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Globale Finanzkrise: Der Schritt in die Katastrophe

Die globale Finanz-Wirtschaft steht vor dem Kollaps.

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass die Zentralbanken und die Politik der Liberalisierung der Märkte den Raubtier-Kapitalismus erst erschaffen haben.

Auch die Deutschen können sich nicht von einer diesbezüglichen Verantwortung freisprechen; natürlich nicht Sie selbst, sondern die deutschen Bundesregierungen.

Bundesregierungen forcierten den Schritt in die Katastrophe

Vielleicht ist Ihnen noch geläufig, was 1990 die Kohl-Regierung tat?

Wenn nicht, helfen wir Ihnen auf die Sprünge: Helmut Kohl & Co. schafften die Börsen-Umsatzsteuer ab.

Sein Nachfolger-Kabinett – angeführt von Bundeskanzler Gerhard Schröder – modernisierte 10 Jahre später den Finanzplatz Deutschland:

Im Jahr 2000 wurde das „Gesetz zur Senkung der Steuersätze und zur Reform der Unternehmens-Besteuerung“ eingeführt.

Dadurch sollte mehr ausländisches Kapital angezogen werden.


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So wurden die Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften für Kapitalgesellschaften steuerfrei gestellt – und damit auch den Hedgefonds und hochriskanten Derivaten die Türen weit aufgestoßen.

Westliche Demokratien sind in der jetzigen Form nicht mehr zu retten

Ein Hoch auf die Investment-Banken, die sich eifrig die Hände rieben, um kräftig abzusahnen!

Kein anderer als Ex-Finanzminister Theo Waigel sagte einmal: „Was auf den internationalen Finanzmärkten läuft, ist doch Betrug.“ Damit traf er natürlich den Nagel auf den Kopf.

Helmut Schmidt ergänzte in seiner saloppen Art: „Ich teile die Menschheit in 3 Kategorien: wir normale Menschen, die irgendwann in ihrer Jugend mal Äpfel geklaut haben, die zweite hat eine kleine kriminelle Ader und die dritte besteht aus Investmentbankern.“

Die wichtigste Warnung aber sprach der damalige CDU-Generalsekretär, Heiner Geißler, aus: „Wenn es der Politik nicht gelingt, endlich die überfällige Reform der internationalen Finanzmärkte durchzusetzen, sind die westlichen Demokratien in der jetzigen Form nicht mehr zu retten.“

Jahrzehnte später hat er recht damit behalten.

Die Folgen der Krisenjahre 2007/2008

Doch bevor wir näher auf die Gegenwart eingehen, möchten wir noch unsere Zeitreise in die Deregulierung der Finanzwirtschaft zu Ende bringen:

2007/2008 zeichneten sich als Katastrophenjahre im globalen Kalender aus; die Aktienmärkte fielen in eine bodenlose Tiefe.

Auslöser dafür waren gleich mehrere Aspekte:

  • Das Sinken der Rohstoff-Preise.
  • Der Bankrott der US-Investmentbank Lehmann Brothers.
  • Das schwindende Vertrauen in das entfesselte Finanzsystem samt seinen zwielichtigen Finanz-Produkten – von denen sich nun viele als tickende Zeitbomben herausstellten.
  • Die Illusion ihrer Akteure, die tatsächlich glaubten, mit Wetten auf künftige Kursentwicklungen den Zufall zu besiegen…

Das hässliche Gesicht des Kapitalismus

Sie wissen, was folgte: Durch die einbrechenden Börsen und kollabierenden Banken geriet die allgemeine Wirtschaft ins Wanken. Das führte zu einer weltweiten Rezession.

Auch das hässliche Gesicht des Kapitalismus zeigte sich: Reihenweise gingen Investment-Banken Pleite. Diese hatten sich verzockt – angestachelt durch egoistischen Größenwahn, ungezügeltes Profitstreben und fehlgeleiteten Spekulationen.

Dabei hatten sie Kreditnehmer größtenteils angelogen und über den Tisch gezogen, v. a. den kleinen Mann von der Straße.

13. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.