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GeVestor erklärt Bewertungssysteme: Vom AAA- bis D-Rating

Für Privatanleger ist die Entscheidung für oder gegen eine Investition in ein bestimmtes Unternehmen nicht immer ganz einfach. Hilfreich kann da die Bewertung durch eine Ratingagentur sein. Ratingagenturen bewerten Unternehmen und Staaten in ihrer Kreditwürdigkeit. Die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens ist sehr wichtig, da es etwas über Zahlungsfähigkeit der Firma aussagt.

Nehmen wir an Herr S möchte in ein Unternehmen investieren. Er hat die Wahl zwischen Unternehmen X und Y. Die Firma X hat ein AAA Rating und die Firma Y ein B Rating erhalten. Das Unternehmen X wurde also mit der bestmöglichsten Schuldnerqualität bewertet.

Das heißt, dass das Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit zahlen kann. Die Firma Y hingegen hat keine so gute Bewertung erhalten und Herr S sollte sich besser für das Unternehmen X entscheiden, da es mehr Sicherheiten bietet.

Ratingagenturen: 4 regieren den Markt der Bewertungen

Zu den Ratingagenturen gehören beispielsweise DBRS, Fitch, Standard & Poors oder Moody’s. Die Analysen durch diese Agenturen sind externe Ratings, das heißt, dass die Bewertung von außerhalb eines Unternehmens bzw. Staates erfolgt. Das ist besonders wichtig, da die Unternehmen so objektiv beurteilt werden können und sie sich selbst nicht besser bewerten, damit sie beispielsweise mehr Anleger und Investoren gewinnen.

Mehr dazu: Europäische Rating-Agentur: Ob sie notwendig oder hinfällig ist

Die 4 Ratingagenturen sind weltweit aktiv und machen 97% des Ratingmarktes aus. Daneben gibt es nationale Ratingagenturen und kleineren Agenturen, die sich auf die Einschätzung der Schuldnerqualität in konkreteren Geschäftsfeldern beschränken (beispielsweise nur auf Versicherungen).

Ratingcodes: Von AAA bis D

Mithilfe von mathematischen Verfahren werden die Schuldner in Ratingklassen eingeteilt, die anschließend durch Ratingcodes abgekürzt werden. Das AAA Rating bedeutet die höchste Schuldnerqualität, die erlangt werden kann. Das AAA Rating spricht dafür, dass das Unternehmen nicht nur zum aktuellen Zeitpunkt, sondern auch in naher Zukunft zahlungsfähig bleibt und somit eine sichere Anlage darstellt.

Mehr dazu: Unternehmensanleihen – das Rating und sein Stellenwert

Der Ratingcode D steht für die schlechteste Bonität, die ein Unternehmen oder ein Staat erhalten kann. Die Ratingcodes unterscheiden sich jedoch in den verschiedenen Agenturen. Standard & Poor’s verwendet beispielsweise zusätzlich zu dem jeweiligen Buchstaben mathematische Zeichen wie ein „+“ und ein „-“. Moody’s nutzt über den Buchstaben hinaus auch Zahlen, um den Ratingcode zu vervollständigen: So ergeben sich beispielsweise „A1“, „B3“.

Bewertungskriterien der Ratingagenturen

Ratingagenturen bewerten ein Unternehmen, indem sie sich z.B. das Vermögen, die Unternehmensorganisation und das bisherige Verhalten gegenüber Kunden genau ansehen.

Um herauszufinden, wie hoch das Vermögen eines Unternehmens ist, werden die Gewinne, die Liquidität (Zahlungsmittel) sowie die Eigenkapitalquote (Anteil des Eigenkapitals am gesamten Kapital des Unternehmens) genutzt.

Hierdurch können wichtige Faktoren wie die Ertragslage, die Empfänglichkeit für Finanz- und Währungskrisen, die Liquiditätslage, die Kapitalstruktur (Zusammensetzung des Kapitals des Unternehmens), die Finanzlage und auch die Bilanzentwicklung eingeschätzt werden.

Wichtig für die Bewertung ist auch die Unternehmensorganisation, die anhand verschiedener Aspekte beurteilt wird:

  • Organisationssystem
  • Managementqualität
  • Zustand des Controllings und Risikomanagements
  • (Firmen-)Strategie
  • Mitarbeiterpotential
  • Beziehung zu Geschäftspartnern
  • Prozessorganisation

Auch wie sich die Branche entwickelt hat, wie die Kunden- und Lieferantenbeziehungen sind und wie die Standortbedingungen sind, spielt bei der Beurteilung eine wichtige Rolle. Ratings können Investoren und Anlegern also bei der Entscheidung, in ein bestimmtes Unternehmen oder einen Staat zu investieren, unterstützen.

Hat der Schuldner eine negative Einschätzung erhalten, ist es möglich, dass er nicht zahlen kann oder will.  Falls er jedoch positiv eingestuft wurde, spricht das für eine gute Bonität und somit für ein geringeres Risiko. Allerdings sollten sich Anleger nicht nur auf die Bewertungen der Rating-Agenturen verlassen.

10. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.