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Grauer Kapitalmarkt – GeVestor warnt vor unseriösen Anbietern

Als grauer Kapitalmarkt wird derjenige Teil des Kapitalmarktes bezeichnet, für den es keine oder nur wenige staatliche und gesetzliche Vorschriften gibt. GeVestor warnt vor dem unseriösen Markt, da sich dort auch Anbieter mit unlauteren Absichten tummeln können.

Generell verdammen kann man dieses Segment des Kapitalmarkts dennoch nicht. Es gibt auch viele seriöse Anbieter, die zwar riskante Produkte anbieten, das Risiko jedoch auch transparent kommunizieren.

Um den Verbraucher zu schützen, hat die Bundesregierung Gesetze zur Stärkung des Anlegerschutzes in diesem Bereich erlassen. Es ist dennoch allemal Vorsicht geboten, wenn man Geschäfte auf dem grauen Kapitalmarkt tätigen möchte.

Grauer Kapitalmarkt: klare Abgrenzung nicht möglich

Es existiert keine exakte Definition für den grauen Kapitalmarkt. In aller Regel wird darunter jedoch der nicht organisierte Teil des Kapitalmarkts mit fehlenden oder wenigen staatlichen Kontrollen verstanden. Es wird davon ausgegangen, dass geschlossene Fonds den größten Anteil am grauen Markt stellen.

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich hierbei meist um Fonds, deren Anteile man meist vor Ende der Laufzeit nicht oder nur schwerlich verlustfrei verkaufen kann.

Typisch sind auch diverse Unternehmensbeteiligungen, bei denen der Anleger das unternehmerische Risiko mitträgt und einen finanziellen Totalverlust erleiden kann.

Auch die Bereiche des Diamantenhandels oder Glücksspielbeteiligungen sind typische Angebote, die auf dem grauen Markt zu finden sind.

Die Vertriebswege am grauen Markt

Doch nicht nur die Art der Produkte ist ausschlaggebend. Auch die genutzten Vertriebswege sind sehr vielfältig und sollten beim Anleger mitunter Misstrauen wecken.

Werbung per Fax, E-Mail, Brief, in einem Prospekt oder einer Anzeige ist typisch für Produkte des grauen Markts. Sehr gängig ist jedoch auch der Weg über unaufgeforderte Telefonwerbung.

Natürlich sind die genannten Produkte und Vertriebswege kein Beweis dafür, dass es sich um unseriöse Anbieter handelt. Doch um sich zu schützen, sollte jeder Anleger einige Dinge beachten und hinterfragen.

Fazit von GeVestor: Unseriöse Angebote erkennen

Es ist nicht leicht, unseriöse Angebote sofort zu erkennen. Als Anleger sollte man generell jedoch nur investieren, wenn man das Investment verstanden hat und das Risiko und die Chancen gut einschätzen kann.

Man sollte sich also nicht von hohen Renditeversprechungen blenden lassen, sondern sich die nötige Zeit nehmen, um alles zu verstehen. Seriöse Anbieter üben meist keinen Zeitdruck aus.

Es ist also ratsam, den Verkaufsprospekt sehr genau zu lesen. Zudem lohnt oft ein Vergleich mit dem marktüblichen Zins, um unseriöse Angebote zu erkennen. Daneben sind die anfallenden Kosten zu beachten. Provisionen von Beratern und Vermittlern sowie weitere Gebühren können die Rendite erheblich schmälern.

Fazit: Ein gesundes Misstrauen zahlt sich für Anleger oft aus. Auch wenn es viele seriöse Anbieter gibt, so tummeln sich einige schwarze Schafe am grauen Kapitalmarkt. Schätzungen des Bundeskriminalamtes gehen davon aus, dass jährlich 20 bis 25 Mrd. € Schaden am grauen Markt entstehen.

11. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.