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Griechenland lässt Europa erzitten: Diese Folgen hätte ein „Grexit“

In Griechenland wird es vorgezogene Neuwahlen geben. Eine Nachricht, die die Eurokrise auf einen Schlag wieder ins Bewusstsein von Medien und Bevölkerung gerückt hat. Denn derzeit liegt die europakritische griechische Linkspartei in den Wahlumfragen in Führung.

Deren charismatischer Spitzenkandidat Alexis Tsipras geht mit der Botschaft auf Stimmenfang, Schuld an der Misere des Landes seien vor allem das Spardiktat der EU und deren Zinsforderungen. Gepaart mit vollkommen überzogenen (weil nicht finanzierbaren) Wahlversprechen kommt dies bei der Bevölkerung gut an.

Die Folgen: Während der Euro auf Talfahrt geht, wird bereits kräftig über einen möglichen Euro-Austritt Griechenlands, den sogenannten „Grexit“ spekuliert.

Nur Verlierer bei einem „Grexit“ – und doch ein mögliches Szenario

Klar ist: Ein „Grexit“ hätte für beide Seiten gravierende negative Folgen. Wenn Griechenland seine Schulden nicht mehr zurückzahlt, müssen Europas Banken und Steuerzahler zweistellige Milliardensummen abschreiben. Dies könnte wirtschaftlich schwache Staaten in Bedrängnis bringen.

Griechenland könnte dadurch zwar die Zinsen sparen, müsste die neue eigene Währung jedoch so stark abwerten, dass die Preise für alle Importwaren zwangsläufig explodieren würden. Trotzdem ist ein „Grexit“ ein realistisches Szenario.


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Denn sollte Alexis Tsipras die Wahl am 25. Januar 2015 gewinnen, so dürfte es aufgrund der sehr weit entfernten Positionen beider Seiten schwer werden, eine Einigung über die griechischen Schulden zu erzielen. Denn eine (oder auch beide) Seite(n) müsste(n) für eine Einigung erhebliche Zugeständnisse machen – und das würde politische Probleme mit sich bringen.

Entweder verabschiedet sich Alexis Tsipras komplett von seinen Wahlversprechen, was ihm seine Glaubwürdigkeit kostet – oder die EU-Staatschefs machen größere Zugeständnisse und stehen vor ihrer eigenen Wählerschaft schlecht da. Und wenn beide Seiten keinen Gesichtsverlust risikieren wollen, steht möglicherweise am Ende doch der Euro-Austritt Griechenlands – den eigentlich niemand haben will.

Die Gefahren eines „Grexit“ für die Eurozone

Die Schulden von Griechenland gegenüber anderen EU-Staaten belaufen sich auf rund 200 Mrd. Euro. Gut 50 Mrd. davon sind Kredite und Bürgschaften aus Deutschland. Glaubt man den deutschen Politikern und Volkswirten, könnte Deutschland einen Totalausfall verkraften.

Finanziell schwächer gestellten Staaten dürfte dies schon mehr Schwierigkeiten bereiten. Hier könnte es zu einem ähnlichen Szenario kommen wie vor Jahren in Portugal, Spanien und Italien: Sobald Zweifel an der Finanzkraft eines Landes aufkommen, schnellen die Zinsen für die Anleihen dieser Länder in die Höhe.

Dies bringt die betroffenen Staaten zusätzlich in Bedrängnis. Sollte der vor einigen Jahren gespannte Rettungsschirm dafür nicht ausreichen, müssten Notenbanken und andere EU-Länder nochmals zur Hilfe eilen – wenn sie es denn finanziell stemmen können.

Die größte Gefahr liegt aber sicherlich darin, dass die Bevölkerung den Glauben an das Finanzsystem verliert und massiv Geld von den Banken abhebt. Bei einem flächendeckenden Bankenrun in allen EU-Ländern wäre sogar selbst der größte Rettungsschirm nutzlos. Daher versuchen die Politiker auch mit verbalen Beruhigungspillen der Bevölkerung die Angst vor einem „Grexit“ zu nehmen.

Ist ein „Grexit“ der Anfang vom Ende des Euro?

Hart würde ein „Grexit“ auch den Euro treffen, der ohnehin seit Monaten ein Tief nach dem anderen markiert. Nicht wenige Experten geben der europäischen Gemeinschaftswährung ohnehin nur eine begrenzte Lebensdauer – zu unterschiedlich sind die finanziellen Voraussetzungen und auch die Vorstellungen in Sachen Finanzpolitik der einzelnen Mitgliedsstaaten.

Der „Grexit“ könnte sich als der erste große Schritt auf dem Weg zum Eurocrash erweisen. Damit wäre ein Präzedenzfall geschaffen, der in Zukunft anderen Ländern den Ausstieg erleichtern würde. Nach und nach würde dies den Euro immer mehr aufweichen.

Wie Sie sich vor einem Eurocrash absichern können

Die aktuellen Ereignisse haben die Wahrscheinlichkeit für einen Eurocrash spürbar erhöht. Spätestens jetzt sollten Sie, selbst wenn Sie zu den Optimisten zählen, damit beginnen, Ihr Vermögen vor einem möglichen Eurocrash zu wappnen. Zu den Investments, die Ihnen höchste Sicherheit im Fall der Fälle bieten, zählen Edelmetalle, die immer schon ein verlässlicher Krisenschutz waren, ebenso wie Fremdwährungen.

Sollte das Euro-Experiment eines Tages scheitern, so werden Hartwährungen wie der Schweizer Franken und die Norwegische Krone erheblich aufwerten. Es lohnt sich daher, zumindest einen Teil Ihres Geldes in solche Krisenschutz-Investments anzulegen.

4. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.