MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Grundschuld löschen beim Hausverkauf – Ausgaben, Abwägung, Alternativen

Ist beim Hausverkauf eine Grundschuld auf die Immobilie eingetragen, stellt sich für Käufer und Verkäufer die Frage, ob sie diese löschen sollen oder nicht.

Natürlich möchte ein Käufer ein Haus wenn möglich lastenfrei übernehmen, weshalb das Löschen einer Grundschuld nahe liegend erscheint. Das aber ist mit erheblichen und meist unnötigen Kosten verbunden. Es gibt Alternativen.

Grundschuld löschen oder übertragen

Die meisten Häuser sind mit Grundschulden belastet. Grund: Eigentümer kommen damit leicht an günstige Darlehen, und für die Bank sind sie eine ideale Kreditbesicherung. Praktisch dabei: Auch wenn ein Kredit abbezahlt ist, bleibt die Grundschuld bestehen und kann für weitere Kredite verwendet werden – ein zentraler Vorteil gegenüber einer Hypothek, die mit der Kredittilgung automatisch erlischt.

Dieser Vorteil allerdings bringt es mit sich, dass ein Käufer das eingetragene Grundpfandrecht mit übernimmt. Beim Hausverkauf bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder die Grundschuld wird gelöscht oder auf den Käufer übertragen.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


Löschung: lastenfrei aber teuer

Vielen Käufern mag der Gedanke nicht behagen, eine Besicherung zu übernehmen, mit der eine Bank oder Bausparkasse bei offenen Forderungen in die Immobilie vollstrecken kann. Eine Löschung sorgt natürlich für vollständige Bereinigung.

Den Aufwand dafür trägt der Verkäufer. Der beantragt eine Löschungsbewilligung und bezahlt die Gebühren für Notar und Grundbuchamt. Seine Kosten belaufen sich etwa bei einer Immobilie im Wert von 150.000 € auf rund 300 €.

Damit kann der Käufer ohne eigene Kosten die Immobilie lastenfrei übernehmen. Das aber sollte gut überlegt sein. In der Regel stecken beim Kauf die Unwägbarkeiten weniger in der Grundschuld als im Zustand des Hauses.

Was, wenn dem neuen Eigentümer plötzlich einfällt, dass er nun doch renovieren oder umbauen will und einen größeren Kredit dafür benötigt? Dann muss er erneut eine Grundschuld eintragen lassen, was inklusive Notar bis zu 600 € kosten kostet.

Abtretung: preiswerte Perspektive

Dies lässt sich mit der Abtretung einer bereits eingetragenen Grundschuld vermeiden. Sind sich beide Vertragsparteien einig, muss der Verkäufer die Grundschuld lediglich stilllegen lassen. Stimmt die Summe der Grundschuld mit dem Finanzierungsbedarf überein, umso besser.

Der Käufer sollte sich auf jeden Fall von der Bank bestätigen lassen, dass alle Schulden getilgt sind. Dafür darf sie keine Gebühren verlangen, was schon der Bundesgerichtshof bestätigt hat (Az. XI ZR 244/90).

Die Grundschuld bleibt im Grundbuch bestehen und wird mit einem entsprechenden Vermerk an die Hausbank des Käufers abgetreten. Kosten: ca. 300 €. Aber selbst die kann sich der Käufer sparen, wenn er mit den Konditionen der bisher eingetragenen Bank einverstanden ist und dort den Kredit aufnimmt. Von einer Abtretung statt Löschung und Neueintrag können Käufer und Verkäufer profitieren.

Treuhandkonto als Notfallplan

Sollte ein Verkäufer seinen besicherten Kredit noch nicht komplett getilgt haben, so gibt es auch hierfür eine Lösung: Der Verkäufer lässt sich beim Notar ein Treuhandkonto einrichten, auf das die Kaufsumme einzahlt wird. Von diesem Treuhandkonto, das nun zur Kreditbesicherung dient, wird der Rest getilgt. Besteht die Bank bei vollständiger Rückzahlung auf einer Vorfälligkeitsentschädigung, wird eben nach Fahrplan abbezahlt.

Übrigens: Verkäufer sollten stets ans Finanzamt denken – Stichwort Spekulationssteuer. Wurde das Haus nicht selbst oder von der Familie genutzt, entfällt die Steuer auf den Verkaufsgewinn erst nach Ablauf von 10 Jahren Haltefrist.

5. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.