MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Gewinnsicherung: Automatisch wirkende Stop-Loss-Limits

Die folgenden historischen Praxisfälle, die ich hier zu Illustrationszwecken gewählt habe, zeigen Ihnen, wie Sie Stop-Limits erfolgreich anwenden können.
Im März 2002 gab es einige Hinweise darauf, dass sich die geschäftlichen Aussichten des früheren Highflyers am Neuen Markt, Mobilcom, schon bald wieder aufhellen könnten.

Auch wenn ich mich ansonsten von Aktien des Neuen Markts immer sehr zurückgehalten hatte, sah ich vor diesem Hintergrund eine gute Chance, dass sich die Aktie nach der langen Talfahrt kurzfristig wenigstens um 20 bis 30% wieder erholen könnte.

Nachdem der Kurs sich dann im April charttechnisch aus einem nach unten abfallenden Dreieck nach oben bewegt hatte, griff ich bei einem Kurs von 15 Euro dann auch tatsächlich zu und kaufte für 5.000 Euro 1/3 der mittelfristig von mir vorgesehenen Gesamtposition.

Natürlich war mir klar, dass es sich dabei um einen sehr spekulativen Kauf handeln würde und das Ganze daher auch schief gehen könnte.

Und da Aktien am Neuen Markt damals durchaus von einem auf den anderen Tag um 10 oder 20% zulegen oder verlieren konnten, wollte ich mich gegen einen plötzlichen Kurseinbruch über die Einrichtung eines automatischen Stop-Loss-Limits bei meiner Bank absichern.

Mehr als 20 bis 30% Verlust wollte ich bei dieser Spekulation aber auch auf keinen Fall hinnehmen. Umgekehrt war ich bereit, die Aktie gleich wieder zu verkaufen, wenn sie sich tatsächlich in der von mir erhofften Richtung bewegen und wenigstens um 20% zulegen würde.

Rein rechnerisch ergaben sich aus dieser Konstellation bei der von mir ins Auge gefassten Kursbandbreite von 20 bis 30% (Mittelwert = 25%), vom jeweiligen Kaufkurs her berechnet, folgende Möglichkeiten für die Einrichtung eines Verkaufs-Limits zur Gewinnsicherung und eines Stop-Loss-Limits zur Verlustbegrenzung:


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Daraus ergab sich bei einem veranschlagten möglichen Gewinn von 25% ein Verkaufs-Limit von 18,75 Euro; bei einem in Kauf zu nehmenden Verlust von 25% lag das Stop-Loss-Limit bei 11,25 Euro. Beide Limits gab ich dann auch meiner Bank mit der Gültigkeitsdauer „bis auf Widerruf“ auf.
Das historische Schaubild zeigt Ihnen, wie wichtig die Einrichtung von Stop-Limits sein kann. Nachdem der Verkauf bei einem Kurs von 11,25 ausgelöst wurde, fiel der Aktienkurs weiter ins Bodenlose.
Wie Sie dem letzten Chartverlauf entnehmen, entwickelte sich der Kurs leider nicht lange in die von mir erhoffte Richtung: Mein 1. Limit zur Gewinnsicherung wurde kurz nach meinem Einstieg um knapp 0,50 Euro verfehlt.
Und einige Wochen später fiel der Kurs auch bereits unter die von mir gesetzte Stop-Loss-Marke, sodass die Aktien schließlich für 11,20 Euro wieder verkauft wurden. Gemessen an der danach einsetzenden weiteren schnellen Abwärtsbewegung war ich mithilfe dieser Strategie aber noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

So setzen Sie Stop-Loss-Limits richtig fest

Das Beispiel macht Ihnen deutlich, wie es Ihnen mit einer sehr einfachen Strategie gelingen kann, sich vor allzu großen Verlusten zu schützen, wenn Sie sich an folgende Regeln halten:
  • Legen Sie für sich grundsätzlich schon beim Kauf einer Aktie, eines Optionsscheins, eines Zertifikats oder eines Investmentfonds den Kurs/Preis fest, bei dem Sie Ihr Investment auf jeden Fall wieder veräußern würden, um noch größere Verluste zu vermeiden.
  • Ermitteln Sie dieses Limit einfach in der Weise, dass Sie es – je nach persönlicher Risikobereitschaft – um 10, 20 oder mehr Prozent unterhalb Ihres Kaufkurses ansiedeln.
  • Achten Sie dabei darauf, dass sich der von Ihnen festgelegte Kursabschlag auch an den normalen Wertschwankungen des jeweiligen Anlageinstruments orientiert. Da der Kurs von Optionsscheinen oder Hebel-Zertifikaten sich beispielsweise innerhalb weniger Tage schon mal um 30 oder 40% verändern kann, laufen Sie ansonsten Gefahr, schnell „ausgestoppt“ zu werden, bevor sich der Kurs wieder nach oben bewegt.
  • Bedenken Sie ferner, dass sich das errechnete Stop-Limit bei Hebelinstrumenten nicht am Kursverlauf des jeweiligen Basiswerts (also der Aktie oder des Indexes, auf den sich der Optionsschein oder das Zertifikat bezieht) orientieren sollte, sondern am Kursverlauf des Instruments.

  • Berücksichtigen Sie auch, dass ein Ihrer Bank aufgegebener Stop-Loss-Auftrag so funktioniert, dass er nach Erreichen des von Ihnen vorgegebenen Verkaufs-Limits automatisch in eine „bestens-Order“ umgewandelt wird. Das heißt, dass der als Nächstes notierte Kurs derjenige ist, der Ihnen auch abgerechnet wird. Kommt es an diesem Tag daher in Ihrem Wert nur zu wenigen Umsätzen, kann es sein, dass dieser nächste Kurs um beispielsweise 5 oder 10% unterhalb Ihres Limits liegt. Gerade bei kleinen Werten mit niedrigen Umsätzen und auch bei Optionsscheinen ist diese Gefahr groß. Sie können diesem Risiko nur aus dem Weg gehen, wenn Sie in solchen Fällen – statt einen automatischen Stop-Loss-Auftrag aufzugeben – mit den beschriebenen Mental-Stops agieren. Denn dann können Sie nach Erreichen des Stop-Kurses einen limitierten Verkaufsauftrag aufgeben.

GeVestor-Tipp

Wählen Sie bei der Aufgabe von Stop-Loss-(und Stop-Buy-)Limits immer den Börsenplatz mit den höchsten Tagesumsätzen im jeweiligen Wert.

Sie haben dann umso größere Chancen, dass der Ausführungskurs nicht zu stark von Ihrem vorgegebenen Limit abweicht, da bei hohen Umsätzen Kurssprünge von einer zur nächsten Notierung seltener sind als bei geringen.

Denken Sie auch daran, dass ein bei Ihrer Bank eingerichteter normaler Stop-Auftrag in der Regel immer nur bis zum Ende des jeweiligen Monats gilt und dann automatisch gelöscht wird.

Wenn Sie das vermeiden wollen, müssen Sie Ihren Auftrag mit einem Zusatz versehen oder mit Ihrem Anlageberater absprechen, dass er den Auftrag (beispielsweise bis auf Widerruf) automatisch verlängert.

14. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.