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Grenzsteuersatz: Berechnen leicht gemacht

Die Einkommensteuer wird auf das Einkommen natürlicher Personen erhoben. Als Bemessungsgrundlage dient das zu versteuernde Einkommen, das mit dem individuellen Einkommensteuersatz besteuert wird.

Bekommt ein Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung, ist das erst einmal Grund zur Freude. Da die Steuerbelastung in Deutschland allerdings stärker steigt als das Einkommen selbst, ist es wichtig zu prüfen, wie viel mehr Gehalt am Monatsende tatsächlich übrig bleibt.

Grenzsteuersatz: Die Definition

Zur Berechnung der Steuerlast, die auf das höhere Gehalt entfällt, und um herauszufinden, ob und inwieweit sich eine Erhöhung des zu versteuernden Einkommens wirklich lohnt, wird der Durchschnitts- und der Grenzsteuersatz herangezogen.

Als Grenzsteuersatz bezeichnet man den Steuersatz, mit dem die jeweils nächste Einheit der Steuerbemessungsgrundlage belastet oder entlastet wird. Somit kann nicht nur der Fall der Gehaltserhöhung, sondern auch eine Gehaltsminderung beurteilt werden.

Der Grenzsteuersatz: Berechnen und abwägen

Zur Veranschaulichung von Steuerberechnung und Grenzsteuersatz hier ein Rechenbeispiel mit einfachen fiktiven Zahlen und ohne direkten Bezug zur Lohn- und Einkommensteuertabelle: Bei einem zu versteuernden Einkommen von 0 € im Veranlagungszeitraum beträgt die Einkommensteuer 0 €.

Erhöht sich die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer auf beispielsweise 7.000 €, bleibt auch dieses Einkommen steuerfrei und die Einkommensteuer beträgt ebenfalls 0 €.

Bei einer weiteren Erhöhung des zu versteuernden Einkommens auf 7.770 € fällt nun Einkommensteuer in Höhe von 77 € an – das entspricht einem fiktiven Steuersatz von 10% – hier spricht man vom Grenzsteuersatz.

Im Gegensatz zum Grenzsteuersatz stellt der Durchschnittssteuersatz das Verhältnis zwischen der Bemessungsgrundlage und dem Steuerbetrag dar – in diesem Fall heißt das: Auf das gesamte zu versteuernde Einkommen in Höhe von 7.770 € fallen 77 € Einkommensteuer an – das entspricht einem Durchschnittssteuersatz von 0,99%.

Grenzsteuersatz berechnen und bares Geld sparen

Je höher das zu versteuernde Einkommen ist, umso stärker ist die Steuerbelastung. Wer allerdings viel Steuern zahlt, hat auch höheres Einsparpotential. Bei voraussichtlichen Gehaltsänderungen lohnt es sich, den Grenzsteuersatz für das zusätzliche Entgelt zu berechnen und seine Ausgaben und Werbungskosten entsprechend zu planen.

Ist für den kommenden Veranlagungszeitraum eine deutliche Steigerung des zu versteuernden Einkommens zu erwarten, ist es sinnvoll, Ausgaben und Werbungskosten, insofern das möglich ist, in diesen kommenden Veranlagungszeitraum zu schieben. Die zusätzliche Steuerbelastung kann so gemindert werden.

Grenzsteuersatz: Strategie ist wichtig

Eine geeignete Möglichkeit des Steuersparens bietet die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge zur Rürup-Rente während der Ansparphase. Arbeitnehmer, die für die Zukunft mit einem sinkenden zu versteuernden Einkommen rechnen müssen, lenken die Ausgaben und Werbungskosten am besten so, dass diese noch die Steuerbelastung des aktuell höheren Entgelts abfedern.

Fazit: Den Grenzsteuersatz zu berechnen und daraus Strategien für die Planung von Einkommen und Ausgaben zu entwickeln, lohnt sich in den meisten Fällen. Am besten gleich berechnen und sparen!

17. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Melanie Alibrandi
Von: Melanie Alibrandi. Über den Autor

Melanie Alibrandi arbeitet als Office Manager bei einem internationalen Unternehmen und schreibt als freie Autorin Texte für verschiedene Projekte. Aufgrund Ihrer Ausbildung als Steuerfachangestellte und dem weiterführenden Studium im selben Bereich gilt ihr Interesse den privaten Finanzen - speziell den privaten Steuern und der Vermittlung ihres Wissens an ihre Leser.