann sich ein anderer Beitragssatz ergeben. Hier dient nicht nur das Gehalt als Berechnungsgrundlage.

Auch bei privaten Krankenversicherungen gibt es eine Kostenaufteilung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Allerdings gibt es bei privaten Krankenversicherungen keinen pauschalen und einheitlichen Beitragssatz. Die Höhe des zu bezahlenden Betrags hängt von den Faktoren Eintrittsalter, Berufsgruppe, Gesundheitszustand und den tariflich gewünschten Leistungen ab.

Gerade für junge Gutverdiener ohne Familie kann eine private Krankenversicherung hinsichtlich der Beitragshöhe attraktiv und günstiger als die gesetzliche Variante sein. Allerdings sei ein Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung gut überlegt. Der Kostenvorteil in jungen Jahren kann sich nämlich im Laufe der Zeit umkehren, so dass man im Alter mehr zahlen muss als den gesetzlichen Beitragssatz.

Zudem ist ein Wechsel nicht immer einfach. Wer zwischen privaten Krankenversicherungen wechseln möchte,  für den bedeutet dies in der Regel einen finanziellen Nachteil, da bereits eingezahlte Altersrückstellungen zumeist nicht mitgenommen werden können. Zum anderen ist es mitunter schwer bis unmöglich, von einer privaten zurück in eine gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Dies ist generell nur bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen möglich.

Verschiedene Form und Fülle der Leistungserbringung – gesetzlich und privat

Die Leistungserbringung der Krankenversicherung erfolgt auf unterschiedliche Weise. So erhält der gesetzlich Versicherte Sachleistungen, für die er mitunter Eigenbeteiligung erbringen muss. Dem gegenüber erhält der privat Versicherte eine Kostenerstattung.

In der Regel sieht es so aus, dass privat Versicherte mehr Inklusiv-Leistungen beziehen, sowohl was Behandlungen, Therapien als auch Heilmittel und Medikamente betrifft. Für gesetzlich Versicherte fallen dagegen häufig zusätzliche Kosten an, da sie bestimmte Leistungen entweder teils oder ganz selbst bezahlen müssen.

Ein Unterschied, der sich je nach Lebenssituation finanziell deutlich bemerkbar machen kann, ist, dass in der gesetzlichen Krankenversicherung einkommenslose Familienangehörige der Mitglieder beitragsfrei mitversichert sind. Dies ist bei den privaten Krankenversicherungen nicht der Fall, hier muss für jedes Versicherungsmitglied ein Beitrag gezahlt werden.

Unterschiede mitunter weniger gravierend als auf den ersten Blick ersichtlich – ein Vergleich lohnt

Eine private Krankenversicherung ist nicht zwingend besser ist als eine gesetzliche. Zum einen gibt es innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherungen und ihren Leistungen erhebliche Unterschiede – auch werden tendenziell immer mehr Behandlungen, Heilmittel etc. in den Leistungskatalog aufgenommen. Zum anderen ist auch nicht jeder private Versicherungstarif gleich, auch hier gibt es Unterschiede.

Schließlich kann man eine gesetzliche Krankenversicherung durch (private) Zusatzversicherungen ergänzen. Dadurch ergeben sich zwar höhere Kosten, allerdings kann das Leistungsspektrum auch ohne einen Versicherungswechsel deutlich erweitert werden.

Wer die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat, der sollte sich die Entscheidung gut überlegen und vor allem auch langfristig denken. Eine pauschale Empfehlung für oder gegen eine Versicherungsart kann es nicht geben, da es immer vom individuellen Fall abhängt, welche Versicherungsvariante im Einzelfall geeignet ist.

4. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.