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Gesundheitsbranche: Eine Branche mit viel Wachstumspotenzial

Reckitt Benckiser will sein Pharmageschäft ausgliedern. Dieser Geschäftszweig soll unter dem Namen Indivior an die Börse gebracht werden. Sie als Aktionäre von RB sollen den Plänen des Unternehmens zufolge für eine RB-Aktie zusätzlich eine Aktie von Indivior erhalten. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Spin-Off (Ausgliederung). Heute möchte ich mich hier der Gesundheitsbranche widmen.

4 Argumente, die für Aktien aus der Gesundheitsbranche sprechen

Ich werde die Gesundheitsbranche genauer analysieren, aber vorab die Gründe nennen, warum sich für Sie ein Blick auf die Gesundheits-Aktien lohnt:

1) Das Geschäftsmodell der meisten Unternehmen aus der Gesundheitsbranche hängt nicht von der konjunkturellen Entwicklung ab. So spielt es für Medikamenten-Hersteller keine große Rolle, ob die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 1 oder um 3% steigt.

2) Unternehmen aus der Gesundheitsbranche (speziell Pharma-Hersteller) weisen traditionell sehr starke Bilanzkennzahlen auf und haben kein Schulden-Problem (daher keine Abhängigkeit von den Launen des Kapitalmarktes oder von der Stimmung der kreditgebenden Bank).

3) Die Gesundheitsbranche wird noch über mehrere Jahrzehnte wachsen. Wachstumstreiber sind die Schwellenländer und die Verschiebung der Altersstruktur in den Industrieländern (ältere Menschen benötigen mehr Medikamente und Dienstleistungen rund um das Thema Gesundheit).

4) Da das Geschäftsmodell der Gesundheits-Unternehmen stabil ist und die Bilanzen ausreichend große Sicherheitspuffer aufweisen, können diese Unternehmen auch in konjunkturell schwierigen Zeiten stabile Erträge in Form von Dividenden ausschütten (speziell in Niedrig-Zins-Phase ist das ein großer Pluspunkt).

Pharma-Aktien: Das Börsencomeback ist gelungen

In den vergangenen Jahren standen Unternehmen aus der Pharma-Branche an der Börse unter Druck. Zum einen hatte sich die Pharma-Industrie zu sehr auf den alten Erfolgen ausgeruht und dabei die Forschung vernachlässigt.


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Als dann plötzlich Generika-Hersteller (das sind Pharma-Unternehmen, die nach Patentablauf einen Wirkstoff günstig kopieren), die alten Verkaufsschlager günstig ins eigene Programm aufnahmen, schmolzen die „sicheren“ Gewinne von Pfizer & Co. Zweistellige Wachstumsraten, die ein hohes Kursniveau absicherten, gerieten außer Reichweite.

Zum anderen kam verschärfend hinzu, dass die finanzschwachen Staaten genauer auf die Gesundheitsausgaben schauen. Dabei geht es um Einsparungen auf der Nachfrage- und Preisseite, aber auch um Genehmigungen. Die Aufsichtsbehörden kontrollieren neue Wirkstoffe und Medikamente kritischer als früher. Wer eine Zulassung haben will, muss nachweisen, dass der neue Wirkstoff einen echten Mehrwert für den Patienten bietet.

An dieser Hürde scheitern viele Neuentwicklungen. Wenn Sie bedenken, dass es rund 1 Milliarde US-Dollar kostet, bis ein neues Medikament die Marktreife erreicht, können Sie verstehen, warum der Erfolgsdruck so groß ist. Die Folge der neuen Gesundheitspolitik: In den vergangenen 15 Jahren ist in der Pharma-Branche der Ertrag je investiertem US-Dollar um 70% gesunken.

Seit 2 Jahren zeigt der Trend wieder nach oben

Pharma-Aktien standen an der Börse fast 10 Jahre lang unter Druck. Am Tiefpunkt kosteten selbst Weltklasse-Unternehmen wie Pfizer, Roche oder Novartis an der Börse nicht einmal mehr den zehnfachen Jahresgewinn (KGV unter 10). Das Börsenjahr 2012 wurde zum Wendejahr. Gegenüber diesem Tiefpunkt liegen die europäischen Pharma-Aktien inzwischen sehr deutlich im Plus.

Im Jahr 2012 gab es einen weiteren Wendepunkt: Die Pharma-Umsätze, die ihren Patentschutz verlieren, erreichten ihren Höhepunkt. Da in den nächsten Jahren weniger Medikamente ihren Patentschutz verlieren, entspannt sich die Lage der Pharma-Unternehmen. Das ist eine Erklärung für die steigenden Aktienkurse.

Pharma-Unternehmen steigern Ihre Rendite-Kennzahlen

Positiv zu werten ist auch, dass die Pharma-Unternehmen in der Branchen-Krise ihre Hausaufgaben erledigt haben. Die Kosten wurden radikal gesenkt. Pro Mitarbeiter steigt der Umsatz und der Gewinn. Die Renditen legen wieder zu. Die Unternehmen haben auch aus der Patent-Krise gelernt.

Sie wollen zukünftig die Abhängigkeit von einzelnen Medikamenten reduzieren, damit der Einbruch nicht zu stark ist, wenn der Patentschutz abläuft. Das Risiko-Profil verbessert sich so. Gleichzeitig haben die Branchen-Riesen wie Pfizer ihr Portfolio durchforstet.

Die Bereiche, die keine hohen Renditen brachten, oder wo die Kernkompetenz nicht sonderlich ausgeprägt war, wurden abgespalten oder verkauft. Aus den „Gemischtwarenläden“ wurden Spezialisten mit klaren Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkten. Die Unternehmen ernten jetzt die Früchte.

Mega-Trends sprechen für Gesundheits-Aktien

Zwei langfristige Mega-Trends sprechen für ein stetiges Wachstum in der Gesundheits-Branche:

1) Bessere medizinische Versorgung in den Wachstumsmärkten

Das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern sorgt dafür, dass die Bevölkerung höhere Ansprüche an die gesundheitliche Versorgung hat. Gleichzeitig steigt auch die Kaufkraft der Bevölkerung. Die Ausgaben für Gesundheitsprodukte werden daher noch über mehrere Jahrzehnte zunehmen.

Wo die Reise langfristig hingeht, zeigt ein Vergleich zwischen den Industrienationen und den BRIC-Staaten. In Deutschland erreichen die staatlichen Gesundheitsausgaben rund 10% der Wirtschaftsleistung (BIP). In den USA liegt dieser Wert sogar bei 15%. In den BRIC-Staaten steigt die Quote, ist aber noch weit vom westlichen Niveau entfernt.

Brasilien kommt auf 7,5%, Russland auf 5,3%, China auf 4,6% und Indien erst auf 3,6%. Diese Werte werden Richtung 10% steigen. Das bedeutet: Das Wachstums-Potenzial der Gesundheits-Branche ist riesig.

2) Die Verschiebung der Altersstruktur in der Weltbevölkerung

Nach Berechnungen der UNO wird im Jahr 2050 mehr als jeder vierte Erdenbürger älter als 60 Jahre sein. Da die Ausgaben für die Gesundheit und Pflege im Alter zunehmen, ist auch das ein langfristiger Wachstumstreiber in der Gesundheits-Branche.

15. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.