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Gold: Bei Deflation nur ein schlechter Schutz

Zunächst muss man betonen, dass Edelmetalle durchaus ihre Berechtigung als Vermögensschutz haben. Allerdings sollten sie nur als Beimischung und Risikostreuung fungeiren.

Vorsicht: unseriöse Empfehlungen

Doch davon sind viele der heutigen Empfehlungen weit entfernt, wenn Menschen angeraten wird, 50 oder gar 90 % ihres Vermögens in Edelmetallen zu halten. Das hat mit sinnvoller Krisenvorsorge nicht mehr viel zu tun, sondern ist eine Spekulation mit entsprechenden Risiken.

In den vergangenen Jahren wurde den Anlegern – speziell durch die Massenmedien – zunehmend Gold und andere Edelmetalle als »sicherer Vermögensschutz« empfohlen. Es wird behauptet, dass Gold »immer nach oben gehe«. Leider wird bei dieser Betrachtung nur die letzte Dekade berücksichtigt.

Dass es davor jedoch 20 Jahre nur nach unten ging (auch bei hoher Inflation), wird verschwiegen. Auch von der Goldblase 1980 wird nicht gerne geredet, denn diese beweist, dass Gold eben auch nur ein normales Spekulationsobjekt ist.

Nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems stieg der Goldpreis sehr schnell. Er wurde mit 35 $ je Unze zu niedrig angesetzt und stieg rasch auf 200 $. 1978 begann eine regelrechte Goldspekulation, als das Goldbesitzverbot (gültig seit 1933) in den USA aufgehoben wurde. Da der US-$ wegen des gescheiterten Bretton-Woods-Systems an Vertrauen verloren hatte, kauften immer mehr Menschen Gold.

Ein weiterer Grund war die zu der Zeit hohe Inflation durch die beiden Ölkrisen. Da die Käufe massiv zunahmen, schoss der Goldpreis im Jahr 1980 kurzfristig auf über 800 $ pro Unze nach oben.

Die heftigen Folgen der Goldspekulations-Blase 1980

Wie in jeder Spekulations-Bewegung, kam es jedoch auch hier zum Platzen der Blase. Der Goldpreis fiel innerhalb von 3 Jahren auf 300 $ pro Unze zurück und sank nach einem kleinen Zwischenhoch 1989 bis zum Jahr 2001 kontinuierlich auf 250 $ pro Unze.

Hier wird klar ersichtlich, dass Gold eben auch nur ein ganz normales Gut ist, mit dem spekuliert werden kann. Von vielen Goldspekulanten wird diese Zeit gerne mit der heutigen Entwicklung und der kommenden Krise verglichen. Verschwiegen wird dabei jedoch, dass diese Ereignisse gar nicht vergleichbar sind.

Heute kein zweites 1980

Zum einen gibt es derzeit keine durch Gold gedeckte Währung, bei der die Aufhebung der Goldeinlösepflicht und des künstlich festgesetzten Goldpreises eine Flucht ins Gold auslösen könnte. Zum anderen ist die Inflation momentan sehr gering und es ist auch kein Ansteigen absehbar.

Vergessen werden sollte ebenfalls nicht, dass die damaligen Preissteigerungen nur sehr kurz waren und die Blase sehr schnell geplatzt ist. Viele Anleger haben damals massive Verluste eingefahren.

Auch wird gerne übersehen, dass das Edelmetall gar nicht mehr von Großhändlern oder Scheideanstalten aufgekauft wurde, als der Goldpreis stark anstieg. Alle warteten darauf, dass der Preis schnell wieder sinken werde.

So konnten viele Goldbesitzer den hohen Goldpreis gar nicht nutzen, da kein Verkauf im größeren Stil mehr möglich war. Zahlreiche Goldhändler gingen damals Bankrott, da sie im Goldpreis-Anstieg noch zukauften und von dem plötzlichen Platzen der Blase überrascht wurden.

Gold ist eben ein Markt mit schnellen und heftigen Preisausschlägen. Auch deshalb sollte der Goldanteil im Depot nicht zu hoch sein.

28. März 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.