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Grunderwerbsteuer: Bemessungsgrundlage sollte überprüft werden

Gern hält Vater Staat bei Ihnen als Immobilieneigentümer die Hand auf.

Dies gilt insbesondere bei der Grunderwerbsteuer, wenn Sie ein neues Objekt erwerben.

Fiskus nahm 6,9 Milliarden Grunderwerbsteuer ein

Immerhin hat der Fiskus in 2007 über 6,9 Milliarden € Grunderwerbsteuer vereinnahmt.

Im Vergleich dazu: Die hart umkämpfte Erbschaftsteuer hat lediglich 4,2 Milliarden € gebracht. Trotzdem ist die Grunderwerbsteuer für den Fiskus eher eine Nebeneinnahme.

Diese Steuersätze müssen Sie bezahlen

Für Sie als Immobilienerwerber hingegen schlägt sie ordentlich zu Buche. Während Berlin und Hamburg sogar einen Steuersatz von 4,5% verlangen, schlagen die übrigen Bundesländer mit 3,5% des Kaufpreises zu.

In der Mehrzahl der Bundesländer müssen Sie beim Immobilienkauf also immer noch 350 € pro 10.000 € Immobilienkaufpreis zahlen.

Die Steuersätze der Grunderwerbsteuer müssen Sie grundsätzlich auf die Gegenleistung anwenden, die Sie erbringen, um die Immobilie zu erhalten.

In aller Regel wird es sich hierbei ganz einfach um den Kaufpreis handeln.


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Prüfen Sie die Berechnung des Finanzamts genau

Dennoch ist Vorsicht geboten. Denn wenn das von Ihnen erworbene Objekt beispielsweise eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat, gehört diese nicht unbedingt mit zur Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer.

Viele Finanzbeamte scheint dies jedoch nicht zu kümmern und so wird die Fotovoltaikanlage einfach mit besteuert.

Dabei sind mittlerweile schon zwei Verwaltungsanweisungen ergangen, welche die Grunderwerbsbesteuerung von Solar- und Fotovoltaikanlagen eindeutig regeln.

Dabei handelt es sich um einen Erlass der Finanzbehörde Hamburg (Az. 53 – S 4521 – 009/06) und eine Verfügung der Oberfinanzdirektion Hamburg (Az. S 2241 A – 110 – St 213).

Fotovoltaikanlagen oft nicht Teil der Bemessungsgrundlage

Aufgrund der Verwaltungsanweisungen gehören Fotovoltaikanlagen, die auch zur Erzeugung und Einspeisung von Strom in das öffentliche Energienetz dienen, nicht zur Bemessungsgrundlage bei der Grunderwerbsteuer.

Insofern darf die Grunderwerbsteuer hierauf nicht von Ihnen verlangt werden.

Die Festsetzung des Finanzamts sollten Sie dabei unbedingt prüfen, da der Unterschied erheblich sein kann.

Wenn die Fotovoltaikanlage auf dem Dach Ihrer neu gekauften Immobilie beispielsweise einen Wert von 25.000 € hat, sparen Sie in Berlin und Hamburg 1.125 € Grunderwerbsteuer. In den übrigen Bundesländern sind es immerhin auch noch 875 €.

Grunderwerbsteuer nur bei ausschließlicher Selbstnutzung

Wenn Sie jedoch den über Ihre Fotovoltaikanlage erzeugten Strom nicht einspeisen, sondern ausschließlich selbst verbrauchen, fällt sehr wohl Grunderwerbsteuer auf den Wert der Anlage an.

Gleiches gilt für Ihre Solaranlage, die zur Heizung oder auch nur Heizungsergänzung bzw. zur Warmwasserversorgung dient.

Der Fiskus macht hier den Unterschied also bei der Verwendung der jeweiligen Anlage.

Sofern Sie nämlich die über die Solar- oder Fotovoltaikanlage erzeugte Energie ausschließlich selbst in Ihrem Haus verbrauchen, sind die Anlagen auch ausschließlich für die Nutzung des Hauses bestimmt.

Der Gesetzgeber betrachtet die Anlagen daher als einen Gebäudebestandteil, der untrennbar zum Haus gehört. Die Folge: Sie kommen um die Grunderwerbsteuer nicht herum.

Wenn Sie hingegen erzeugte Energie in das öffentliche Netz einspeisen, verkaufen Sie diesen Strom an den lokalen Energieversorger und werden diesbezüglich zum Unternehmer.

Die Anlage dient daher nicht mehr ausschließlich der Immobilie, sondern Ihrem Unternehmen. Die Folge hier: Die Grunderwerbsteuer kümmert Sie nicht.

Steuerpflicht trotz Einspeisung: Diese Ausnahme gibt es

Eine Besonderheit müssen Sie jedoch noch beachten: Wenn es sich bei der Fotovoltaikanlage um eine dachintegrierte Anlage (sogenannte Solarziegel) handelt, ersetzen diese ein normales Dach und werden daher wieder zum Gebäudebestandteil.

Auch wenn Sie in einem solchen Fall den erzeugten Strom ins Netz einspeisen, dienen die Dachziegel in erster Linie als Dachersatz und damit der Nutzung als Gebäude.

Die Besteuerung durch die Grunderwerbsteuer müssen Sie sich in diesem Fall daher gefallen lassen.

21. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.