von Heiko Böhmer

Gold: Noch sehr weit von einer Blase entfernt

Gold: Investmentnachfrage war auch 2011 wieder der größte Wachstumstreiber

Gold: Investmentnachfrage war auch 2011 wieder der größte Wachstumstreiber

Gold als Investment strahlt auch in diesem Jahr wieder.

Doch es lohnt sich auf jeden Fall auch der Blick zurück. Das hat das World Gold Council mit der aktuellen Ausgabe der Gold Demand Trends getan.

Heute soll es noch einmal um diesen Report gehen, denn darin sind extrem viele Daten zum aktuellen Zustand des Goldmarktes enthalten.

Außerdem wagen die Experten des Londoner Instituts auch einen Blick in die Zukunft. Dabei geht es vornehmlich um die weitere Entwicklung der wichtigsten Nachfragemärkte. Im Einzelnen sind das der Goldeinsatz in der High-Tech Industrie, die Schmucknachfrage und das Interesse aus dem Investmentbereich.

Für den Technologieeinsatz sehen die Experten weiterhin eine robuste Entwicklung. „Trotz der wirtschaftlichen Schwankungen der vergangenen Jahre hat sich dieser Bereich sehr gut gehalten“, heißt es dazu.

Nun wird Gold sehr stark im Bereich der Halbleiter eingesetzt. Und hier hat es 2011 nach Angaben der Semiconductor Industry Association (SIA) ein Rekordjahr gegeben. Auch jetzt ist hier noch kein Einbruch in Sicht.

Weitere Herausforderungen für den Schmuckmarkt

Für den Schmuckmarkt sehen die Experten auf jeden Fall einige Herausforderungen. Hier waren die vergangenen Jahre nicht leicht. Der stark gestiegene Goldpreis hat schon zu einer nachlassenden Nachfrage in vielen Ländern geführt.

Doch 2011 hat es auch wieder positive Zeichen gegeben. Dabei muss man jedoch den Markt in regionalen Einheiten betrachten. Das liegt an der enormen Bedeutung des indischen Marktes mit einem Gesamtanteil an der Nachfrage von rund einem Drittel.

Dort hat die Nachfrage 2011 nachgelassen. Im Rest der Welt ging es aber nach schwierigen Jahren wieder aufwärts. Eine Ausnahme ist hier noch der US-Markt, der hinsichtlich der Größe immerhin die Nummer vier in der Welt ist.

Hier ging die Nachfrage nach Goldschmuck im vergangenen Jahr um 9% zurück. Das war aber immerhin der geringste Rückgang seit 2005 und das bei den deutlich gestiegenen Preisen.

Investmentnachfrage treibt den Goldpreis an

Damit ist klar: Die Investmentnachfrage war auch 2011 wieder der größte Wachstumstreiber am Goldmarkt. Und die World Gold Council Experten gehen auch weiterhin von einer Fortsetzung des Trends aus.

2011 legte dieser Sektor um 5% auf einen neuen Rekordwert von 1.640,7 Tonnen zu und erreichte damit einen Wert von knapp 83 Mrd. Dollar. Nach dem Rekordjahr 2010 bedeutete das eine weitere Steigerung.

Allerdings kam die Nachfrage nach Münzen und Barren im vierten Quartal 2011 zurück. Doch davor war es auch sieben Quartale stetig nach oben gegangen. Bei den ETFs ging es vor allem in der zweiten Jahreshälfte kräftig nach oben.

Da lässt sich die Verunsicherung der Anleger direkt ablesen: Je größer die Angst der Anleger wurde, desto größer war das Interesse an Goldinvestments – auch in der Form von ETFs.

Grundsätzlich zeigen mir die Zahlen, dass der Goldmarkt stark differenziert ist und nicht alle Bereiche gleich stark zum aktuellen Boom beitragen. Klar ist für mich aber auch: Der Goldmarkt ist keine Blase. Wir sind noch weit davon entfernt.

So hatte die gesamte Nachfrage 2011 einen Wert von 205 Mrd. Dollar. Das ist gerade einmal 44% des aktuellen Marktwertes von Apple.

 
 
Tags: Gold, Goldpreis, ETFs, Apple  
Bildquelle: Dron - Fotolia

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Heiko Böhmer

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