Liebe Leser,
in den vergangenen Tagen stand der Goldpreis etwas unter Druck. Aktuell kämpft das Edelmetall mit der 1.500 Dollar-Marke. Doch der mittel- bis langfristige Aufwärtstrend ist weiterhin intakt.
Und die Argumente für eine Fortsetzung der Goldrallye sind weiterhin da: So hat erst kürzlich die US-Notenbank die Zinsen nicht angehoben. Auch in der Euro-Zone notieren die Zinsen mit 1,25% noch auf einem sehr niedrigen Niveau.
Ein niedriges Zinsniveau ist in der Regel aber gut für den Goldpreis. Die Begründung dafür ist wirklich einleuchtend: Gold ist ein Investment, dass keine Zinsen zahlt. Sind die Zinsen niedrig, ist es attraktiv auf Gold zu setzen, da den Investoren eben gerade keine hohen Zinsen verloren gehen. Sollten die Zinsen auch weiterhin niedrig bleiben, so ist das ohne Frage positive für den Goldpreis zu werten.
Zudem hat es auch beim Goldmarkt eine Art Globalisierung gegeben. Sehr viele Faktoren wirken jetzt auf die Preisbildung mit ein. Wichtige Faktoren sind ohne Frage die massiven Hilfspakete der Notenbanken für die großen Volkswirtschaften in Nordamerika und Europa. Hinzu kommen die massiven Schulden rund um den Globus, die in einem atemberaubenden Tempo weiter anwachsen. Wie instabil die Lage durch den Ausbau der Schulden wird, verdeutlicht aktuell die Lage in Griechenland.
Insgesamt lässt auch das Wachstum der Weltwirtschaft nach und aktuell wachsen die Gefahren einer höheren Inflation – auch dies sind positive Aspekte für den Goldpreis. Nun hat das Edelmetall schon einige beeindruckende Jahre hinter sich. So ist der Goldpreis stärker als der Dow Jones Index und das schon seit 2002. In dem Jahr änderte sich der Megatrend und die Aktien verloren ihre 20-jährige Vorherrschaft über das Edelmetall.
Ein ganz entscheidender Faktor, der weiter für einen steigenden Goldpreis spricht ist auch die immer noch wachsende Nachfrage. Diese Entwicklung hält nun schon seit Jahren an – und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
China hat hier einen großen Einfluss und das Land kauft schon seit einigen Jahren Gold. Zudem fordert es auch die eigene Bevölkerung auf, Gold zu kaufen. Wie schnell die Entwicklung voranschreitet, zeigt der folgende Vergleich: Im Jahr 2007 machte Chinas Anteil an der weltweiten Goldnachfrage nur 9% aus. Indien lag vor vier Jahren noch bei mehr als 40%.
In diesem Jahr hat China im ersten Quartal erstmals Indien in dieser Statistik überholt, da sich die Goldnachfrage zuletzt mehr als verdoppelt hat. China bringt es aktuell auf einen Anteil von 25% an der Goldnachfrage und Indien nur noch auf 23%.
In den vergangenen Tagen und Wochen war der Goldpreis etwas schwächer. Viele Investoren haben nach einer guten Wertentwicklung erst einmal Kasse gemacht. Das gilt speziell auch für Euro-Investoren, denn der Goldpreis hat erst kürzlich ein neues Rekordhoch auf Euro-Basis erzielt.
Aber die aktuellen Preiskorrekturen werden nur von kurzer Dauer sein. So lange der Goldpreis sich über den Tiefs vom vergangenen Sommer im Bereich zwischen 1.160 und 1.200 Dollar pro Feinunze hält, ist der langfristige Aufwärtstrend weiterhin intakt.
Nach oben wird es sicherlich spannend, wenn der Goldpreis die 1.600 Dollar-Marke nachhaltig überschreiten kann. Insofern bietet das aktuelle Goldpreisniveau ein attraktives Einstiegsniveau – vor allem für die langfristig orientierten Investoren.
Ein schönes Wochenende
wünscht Ihnen
Heiko Böhmer
Chefredakteur „Privatfinanz-Letter“



