von Rainer Heißmann

Gold: Von Blasenbildung keine Spur

Goldpreis: Intakter Aufwärtstrend

Goldpreis: Intakter Aufwärtstrend

Bis Ende der 90-er Jahre und auch in den ersten drei bis vier Jahren nach der Jahrtausendwende lief der Goldpreis mehr oder weniger seitwärts.

Wobei es auch zu der Zeit größere Kursschwankungen gibt. Seit Anfang dieses Jahrtausends geht es aufwärts mit dem Goldpreis.

Am Rande: Ist es Zufall, dass wir etwa zeitgleich den Euro haben?

Goldpreis: China sorgt für steigende Kurse

Vor wenigen Tagen ging durch die Medien, dass China immer stärker als Goldkäufer auftritt. So hat Chinas Nachfrage aus der Schmuckindustrie und aus dem Investmentbereich im vierten Quartal 2011 die aus dem bis dahin führenden Indien übertroffen.

Außerdem berichtete der Produzentenverband World Gold Council, dass die Nachfrage nach Gold im gesamten Jahr 2011 die der hohen Nachfrage des Vorjahres 2010 übertroffen habe. Damit hat die Nachfrage den höchsten Stand seit 1997 erreicht.

Das passt zu meinen Kommentaren zum Gold, die ich in den letzten Wochen geschrieben habe. Diese können Sie unter „Goldpreis: Kursziel 3.300 USD“ und „Warren Buffett hält nichts von Goldpreis: Da liegt er falsch“ nachlesen.

Goldpreis: Droht die Blasenbildung

Kritische Stimmen verweisen darauf, dass im Gold eine Blasenbildung drohe. Dabei können Sie oft Charts wie den folgenden sehen:

Goldpreis: Blasenbildung (?)

In dieser Darstellung der Entwicklung des Goldpreises seit Anfang der 90-er Jahre sieht es tatsächlich nach einer Blasenbildung aus. Der Goldpreis „schießt“ regelrecht empor. Dabei liegt das Tief knapp über 200 USD, das Hoch bei etwas über 1.800 USD. Das entspricht einer Verneunfachung.

DAX: Seit 22 Jahren starke Performance

Dieser Blickwinkel täuscht aber. So notierte z.B. auch der DAX Anfang der 90-er Jahre mit Kursen um 1.400 Punkte. Entsprechend hat er sich bis zu seinem Hoch bei über 8.000 Punkten auch annähernd versechsfacht.

Nur: Diese Entwicklung seit über 20 Jahren zieht kaum jemand heran, wenn er den DAX analysiert. Oder wenn doch, dann wird er für die langfristig gute Performance von Aktien als Beleg genannt. Beim Goldpreis wird eine vergleichbare Entwicklung oft aber als Blasenbildung gewertet.

Goldpreis: Seit 5 Jahren intakter Aufwärtstrend

Wenn Sie sich den Goldpreis in einer mittelfristigen Zeitspanne ansehen, zeigt sich gleich ein ganz anderes Bild.

Goldpreis: Intakter Aufwärtstrend

Wenn man sich die beiden Charts des Goldpreises (den oberen seit 22 Jahren, diesen seit 5 Jahren) ansieht, möchte man meinen, sie seien manipulativ. Und in der Tat sind sie so einsetzbar. Wer eine Blasenbildung „beweisen“ will, nimmt gerne den oberen Chart des Goldpreises.

Goldpreis: Angriff auf 2.000 USD kann bald starten

Auf überschaubare Sicht von 2, 3 oder auch 5 Jahren gibt es aber alles, nur keine Blasenbildung. Im Gegenteil: Die Kursspitze, die den Goldpreis bis auf über 1.800 USD trieb (grün markiert) wurde in einer „perfekten“ charttechnischen Weise korrigiert.

Es kam zu einem deutlichen Kursrücksetzer und zusätzlich läuft der Kurs seit knapp einem halben Jahr volatil seitwärts. Eine gute Basis, um im nächsten Schritt die 2.000-USD-Marke in Angriff zu nehmen.

Zum guten Schluss: Am 21.02.1677, also heute vor 335 Jahren, verließ der niederländische Philosoph Baruch (Benedictus) de Spinoza, diese Welt. Von ihm werden die Worte überliefert:

„Was nennt ihr Wahrheit? Die Täuschung, die Jahrhunderte alt geworden.
Was Täuschung? Die Wahrheit, die nur eine Minute gelebt.“

Ich versuche in meinen Kommentaren die Trennung zwischen Wahrheit und Täuschung exakt aufzuzeigen. So wie oben stehend mit den beiden Charts zum Gold. In der Hoffnung, dass es gelingt, sende ich beste Grüße

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Bildquelle: Luftbildfotograf - Fotolia

Autor:

Rainer Heißmann

Der Bankkaufmann und Betriebswirt Rainer Heißmann ist ein Börsen-Profi durch und durch.

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