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Goldfixing – so wird der Preis pro Feinunze ermittelt

Das Ritual des Goldfixings war in der Vergangenheit stets über jeden Zweifel erhaben. Mögliche Fehler bei der Goldpreisfindung waren nahezu undenkbar. Inzwischen stehen Vorwürfe im Raum, dass es beim Goldfixing in der Vergangenheit zu Manipulationen gekommen ist. Dabei könnten auch Anleger und Investoren zu Schaden gekommen sein.

Um dies zu beurteilen, ist es wichtig zu wissen, wie der Goldpreis eigentlich zustande kommt. Am London Bullion Market (Markt für physisches Gold) wird seit 1919 der Preis für die Feinunze festgelegt. Seit 1968 erfolgt das Goldfixing 2 Mal täglich (um 10.30 und 15.00 Uhr Londoner Zeit). Die Regeln für das Ritual sind seit 1919 praktisch unverändert.

Im Rahmen eines Handelsprozesses unter Vorsitz einer Bank legen 5 Vertreter der sogenannten Bullionbanken den Preis der Feinunze fest. Der Vorsitz wechselt jährlich, wobei in den vergangenen Jahren die HSBC, Barclays Capital, Bank of Nova Scotia-ScotiaMocatta, die Société Générale und die Deutsche Bank dem Gremium angehörten. Die Deutsche Bank hat sich inzwischen aus dem Gremium zurückgezogen, da sie ihre Aktivitäten im Rohstoffbereich insgesamt etwas zurückfahren möchte.

Goldfixing – so wird der Referenzkurs festgelegt

Von 1919 bis 1968 wurde der Goldpreis in Pfund Sterling fixiert, seit 1968 wird der Goldpreis in US-$ ermittelt. Kamen die 5 beteiligten Banken vor 2004 noch in der Londoner City zusammen, wird heute nur noch telefoniert bzw. die Preise in ein Handelssystem eingegeben. Ziel ist es, so viele Transaktionen wie möglich zu einem Fixpreis abzuwickeln.


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Um den Fixkurs zu ermitteln, wird zunächst ein Preis vorgeschlagen, der sich an der letzten Goldtransaktion im Handel mit Banken orientiert. Binnen weniger Sekunden wird dieser Preis an andere Banken und deren Kunden weitergeleitet. So soll eine breite Masse an institutionellen Kunden erreicht werden.

Die Teilnehmer geben dabei an, welche Menge sie zu welchem Preis kaufen wollen. Das Goldfixing kommt zu dem Preis zustande, bei dem zwischen Kauf- und Verkaufsangeboten ein Gleichgewicht herrscht. In der Regel dauert dieser Vorgang 8 bis 12 Minuten, bis der Goldfixing-Chairman das Ergebnis bekannt gibt.

Referenzkurs und dessen Bedeutung für den Goldhandel

Der dabei festgelegte Referenzkurs gilt weltweit und betrifft Banken, Minengesellschaften und Investoren, die ihre Goldbestände bewerten. Aber auch Juweliere beziehen sich bei ihren Geschäften auf den Referenzkurs, der in London ermittelt wird.

Zudem ist der Referenzwert auch die Grundlage für Derivate-Geschäfte und betrifft damit auch Anleger, die mit Gold-Optionen handeln. Auch für Besitzer von Goldmünzen, Goldbarren und Goldminen-Aktien ist der Goldpreis ebenfalls interessant, hat dieser maßgeblichen Einfluss auf den Wert der Kapitalanlage.

Manipulationsverdacht und Bedeutung für den Anleger

In der Regel dauert der Goldfixing-Prozess nur wenige Minuten und ist damit nur eine Momentaufnahme des Marktes. Genau daran entzündet sich die Kritik. Kläger werfen den Geldhäusern vor, die Preise während der Telefonkonferenz manipuliert zu haben, bevor der Fixpreis den breiten Markt erreicht. Auffällig ist, dass es beim Nachmittags-Fixing oft zu deutlichen Einbrüchen beim Goldpreis kam.

Ob die Vorwürfe von Goldhändlern und Investoren begründet sind, steht noch nicht fest. Die Finanzaufsicht BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) und die britische Aufsichtsbehörde Financial Condact Authority (FCA) ermitteln noch.

Allgemein sollten Anleger beachten, dass Gold in Krisenzeiten traditionell als sicherer Hafen gilt. Kommt es zu einer Finanzkrise, flüchten institutionelle Anleger oft ins Gold, was den Preis in die Höhe treibt. Dies war insbesondere in Zeiten der Schuldenkrise zu beobachten, die den Goldpreis in die Höhe schnellen ließ.

Goldpreis10_Jahre

Quelle: Frankfurter Börse

Verbessert sich das Marktumfeld wieder, lässt der Gold-Hype nach und es kommt zu einem Preisverfall, wie dies seit Anfang 2013 zu beobachten war. Anleger sind daher gut beraten, wenn sie Gold als Depotbeimischung betrachten und nicht das gesamte Kapital in das gelbe Edelmetall investieren.

6. Mai 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands