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Globalisierung: Was ist das eigentlich?

Der Umbruch in der Weltwirtschaft ist beinahe erreicht, denn die „Entwicklungsländer“, zählt man Russland dazu, haben nach Kaufkraftparität bereits die Wirtschaftsleitung der etablierten Industriestaaten erreicht.

Dabei hat die Aufholjagd für viele Staaten erst begonnen.

Im ersten Teil möchte ich Ihnen einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Globalisierung geben.

Was ist Globalisierung eigentlich? Der Begriff ist ein Synonym für das Zusammenwachsen von lokalen Güter-, Kapital- und Arbeitsmärkten zu einer globalen Einheit. Dieser Prozess ist natürlich noch lange nicht abgeschlossen.

Bei den Arbeitsmärkten hat er eigentlich noch gar nicht richtig begonnen.

Globalisierung ist Zusammenwachsen von Märkten

Der Beginn dieser Globalisierung lag natürlich im Handel. Schon in der Vorgeschichte gab es überspannende Handelsnetze, die die Kontinente verbanden und den Warenfluss wie Salz, Bernstein, Gold, Silber usw. gewährleisteten.

Eines der bekanntesten Netze für Europa war in der Antike die Seidenstraße, die sich als Handelsweg nach Asien herausgebildet hatte. Schon damals wie auch im späteren Mittelalter hatten diejenigen, welche die Handelsrouten kontrollierten, die größte Macht.

Im Mittelalter hatten Venezier diese fest im Griff. Besonders profitabel wurde dieser Handel aufgrund der damals herrschenden deutlichen Unterschiede bei den relativen Preisen zwischen Asien und Europa.

So kostete in Europa beispielsweise eine Unze Gold 15 Unzen, in Indien nur 7 Unzen.

Die Entwicklung von Seekarten, Navigation und Fertigkeiten im Schiffbau verlagerten die Macht nach Portugal und Spanien. Die spanische Gold- und Silberproduktion in der Neuen Welt (Amerika) kam praktisch einem Gelddruckmonopol gleich, da Gold und Silber in ganz Europa das übliche Geld waren.

Für ein Jahrhundert dominierten die Portugiesen die Handelswege nach Asien. Nachdem sich Intoleranz und Inquisition im katholischen Europa breitmachten, fand ein regelrechtes „Brain Drain“  nach den Niederlanden und später England statt.

Globalisierung: Der Aufstieg der Niederlande

Vier Generationen nach Magellans Weltumsegelung gab es in Portugal kaum mehr Fachleute, die Seekarten zeichnen konnten. Der Aufstieg der Niederlande begann.

Der Aufstieg war harte Arbeit, die Niederländer bauten Schiffe wie am Fließband und Manufakturen für fast alles und errangen, wie die Chinesen heute, die Vorrangstellung in der europäischen Produktion.

Anfangs waren die Spanier die Hauptkunden und zahlten mit Gold und Silber aus der Neuen Welt. Die Leidtragenden waren die Indianer.

Doch dann wurden die fleißigen Handwerker aus den Niederlanden auch noch Piraten und griffen dieses Geldmonopol der Spanier an. Dank der industriellen Fertigung von Segelschiffen waren nun die tüchtigen Holländer am Drücker.

Frankreich steigt in Globalisierung ein

Das Streben der französischen Könige nach militärischer Vorherrschaft in Europa bedeutete für die Niederländer einen kostspieligen Abwehrkampf.

Aufgrund seiner geographischen Insellage war England besser in der Position, der französischen Herausforderung (hohe Rüstungsausgaben) zu begegnen.

Der Geist der freien Handels- und Gewerbetätigkeit war nun in England besser aufgehoben. Fortan waren England und Frankreich Rivalen um Kolonien und Einfluss in Kontinentaleuropa. Der liberale und freie Geist in England trug Früchte.

Der kreative Geist brachte durch Innovationen, wie die Dampfmaschine, sowie in der Metallverarbeitung und Ingenieurtechnik den Durchbruch.

Obwohl Frankreich einen vielfach höheren Anteil der Wirtschaftsleistung für Rüstung aufwendete als England, das praktisch von den Steuerzahlern mitregiert wurde (Oberhaus), kippte die Situation zugunsten Englands. Im Siebenjährigen Krieg verlor Frankreich alle Kolonien in Nordamerika.

Dampfkraft schafft neue Grundlage für Globalisierung

Nun wurde um 1820 von England und den USA ausgehend eine neue Stufe im globalen Handel gezündet. Durch den Einsatz von Dampfschiffen, Eisenbahnen und den Bau von Wasserwegen wie den Suezkanal sanken die Transportkosten dramatisch ab. Durch den Getreidehandel mit den USA fiel der Getreidepreis in England deutlich.

Es war auch die Zeit eines David Ricardo, der in seiner Schrift die beidseitigen Vorteile des Freihandels aufzeigte.

Nun wurden auch Industriewaren und mehr Rohstoffe wie Eisenerz international gehandelt und die Engländer setzten nun in ihrem ganzen Imperium den Goldstandard und die Verdrängung des Silbers durch (vorher überall Gold und Silber).

Doch im 19. Jahrhundert hat bereits der verborgene Aufstieg Deutschlands begonnen. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1871 startete Deutschland ein Wirtschaftswunder, mit der Gründerzeit begann eine Epoche explosiven industriellen Wachstums.

Mit dem erbeuteten französischen Gold wurde nun auch in Deutschland der Goldstandard eingeführt und Silber als Geld verdrängt. Dasselbe passierte zeitgleich in den USA.

Von nun an dominierte Gold als weltumspannende Währung den Handel. In der folgenden Epoche wurde England von Deutschland in der Wirtschaftleistung eingeholt und von den USA überholt.

Nachdem deutsche Waren „made in Germany“ einen Ruf als Qualitätsprodukte erreichten, haben deutsche Unternehmen in der Chemie und Pharmazie den Weltmarkt dominiert.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren  BASF und Bayer Global Players.

Doch diese erste Welle der Globalisierung war bedroht durch einen steigenden Nationalismus, Ablehnung von Markt und Handel u. a. durch marxistische Ideologien, undemokratische aristokratische Strukturen in Europa und protektionistische Bestrebungen Industrieller, um den Wettbewerb zu beschränken und Kapitalrenditen zu steigern.

2. März 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Markus Lindmayr
Von: Markus Lindmayr.