Liebe Leser,
2010 erlebte der Goldmarkt ein weiteres positives Jahr: zum zehnten Mal in Folge legte der Goldpreis zu. Doch seit Anfang Januar schwächelt der Preis für Gold und auch für Silber etwas. Ist es jetzt Zeit für eine größere Korrektur oder ist das nur eine kleine Verschnaufpause?
Für das World Gold Council ist die Antwort auf diese Frage ganz einfach: Es ist nur eine kleine Verschnaufpause. Im aktuellen Gold Investment Digest der gestern erschienen ist, weisen die Experten daraufhin, dass es noch sehr viele Gefahren an den internationalen Finanzmärkten gibt. Aus diesem Grund wird Gold auch in diesem Jahr weiter eine attraktive Anlageklasse bleiben. „Gold konnte 2010 einmal mehr überzeugen – nicht nur wegen des hohen Preiszuwachses von 29% sondern auch wegen der niedrigen Volatilität“, heißt es im aktuellen Bericht des World Gold Council. Und tatsächlich konnte das Edelmetall nicht nur mit dem Preisanstieg, sondern auch mit dem niedrigeren Risiko im Vergleich zu vielen anderen Rohstoffen überzeugen. 2010 lag die annualisierte Volatilität des Goldes bei rund 15%. Der Vergleichwert für Öl lag bei ca. 27% und Silber brachte es sogar auf mehr als 32%.
Die höhere Schwankungsbreite beim Silber zeigte sich dann am Jahresende 2010 auch mit einem deutlich höheren Preiszuwachs von rund 80%. Allein im vierten Quartal 2010 legte der Silberpreis um mehr als 38% zu. Doch beim Öl zahlte sich die höhere Schwankungsbreite im Vergleich zum Gold nicht aus. Hier gab es auf Jahressicht nur einen Preisanstieg um 22% bei der Sorte Brent Crude.
Grundsätzlich unterstreichen diese Zahlen das positive Chance-Risiko-Profil des Goldes. Das zog 2010 private aber auch sehr viele institutionelle Investoren an. Bei den vom World Gold Council analysierten Gold-ETFs gab es einen Nettozufluss von 361 Tonnen im Jahr 2010. Das war der zeithöchste Wert aller Zeiten nach dem Rekordjahr 2009. Insgesamt liegt der Bestand der Gold ETFs jetzt schon bei mehr als 2.000 Tonnen. Erst im Herbst 2008 hatten die ETF-Bestände die Marke von 1.000 Tonnen überschritten. Allein daran ist erkennbar, wie stark die Bedeutung von Gold als Anlageklasse im Zuge der Finanzkrise angewachsen ist.
Mit 1.420 Dollar pro Feinunze markierte der Goldpreis 2010 ein neues Allzeit-Hoch. Dieser positive Preistrend wirkte sich auch auf den Durchschnittspreis des vergangenen Jahres aus. Dieser fiel mit 1.224 Dollar rund 26% höher aus als im Vorjahr. Bei diesem deutlichen Zuwachs ist auch erkennbar, dass die Korrektur des Goldpreises in den ersten Wochen des neuen Jahres eine völlig normale Reaktion auf einen deutlichen Anstieg ist.
Wie nicht anders zu erwarten fiel auch die Korrektur beim Silber deutlich stärker aus. Aber auch hier gilt: die Trends sind weiterhin intakt. Und vor allem gilt auch weiterhin: die Finanzkrise ist zwar überwunden, aber es gibt noch so viele neue Probleme (vor allem durch die massiv steigenden Schulden rund um den Globus), dass Gold als sichere Anlageklasse weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Selbst wenn Sie noch kein Gold im Depot haben – ob nun als physisches Edelmetall oder als ETF - so können wir in Deutschland doch einigermaßen ruhig schlafen. Laut der aktuellen Berechnungen verfügt Deutschland mit 3.401,8 Tonnen über die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Mit weitem Abstand an der Spitze stehen die USA, bei denen die Reserven aktuell rund 8.133 Tonnen betragen.
Mit 1.054 Tonnen nimmt China in dieser Statistik nur den 6. Platz ein. Hier ergibt sich noch ein riesiges Potenzial. Denn während in den USA oder Deutschland der Goldanteil an den nationalen Devisenreserven bei jeweils mehr als 70% liegt, sind es im Vergleich dazu in China nur knapp 2%. Wenn also China seinen Goldanteil nur auf 4% steigern will, ergäbe sich daraus schon eine Nachfrage von mehr als 1.000 Tonnen. Nur zur Einordnung: die jährliche Minenproduktion liegt laut der aktuellen Daten des World Gold Council bei 2.420 Tonnen. Dies ist auf jeden Fall ein weiterer Wachstumstreiber für den Goldmarkt, denn China sucht ohne Frage Alternativen zu US-Anleihen, in die über Jahre hinweg massiv chinesisches Kapital geflossen ist. Gold ist hier ohne Frage eine lukrative Alternative mit steigenden Preisen zehn Jahre in Folge.
Bis morgen,
Heiko Böhmer
Chefredakteur „Privatfinanz-Letter“
Goldpreis steigt seit 10 Jahren: Aber wie lange noch?

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Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Wie Sie vom Boom in Rohstoffen profitieren, lesen Sie jetzt im kostenlosen Rohstoff Newsletter.
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