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Grexit – Keine Sorge vor einem Euro-Ausstieg Griechenlands

Grexit (Griechenland und „Exit“) steht für den Ausstieg Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung Euro. Auch wenn das Ergebnis aktueller Verhandlungen mit Griechenland noch offen ist, so fragen sich viele Anleger, was eine plötzliche Rückkehr des Landes zur Drachme und die drohende Staatspleite bedeuten würde.

Zunächst: zum Grexit kommt es dann, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) keine weitere Vergabe von Notfallkrediten an die griechischen Banken über die Notenbank in Athen genehmigt. Das wahrscheinliche Szenario wären kurzfristige Turbulenzen an den Finanzmärkten.

Grexit-Szenario: DAX kurzfristig im Minus

Vom Notausstieg Griechenlands aus dem Euro wäre anfangs auch der DAX betroffen. Die meisten Experten gehen von einem Kursrutsch zwischen 5% und 7% aus. Allerdings sollte sich der deutsche Leitindex schon nach wenigen Wochen wieder kräftig erholen.

Das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft ist ungebrochen und zwischenzeitlich gesunkene Kurse sind für Investoren eher ein Anreiz, sich günstig mit Aktien einzudecken.

Anleger an der Börse Athen jedoch müssten sich auf herbe Verluste gefasst machen. Problematisch sind vor allem griechische Banktitel. Die haben ohnehin schon bis zu 30% verloren.

Zudem ist davon auszugehen, dass vielen Banken bereits nach wenigen Wochen die Luft ausgeht, wenn Hilfszahlungen ausbleiben. Stellt sich die Frage, ob eine Kapitalflucht und Bankenpleiten andere südeuropäische Länder infizieren würden.

Was dagegen spricht: Erstens haben die meisten europäischen Banken ihre Griechenland-Investments drastisch reduziert. Und zweitens wurden die Sicherungssysteme im europäischen Bankensystem mittlerweile ausgebaut.

Eurokurs: vorübergehend im leichten Rückwärtsgang

Beim Grexit dürfte auf jeden Fall der Euro anfänglich unter Druck geraten. Was dafür spricht ist die Tatsache, dass die EZB zur Stabilisierung zunächst zusätzliche Staatsanleihen kaufen wird. In der Folge wird das Zinsniveau weiter gedrückt, womit eine Abwertung des Euro einhergeht.

Gerechnet wird allgemein mit einem Kursrückgang von derzeit 1,14 US-$ auf 1,08 US-$. Nur wenige Szenarien sehen ein kurzfristiges Unterschreiten der Währungsparität auf 0,90 US-$ voraus. Fast einheitlich jedoch wird von einer baldigen Erholung des Euro ausgegangen.

Dabei spielen zwei Gründe mit eine Rolle: Zum einen wäre der Euroraum mit Griechenland ein Dauerproblem los. Zum anderen wird dies die Bemühungen anderer Sorgenländer wie Spanien oder Portugal bestärken, ihre Reformen weiter voranzutreiben. Das wiederum stärkt das Vertrauen der Finanzmärkte.

Anleihezinsen: Krisenländer mit Zuschlag

Andererseits: Ein Grexit würde zugleich das „Ewigkeitsversprechen“ der Währungsunion untergraben, demzufolge kein Euroland aus der Gemeinschaftswährung entlassen wird. Wenn dann Investoren weitere Euro-Austritte nicht mehr ausschließen, dürften die Risikoaufschläge italienischer oder spanischer Staatsanleihen zulegen – gerechnet wird mit bis zu 2 Prozentpunkten.

Sparer, die hierzulande auf höhere Zinsen hoffen, würden jedoch enttäuscht werden. Die Rendite deutscher Bundesanleihen dürfte Richtung Nulllinie fallen. Schon jetzt bringen 10jährige Bundespapiere nur 0,3% Zinsen.

Fazit: Die Folgen eines Grexit wären überschaubar und dürften letztlich den Euro stärken. Für deutsche Anleger gibt es wenig Anlass zur Beunruhigung. Im Gegenteil, bei kurzfristigen Turbulenzen wird es Kursmöglichkeiten am Aktien- und am Devisenmarkt geben.

4. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.