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Grillsaison: 5 Urteile, die vor dem Angrillen beachtet werden sollten

Der Mai 2015 hat begonnen und das heißt der unentschlossene April ist rum und wir können endlich auf warmes Wetter hoffen. Dabei darf natürlich eines nicht fehlen: Das Grillen.

Doch man sollte bedenken: Wer häufig den Grill anschmeißt und zu geselligen Grillpartys einlädt, gefährdet Streit mit den Nachbarn. Hier wurden 5 Gerichtsurteile zusammengestellt, die jeder Vermieter und Mieter kennen sollte. Sowohl die Mieter als natürlich auch die Vermieter selbst können bei den Nachbarn negativ auffallen, wenn der Grilldunst ständig herüberzieht.

Nachbarn dürfen nicht beeinträchtigt werden

Klar: Ihnen schreibt niemand vor, wie oft Sie grillen dürfen und Sie leben in einem freien Land. ABER: Die Nachbarn dürfen nicht zu stark beeinträchtigt werden.

Sie müssen natürlich auch eine gewisse Toleranz für Grillabend zeigen – doch auf der anderen Seite dürfen sie auch nicht zu stark beeinträchtigt werden.


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1. Ein vertragliches Grillverbot

Vermieter und Hauseigentümer haben die Möglichkeit, das Grillen in der Hausordnung zu untersagen. Die Hausordnung ist nämlich Teil des Mietvertrages – der Mieter muss sich also daran halten.

In einem Fall vor dem Landgericht Essen hatte das der Mieter nicht getan. Der Vermieter, der ihm wegen häufiger Grill-Abende gekündigt hatte, bekam Recht. Nach mehrfachem Abmahnen, konnte er sich auf die Hausordnung berufen, die das Grillen ohnehin verbot. (Az. 10 S 438/01)

2. 16 Grillabende in 3 Monaten – Beeinträchtigung nachweisen

Vor dem Landgericht München stritten sich zwei Hauseigentümer aus Unterhaching und ihr Nachbar. Sie beklagten, dass dieser zwischen Mai und August ganze 16 Mal gegrillt hat. Das ging ihnen zu weit.

Ständig zog der Rauch in die Schlaf- und Wohnräume und war somit eine starke Beeinträchtigung. Doch trotzdem bekam der Grillfan vor Gericht Recht. Denn: Das Paar konnte die Beeinträchtigung nicht nachweisen – das wäre aber notwendig gewesen. (Az. 15 S 22735/03)

3. WEG: uneingeschränkte Grillerlaubnis ist rechtswidrig

Wenn man Teil einer Eigentümerversammlung ist, kommt es nicht nur darauf an, was hier mehrheitlich beschlossen wird. In einem Fall vor dem Landgericht Düsseldorf hatte eine WEG mehrheitlich eine uneingeschränkte Grillerlaubnis beschlossen. Doch dagegen ging einer der Eigentümer gerichtlich vor.

Das Landgericht Düsseldorf (Az. 25 T 435/90) entschied daraufhin, dass die uneingeschränkte Grillerlaubnis unwirksam sei. Jeder Wohnungseigentümer dürfe sein Sondereigentum, den Balkon, nur so nutzen, dass den anderen Eigentümern kein Nachteil entstehe. Dies sei durch den Rauch und die Gerüche vom Grill aber der Fall.

4. Grilldauer durch Urteil festgelegt – nicht länger als 2 Stunden

Bereits im Jahr 1996 entschied das Amtsgericht Berlin-Schöneberg über die zulässige Grilldauer. Demnach darf man bis zu 25 Mal im Jahr grillen. Allerdings nur, wenn es nicht länger als 2 Stunden dauert und die 21-Uhr-Grenze nicht überschreitet. (Az. 3C 545/96)

5. Grillen mit Holzkohle auf dem Balkon stört die Nachbarn

Dürfen Mieter in einem Mehrfamilienhaus auf dem Balkon grillen? Nein – zumindest wenn es nach den Richtern des Amtsgerichts Hamburg geht. Das Entschied, dass ein Mieter eines Mehrfamilienhauses andere Mieter durch Dunst und Rauch des Holzkohlegrills stört. Ein Gasgrill wäre jedoch eine mögliche Alternative. (Az. 40C 229/72).

28. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Yannick Esters
Von: Yannick Esters. Über den Autor

Yannick Esters schreibt für den GeVestor-Newsletter "Immobilien-Telegramm" und ist Fachmann für die Immobilien-Branche.