von Günter Hannich

Griechenland-Hilfe: Das ist der völlig falsche Weg

Griechenland - ein Fass ohne Boden?

Griechenland - ein Fass ohne Boden?

Jetzt ist das zweite Rettungspaket für Griechenland da.

Noch mal 130 Mrd. Euro für ein Land am Rande des Bankrotts. Kann dieses Paket den Bankrott verhindern?

Kurzfristig ja. Aber mittel- bis langfristig verteuert es nur die ohnehin schon ausufernden Kosten.

Das jetzt von den Politikern gefeierte Paket ist der falsche Weg. Das sehen auch immer mehr Ökonomen so. So äußerte sich jetzt der Bankenexperte Wolfgang Gerke im Hinblick auf das Paket: „Die Griechen kommen so auf keinen grünen Zweig. Sie sparen sich tot.“

Genau das ist das Kernproblem Griechenlands: Einer am Boden liegenden Volkswirtschaft immer neue Sparauflagen zu präsentieren, führt nicht zum gewünschten Ziel. Gerkes Schlussfolgerung: „Griechenland braucht einen radikalen Schnitt und eigene Währung.“

Bankenexperte Gerke: „Der Fall Griechenland wird immer teurer werden.“

Der Gefahren eines solchen Schritts ist sich Gerke bewusst: „Die Pleite wird Auswirkungen haben, aber es wird noch schlimmer kommen, wenn man die Pleite verschiebt. Der Fall Griechenland wird immer teurer werden.“ Gerke geht an diesem Punkt weiter, als es die Politiker in diesen Tagen tun.

Hier ist es doch vielmehr so, dass das neue Rettungspaket als großer Schritt gefeiert wird. Doch es zögert die Pleite Griechenlands nur heraus. Und zudem müssen die EU-Bürger weiter die Zeche bezahlen.

Eine grundlegende Lösung für Griechenland kann aber nur darin bestehen, dass man das Land wieder wettbewerbsfähig macht. Doch innerhalb der Euro-Zone mit einer Gemeinschaftswährung ist das nicht möglich. Es muss also zu einem Währungsschnitt kommen, damit Griechenland den Neuanfang starten kann.

Diese Option sieht das neue Rettungspaket nicht vor. Es werden jetzt weitere Milliardensummen nach Griechenland gepumpt. Das gibt klare Signale an die Finanzmärkte.

Und schon vor der Einigung ging es an den Börsen klar nach oben. Wie so oft orientiert sich hier politisches Handeln an Stimmungen und nicht an der wirklichen Problemlösung.

Neues Hilfspaket sendet falsche Signale an andere Euro-Staaten

Nun stellt sich die Frage: Wie geht es eigentlich mit den anderen Euro-Wackelkandidaten weiter? Zuletzt hat die Verschärfung der Krise in Griechenland die Ereignisse in Portugal oder Spanien in den Hintergrund gedrängt.

Hier sendet das neue Sparpaket auch das falsche Signal: Wenn die bisherigen Hilfen nicht ausreichen, gibt es einfach ein neues Hilfspaket und die Problemlösung wird so einfach weiter in die Zukunft verschoben. Wenn sich diese Ansicht in Portugal ausbreitet, ist es gut möglich, dass aus Lissabon schon bald das nächste Hilfegesuch kommt.

Am Ende werden alle noch verbliebenen starken Euroländer für die schwachen Länder aufkommen müssen. Und raten Sie mal, wer auf jeden Fall bei den Zahlern mit dabei ist?

Das ist natürlich Deutschland. Das wird so lange weitergehen, bis auch wir in eine ernste Krise geraten und nur um das politische Euro-Projekt mit aller Kraft zum dauerhaften Erfolg zu verhelfen.

 
 
Bildquelle: laurent hamels - Fotolia

Autor:

Günter Hannich

Günter Hannich ist Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz. Wie Sie Ihr Geld sicher durch die nächste Welle des Crashs 2011 bringen, lesen Sie im kostenlosen Newsletter Hannich Vertraulich.