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Goldgewinne versteuern: So retten Sie Ihr Geld

Die ersten „Erträgnisaufstellungen“ zur Abgeltungssteuer 2009 sind unterwegs. Aus der Vereinfachung – dies war das Versprechen der Politik – ist nichts geworden. Wir werden uns auf jede Menge Ärger einstellen müssen – oder je nach Lesart auf Chancen freuen dürfen.

Erstens ist bei weitem nicht alles geregelt, was hätte geregelt werden müssen und zweitens verstößt Vieles gegen geltendes Recht. Nutzen Sie dies aus – Sie zahlen bereits genug Steuern.

Eine Chance bietet sich Ihnen beim so genannten „Xetra-Gold“. Wer dieses Zertifikat wie viele tausend Investoren in Deutschland im Depot hat, muss jetzt auch diese Goldgewinne versteuern. Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 22.12.09 und etlichen Klarstellungen entschieden: dies ist eine Anleihe.

Goldgewinne versteuern im Fall Xetra-Gold: Legen Sie Einspruch ein

Falls Sie davon betroffen sind, legen Sie Einspruch gegen den Steuerbescheid ein. Ihre Chancen sind gut. Erste Emittenten des Zertifikats machen geltend, dass Sie als Investor Anspruch auf Lieferung des physischen Goldes haben. Wann immer Sie wollen, können Sie es sich senden lassen. Und damit ist das Zertifikat faktisch keine normale Anleihe mehr, sondern tatsächlich „hinterlegt“.

Meine Empfehlung: Ihr Widerspruch kann sehr einfach ausfallen. Schreiben Sie einfach, dass Sie wegen einer anderen Bewertung der Xetra-Gold-Position Widerspruch einlegen.

Nur so sichern Sie für den Fall, dass die Emittenten sich durchsetzen, die eigenen Ansprüche auch rückwirkend.

Eine zweite Chance ist noch einfacher

Lassen Sie sich das Gold tatsächlich senden. Wer das physische Gold länger als ein Jahr besitzt, muss auf Gewinne daraus keine Steuern mehr zahlen. Ihren Lieferanspruch machen Sie gegen die Emittentin Ihres Zertifikates geltend.

Noch eine Meldung zum Gold: Die Zentralbanken kaufen nach den jüngsten Daten immer mehr Gold auf statt abzustoßen. 18% der Weltvorräte sind inzwischen bei den Zentralbanken in den Depots. Sie misstrauen sich und ihren Währungen schlicht gegenseitig. Wer auch in Gold investiert, wird in den nächsten Jahren davon sicher profitieren.

Sie können Gold auch durch Silber „ersetzen“. Einziger Nachteil: physisches Silber ist für Krisenzeiten ungeeignet – es ist wesentlich immobiler als Gold. Hier nehmen Sie am besten den Abgeltungssteuer-Nachteil in Kauf und investieren in ein Zertifikat.

Goldgewinne versteuern: Wie läuft das?

Für Gold-ETCs, meist mit physischem Gold unterlegte Investments, müssen Sie Abgeltungssteuer zahlen. Ein Beispiel ist der Lyxor Gold Bullion Securities, ein Wertpapier, das an den Börsen gehandelt wird und das theoretisch jederzeit gegen Feingold eingetauscht werden kann.

Steuerlich gilt es deswegen trotzdem nicht als physisches Investment, sondern als Zertifikat: Was bedeutet: Es fällt unter die Abgeltungssteuer, sofern Sie Ihre Anteile nicht schon bis spätestens 14. März 2007 gekauft haben.

Gleiches gilt für Zertifikate, die den Goldpreis abbilden, ob nun währungsgesichert (so genannte Quanto-Zertifikate) oder nicht. Auch hier können Sie nicht damit rechnen, der Abgeltungssteuer zu entgehen, sollten Sie nicht obige Hinweise beherzigen.

30. März 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.