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Grundlagen der Wirtschaft: Konjunktur

Jeder Anleger und Börsianer, egal ob Klein-, Privat- oder Großinvestor, lebt davon, die Mechanismen der Finanzmärkte und der Wirtschaft im Allgemeinen zu verstehen. Nur auf diesem Erfahrungsfundament ist es ihm möglich, aktuelle Entwicklungen in den richtigen Kontext zu bringen und korrekt einzuschätzen. Einer dieser grundlegenden Begriffe ist die Konjunktur.

Wirtschaft: Konjunktur hängt von vielen Faktoren ab

Der Begriff stammt aus dem Lateinischen (von „coniungere“ verbinden) und bezieht sich auf die verschiedenen Einflussfaktoren, die in der konjunkturellen Entwicklung zusammenspielen. Ganz allgemein ist damit die wirtschaftliche Lage einer bestimmten Region oder eines Landes gemeint, und zwar hauptsächlich im Hinblick auf ihre Produktion.

Jede Volkswirtschaft verfügt über ein theoretisches Produktionspotential, das idealerweise seinem Maximum entgegenstrebt. In der Realität erreicht aber kein Land sein Produktionspotential, die wirtschaftliche Lage ist immerwährenden Schwankungen unterworfen. Der Begriff Konjunktur bezeichnet die jeweilige Auslastung dieses Produktionspotentials.

Ein weiterer Aspekt sind Schwankungen bezüglich anderer ökonomischer Größen wie zum Beispiel des Beschäftigungsanteils der Bevölkerung, der Preise für Güter und Dienstleistungen sowie des Zinssatzes, der auf geliehenes bzw. verliehenes Geld angerechnet wird.

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Auch die allgemeine Nachfrage nach Produkten und Gütern und das Konsumverhalten einer Gesellschaft wirken sich auf die Konjunktur aus, sofern sie ebenfalls zu Veränderungen des Auslastungsgrades der Produktionskapazitäten führen.

Fast so alt wie die Menschheit selbst: Wirtschaft und Konjunktur

Diese allgemeinen Faktoren und Einflüsse existieren unabhängig von der Komplexität einer Volkswirtschaft. Schon im Mittelalter und der frühen Neuzeit gab es konjunkturelle Schwankungen. Das Phänomen, dass die Wirtschaft durch Nachfrage und Produktionssteigerung beeinflusst wird, ist also beinahe so alt wie die Menschheit selbst.

Deswegen kann die Wirtschaftswissenschaft auch auf einen beträchtlichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, wenn es um die Analyse und Einordnung solcher Phänomene geht. Im Hinblick auf die Konjunktur hat sich sogar ein spezieller Fachbereich etabliert, der ausschließlich auf das Verständnis und die Beschreibung dieser Auslastungsschwankungen abzielt, nämlich die Konjunkturtheorie.

Grundlagen der Wirtschaft: Konjunktur verläuft in zyklischen Phasen

Zu den fundamentalsten und bahnbrechendsten Erkenntnissen der Konjunkturtheorie gehört, dass die konjunkturellen Schwankungen einer Marktwirtschaft stets zyklisch ablaufen, sich also irgendwann wiederholen.

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Dabei entsteht ein festes und teilweise vorhersagbares Ablaufmuster mit eindeutig erkennbaren Umkehrpunkten, das als Konjunkturzyklus bezeichnet wird. Ein solcher Zyklus besteht aus unterschiedlichen Einzelphasen, die ebenfalls anhand historischer Daten als stabil und wiederkehrend identifiziert werden können.

Dabei werden folgenden Konjunkturphasen unterschieden: die Aufschwungphase, die Hochkonjunktur, die Abschwungphase und die Tiefphase oder Depression. Innerhalb der Konjunkturtheorie werden zudem unterschiedliche Zyklus-Modelle benannt, die sich in der zeitlichen Ausdehnung der angenommenen konjunkturellen Entwicklung unterscheiden.

Diese wären der Kitchin-Zyklus (Zeitraum 3-4 Jahre), der Juglar-Zyklus (Zeitraum 7-11 Jahre, oftmals als der eigentliche Konjunkturzyklus angesehen) und der Kondratieff-Zyklus (Zeitraum 50-60 Jahre). Für Anleger ist es wichtig zu wissen, dass bestimmte konjunkturelle Indikatoren existieren, die als Grundlagen für marktwirtschaftliche Prognosen verwendet werden können.

13. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.