MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Grauer Kapitalmarkt: Die aktuell 5 gefährlichsten Fallgruben für Ihr Geld

Betrügereien am Kapitalmarkt haben Hochkonjunktur. Deshalb empfiehlt es sich bei den folgenden Angeboten besonders achtsam zu sein:

  • Geschlossene Fonds
  • Außerbörsliche Anleihen und Genossenschaftsanteile
  • Geldanlageangebote per E-Mail oder Telefon
  • Pushing im Internet
  • „Nigeria“-Connection

Geschlossene Fonds: Vorsicht vor überzogenen Gebühren und Renditeversprechen!

Geschlossene Fonds zählen zu den Lieblingen der Finanzvermittler. Denn hier kassieren diese die höchsten Provisionen – oftmals über 10% des Anlagebetrags. Entsprechend hoch sind die offenen und versteckten Kosten dieser Fonds. Neben Ausgabeaufschlag und Managementgebühren, wie Sie es von offenen Fonds kennen, verlangen sie zum Teil Beratungshonorar (für den Vermittler), Erfolgsbeteiligung und Abrechnungsgebühren. Und das summiert sich auf.

Je nach Fonds zahlen Sie über die gesamte Laufzeit bis zu einem Drittel Ihrer Einlage an Gebühren. Das macht es für geschlossene Fonds schwierig, für ihre Anleger eine vernünftige Rendite zu erzielen. Wenn beispielsweise 30% Ihrer Einlage für Gebühren draufgehen, muss der Fonds mit dem verbleibenden Betrag einen Gewinn von 43% erzielen, allein um die Gebühren wieder hereinzuholen – erst danach können Sie eine positive Rendite erzielen.

(Zu) optimistische Renditeprognosen für Privatanleger nicht überprüfbar

Üblicherweise geben geschlossene Fonds bei ihrer Auflage Prognosen über die zu erwarteten Ausschüttungen ab. Selbstverständlich fallen diese Prognosen zumeist optimistisch aus. Schließlich wollen die Anbieter ihre Fondsanteile verkaufen. Eine Garantie gibt es für Sie aber nicht.

Ob die Prognosen einigermaßen realistisch sind, kann nur von Fachleuten beurteilt werden. Sehen Sie solche Prognosen daher als das an, was sie tatsächlich sind: Werbebotschaften der Anbieter.

Praxisbeispiel Schiffsfonds: Anlegern droht Totalverlust und Nachforderung

Traurige Beispiele für die Unwägbarkeiten solcher Renditeprognosen geben derzeit geschlossene Schiffsfonds ab. Hier investieren Anleger in ein oder mehrere Containerschiffe und erhalten im Gegenzug einen Anteil vom Gewinn. Doch statt der in Aussicht gestellten hohen Renditen droht vielen Anlegern ein Totalverlust, denn die Containerschifffahrt blickt auf das fünfte Krisenjahr.

Die Prognosen wurden nicht einmal zur Hälfte erfüllt, und keiner weiß, wann die Krise zu Ende geht. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die geschlossenen Fonds, die auf Containerschiffe spezialisiert sind. Bei hunderten von Fonds reichen die Einnahmen nicht mehr aus, um die Kosten zu decken. Zehntausenden Anlegern droht Verlust. So wie beispielsweise bei gleich 11(!) Dr. Peters DS-Fonds.

Obwohl die Fondsbezeichnung DS für „Dynamik“ und „Sicherheit“ steht, wird fast ein Dutzend Fonds abgewickelt. Über 3.000 betroffene Anleger werden aufgrund der im Juli 2013 gestellten Insolvenzanträge ihr Geld vermutlich nicht wiedersehen. Hinzu kommt: Bereits erhaltende Ausschüttungen werden vom Insolvenzverwalter möglicherweise zurückgefordert.

Von dieser Stolperfalle dürfte bei Zeichnung des Fonds kaum ein Anleger gewusst haben – schließlich machen sich nur die wenigsten die Mühe, den zumeist über 100 Seiten starken Fondsprospekt gründlich durchzulesen. Was bleibt, lesen Sie häufiger: Anwälte der geschädigten Anleger stellen fest, dass die Banken oder Berater nicht ordnungsgemäß über die Risiken aufgeklärt wurden.

Außerbörsliche Unternehmensanleihen: Risiken überwiegen zumeist die Chancen

Banken vergeben heute nicht mehr so freizügig Kredite wie früher. Daher versuchen sich immer mehr Unternehmen, frisches Kapital direkt bei den Anlegern zu besorgen. Vor allem die Mittelständler ziehen dabei die außerbörsliche Variante der börsennotierten Anleihe vor. Neben geringeren Gebühren hat das für die Unternehmen auch den Vorteil, dass sie kleinere Anleihenvolumen herausgeben können.

Einen Teil der gesparten Gebühren geben die Unternehmen an die Anleger weiter. Die Verzinsung liegt daher über dem Niveau von Anleihen börsennotierter Unternehmen. Allerdings müssen Sie dafür auch einige Nachteile in Kauf nehmen, die Sie nicht unterschätzen dürfen.

3 Gründe sprechen gegen den Kauf von Anleihen im Direktvertrieb

Trotz der verlockenden Renditeaussichten kann der Kauf dieser Zinspapiere nicht empfohlen werden. 3 Gründe sprechen gegen eine solche Investition:

  1. Die Anleihen sind nicht börsennotiert. Damit fehlt Ihnen ein wichtiges Kontrollinstrument und die Möglichkeit, die Anleihen vorzeitig wieder zu verkaufen.
  2. Die Anleihen besitzen oftmals keine Bonitätsbewertung einer unabhängigen Rating-Agentur. Als Außenstehender können Sie die Risiken kaum abschätzen.
  3. Die Informationsbeschaffung ist schwieriger als bei börsennotierten Unternehmen.

Insbesondere auf den ersten Punkt – die Börsennotierung einer Anleihe – sollten Sie großen Wert legen. Wenn eine Anleihe regelmäßig an der Börse gehandelt wird, bietet das Ihnen als Anleger wichtige Vorteile:

  • Sie brauchen die Anleihe nicht bis zum Laufzeitende zu halten, sondern können sie an jedem Handelstag über die Börse verkaufen.
  • Die Kursentwicklung der Anleihe bietet Ihnen wichtige Informationen: Fällt der Kurs stark ab, sollten Sie überprüfen, ob das Unternehmen Probleme hat. Notfalls können Sie dann immer noch aussteigen, bevor Sie Gefahr laufen, Ihr Geld am Laufzeitende nicht zurückzubekommen.

Abzocke per Telefon, E-Mail und Fax: Alte Maschen funktionieren auch heute noch

Eine offenbar immer noch praktikable Masche, gutgläubige Anleger zu betrügen, sind Aktienempfehlungen per Telefon, Fax oder per Post. Wenn Ihnen am Telefon jemand einen „heißen“ Tipp geben will, legen Sie direkt auf, oder drohen Sie mit Anzeige, da dies verboten ist.

Gehen Sie keinen „heißen Tipps“ nach, die Sie per Fax erhalten

Wenn Sie ungefragt ein Fax mit einem „Insider-Tipp“ erhalten, sollten Sie die Nachricht direkt in den Papierkorb werfen. Das Verschicken derartiger Nachrichten ist verboten – den schnellen Gewinn gibt es nicht. Sie können die Seriosität besonders schnell in Frage stellen, wenn das Fax aus dem Ausland kommt. Denn die Betrüger nutzen Auslandsnummern, um die Strafverfolgung zu erschweren.

Vorsicht vor dubiosen Internet-Seiten!

Im Internet sind nicht alle Anbieter seriös. Betrüger können an nur einem Tag eine Internet-Seite präsentieren, die höchst professionell wirkt und sogar gefälschte Auszeichnungen enthält. Wenn auf diesen Seiten kostenlose Aktien-Tipps angeboten werden, sollten bei Ihnen die Alarmglocken schrillen. Nichts ist umsonst und der „kostenlose Geheimtipp“ ist meist nur heiße Luft.

Der Einzige, der bei diesen Tipps gewinnt, ist der Seitenbetreiber. Er ist bereits in der Aktie investiert und schafft eine künstliche Nachfrage. Um den Effekt zu verstärken, wird häufig eine kaum gehandelte Aktie im Cent-Bereich angepriesen. Ein Standardbeispiel für den Betrug sind völlig unbekannte Goldminen-Aktien. Um möglichst seriös zu wirken, werden sogenannte Pusher beauftragt, welche die Aktie in diversen Internet-Foren als einmalige Chance anbieten.

Dieses Pushen von Aktien ist verboten. Der Effekt ist teilweise so groß, dass die Aktien schnell um mehrere hundert Prozent steigen und dem investitionswilligen Anleger suggerieren, dass es sich wirklich um einen Geheimtipp handelt. Wenn dann der Seitenbetreiber seine Aktien verkauft, bricht der Aktienkurs zusammen und erholt sich nicht mehr. Die Nachfrage bleibt aus und Sie bleiben auf den Aktien sitzen oder müssen mit hohem Verlust verkaufen.

„Nigeria-Connection“: Die bekannte Betrugsmasche findet immer noch Opfer

Obwohl schon seit 20 Jahren immer wieder vor den Abzocktaktiken der „Nigeria-Connection“ gewarnt wird, fallen immer noch gutgläubige Anleger auf die Tricks rein. Das Vorgehen ähnelt sich dabei: Es wird Geld benötigt, um hinterher viel mehr Geld zu erhalten.

Mal sind es Rechtsanwaltsgebühren für zu Unrecht eingefrorene Konten, mal sind es Zollgebühren für Pakete, bei denen „schon Geldscheine herausschauen“, und mal sind es sogar Kosten für Grabungen an Stellen, an denen ein Schatz versteckt sein soll. Häufig beginnen die Betrüger mit kleinen Summen. Wenn der Anleger einmal angebissen hat, folgen Forderungen nach größeren Summen.

In einigen Fällen wird sogar Gewalt angedroht. Am Ende ist das Geld immer weg. Wenn Sie eine Mail von unbekannter Stelle erhalten, in der Ihnen nach einer Anzahlung viel versprochen wird, dann sofort damit in den Papierkorb. Allein schon das Nachfragen kann dazu führen, dass Sie regelmäßig betrügerische Mails erhalten. Die häufig organisierten Kriminellen besitzen ganze Pools mit Internetadressen potenzieller Opfer. Fallen Sie nicht auf solche Maschen herein!

9. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.