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Gewinn und Rentabilität: Die Erfolgsgröße allein sagt nicht viel aus

Gewinne möchte jeder verzeichnen, egal ob Unternehmen oder Privatanleger. Allerdings können Unternehmen auch Gewinn machen, indem sie verhältnismäßig viel mehr Kapital investieren – erfolgreich gewirtschaftet haben sie in diesem Fall jedoch nicht zwangsläufig. Insofern kommt es nicht nur auf den Gewinn, sondern auch und vor allem auf die Rentabilität als Verhältnis zwischen Erfolgsgröße und Kapital an. Die Rentabilität verdeutlicht also den Erfolg eines Unternehmens.

Mehr zum Thema: Die Definition der Rentabilität

Die Berechnung des Nettogewinns

Zur Gewinnberechnung eines Unternehmens gibt es verschiedene Formeln. In diesem Zusammenhang wird grundsätzlich der Nettogewinn ermittelt, wozu (auch) fixe Kosten vom Umsatz abgezogen werden. Dies ist beim Pendant, dem Bruttogewinn bzw. Deckungsbeitrag, nicht der Fall.

Mehr zum Thema: Gewinn und Bilanz: Was sie aussagen und wie sie zusammenhängen

Die Fixkosten sind dabei unabhängig von der Beschäftigung bzw. Auslastung, also zum Beispiel von Miete und Zinsen. Dagegen orientieren sich die variablen Kosten an der Auslastungssituation. Steigt also beispielsweise der Mietpreis, wirkt sich dies auf die variablen, nicht aber auf die fixen Kosten aus. Zusätzlich zu den fixen werden auch variable Kosten vom Umsatz abgezogen, um den Nettogewinn zu ermitteln.

Formel  

Gewinn (netto) Methode A

$$\bo\text"Gewinn"↙\text"(netto)"=\text"Umsatz " -\text"Kosten "↙\text"(fixe und variable)"$$
Ergebnis berechnen

Eine andere Möglichkeit besteht darin, erst den Bruttogewinn bzw. Deckungsbeitrag zu ermitteln und davon die fixen Kosten abzuziehen. Da es sich beim Deckungsbeitrag allerdings um die Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten handelt, gelangt man auch auf diesem Weg zum selben Ergebnis.

Formel  

Gewinn (netto) Mehtode B

$$\bo\text"Gewinn"↙\text"(netto)"=\text"Gewinn"↙\text"(brutto)" -\text"fixe Kosten "$$
Ergebnis berechnen

Gewinn und Rentabilität: Erfolg im kleinen und großen Rahmen

Verzeichnet ein Unternehmen (bestenfalls hohe) Gewinne, ist dies zwar an sich positiv, der tatsächliche Erfolg des Unternehmens kann aber mithilfe dieser Erfolgsgröße allein nicht bewertet werden. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang auch, wie viel Kapital eingesetzt wurde.

Insofern beschreibt die Rentabilität das Verhältnis zwischen Erfolgsgröße und Kapitaleinsatz. Die Rentabilität ist allerdings nicht die Rendite. Denn die Rendite ist vielmehr der jährliche Gesamtertrag einer Kapitalanlage, also der speziellere Rentabilitätsbegriff in der Finanzwelt.

Mehr zum Thema: So wird die Rendite definiert

Formel  

Formel zur Berechnung der Rentablilität

$$\bo\text"Rentabilität"↙\text"(allgemein)" = (\text"Erfolgsgröße" / \text"Kapital"\)*100%$$
Ergebnis berechnen

Die Aussagekraft der Rentabilität wird am besten durch ein Beispiel verdeutlicht. Angenommen zwei Unternehmen (A und B) haben über einen bestimmten Zeitraum den gleichen Gewinn von 100 Mio. € erwirtschaftet. Dabei hat Unternehmen A Kapital in Höhe von 500 Mio. € aufgewendet. Die Produktivität beträgt also in diesem Fall 20% (= 100 Mio. € / 500 Mio. € * 100%).

Unternehmen B dagegen hat lediglich 400 Mio. € benötigt, um einen Gewinn von 100 Mio. € zu verbuchen. Ohne Frage war dieses Unternehmen deutlich produktiver mit einer Rentabilität von 25% (= 100 Mio. € / 400 Mio. € * 100%). Obwohl die Unternehmen also beide Gewinne in derselben Höhe erwirtschaften konnten, zeigt erst die Rentabilität auf, welches Unternehmen sein Kapital effektiver eingesetzt hat.

11. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.