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Gibt Saudi Arabien seine Ölmacht auf?

Es wäre ein Paukenschlag!

Gelingt es dem jungen Kronprinzen von Saudi Arabien, seine Reformpläne in den kommenden Jahren in die Tat umzusetzen, dürfte sich in seinem Staat eine Menge verändern.

Jahrzehntelange Gewissheiten, die wie in Stein gemeißelt schienen, könnten ihre Gültigkeit verlieren.

Saudi Arabien, die Nr. 1 der Ölmächte, will sich unabhängiger vom „schwarzen Gold“ machen.

Das klingt als Zukunftsvision eines aufstrebenden Herrschers erst einmal ziemlich vernünftig.

Der Ölpreis-Verfall der vergangenen knapp 2 Jahre (Stand: Mai 2016) bringt den Wüstenstaat nämlich allmählich in Bedrängnis.

Selbst verschärfte Probleme

Zum ersten Mal seit 25 Jahren hat sich Saudi Arabien kürzlich Geld leihen müssen.


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An der Kreditwürdigkeit des Landes zweifelt freilich niemand, war es doch kein Problem, 10 Mrd. US-Dollar bei internationalen Banken einzusammeln.

Doch der Umstand, sich überhaupt etwas leihen zu müssen, illustriert bereits die Lage, in die sich Saudi Arabien nicht zuletzt auch selbst hineinmanövriert hat.

Anstatt angesichts der teils rasant fallenden Preise je Barrel Rohöl die Förderung zu drosseln, das Angebot zu verknappen und damit auf eine Stabilisierung der Preise hinzuwirken, taten die Saudis das Gegenteil:

Es wurde nicht weniger, sondern mehr Öl gefördert, um einerseits die eigene Stärke zu demonstrieren und andererseits unliebsame Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, die nicht so lange mithalten konnten.

Das hat z. T. auch geklappt: In den USA gingen viele Firmen in die Knie, eine gewisse Marktkonsolidierung setzte ein.

Venezuela wurde demgegenüber äußerst hart getroffen, hier bahnt sich eine erhebliche Wirtschaftskrise an, nicht zuletzt mit ausgelöst durch den Ölpreis-Verfall.

Reformprogramm: Börsengang und Energiewende

Aber auch in Saudi Arabien selbst hat man inzwischen erkannt, dass es auf Dauer so nicht weitergehen kann.

Satte 70% der staatlichen Einnahmen fußen bislang auf den Geschäften mit Öl und Gas.

Bereits 2020 sollen es weniger als 50% sein, geht es nach dem saudischen Kronprinzen und seinem Reformprogramm „Saudi Vision 2030“, das bereits vom Kabinett verabschiedet wurde.

2 wichtige Säulen des Programms: Teile des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco sollen an die Börse gebracht werden – und das Land soll seinen eigenen Ölverbrauch drosseln, Stichwort: Energiewende.

Hierbei will Saudi Arabien künftig auf seine 2. Stärke setzen: die Sonne. Denn die scheint in dem Wüstenstaat bekanntlich satt; ihre Energie lässt sich wesentlich besser umwandeln und nutzen als in anderen Regionen der Erde.

Es kommt Bewegung in die Sache

Bereits in der Vergangenheit hatte Saudi Arabien immer wieder Pläne geschmiedet, um vom Öl unabhängiger zu werden.

Wirklich umgesetzt wurde davon aber kaum etwas – vielleicht, weil die Notwendigkeit bislang nicht bestand. Nun aber scheint es, als würden die Steine ins Rollen gebracht.

Personell wurde bereits umgebaut: Mit Khalid al-Falih übernimmt der ehemalige Vorstands-Chef von Saudi Aramco neben dem Amt des Ölministers auch das neue Ministerium für Energie, Industrie und Bodenschätze.

Es scheint also, als käme Bewegung in die Sache – was dann letztlich auch den Ölpreis wieder beeinflussen dürfte…

27. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.