MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Grundschuld löschen – Kosten und vermeidbare Posten

03Es gibt verschiedene Beweggründe, eine Grundschuld zu löschen – sei es, weil ein Kredit getilgt ist oder weil beim Hausverkauf der Käufer auf eine Löschung besteht.

Wer Wert auf eine absolut lastenfreie Immobilie legt, muss aber mit erheblichen Kosten rechnen. Noch dazu wenn, eine alte Grundschuld gelöscht und eine neue eingetragen wird.

Grundschuld löschen oder abtreten: Kostenvergleich

Eine Grundschuldlöschung ist stets mit Ausgaben verbunden aber nicht immer nötig. Je nach Interessenslage lassen sich die Kosten vermeiden. Die günstigere Alternative besteht darin, die Grundschuld an einen Käufer oder zur Anschlussfinanzierung mit besseren Konditionen an eine andere Bank abzutreten.

Für die Kosten wird generell der Geschäftswert zugrunde gelegt, der sich nach dem Kapital der Grundschuld richtet. Wird etwa eine Grundschuld über 150.000 € abgetreten, braucht man eine Abtretungserklärung des eingetragenen Gläubigers, der Bank.

Dieses Dokument kostet notariell beglaubigt 70 €. Hinzu kommt die Umschreibung beim Grundbuchamt, was 140 € Gebühr kostet. Die Ausgaben für diesen Vorgang betragen insgesamt 210 €.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


Ganz anders die Zahlen bei Löschung und Neueintragung. Hier kostet die Unterschriftsbeglaubigung einer Löschungsbewilligung seitens der Bank 70 €. Das gleiche noch mal für die Beglaubigung des Löschungsantrags.

Außerdem will der Notar 280 € für die Urkunde der neuen Grundschuld. In gleicher Höhe liegt die Gebühr für deren Eintragung beim Grundbuchamt, wobei dort bereits 140 € für die Löschung der alten Eintragung berechnet wurden. Das alles summiert sich auf 840 €.

Kosten sparen bei Löschung

Ganze 630 € erspart also die Abtretung. Die Zahlen sind netto wohlgemerkt, denn bei Anwälten bzw. Notaren kommen noch Mehrwertsteuern hinzu. Zudem beziehen sie sich auf die Form der Buchgrundschuld. Bei einer Briefgrundschuld sind die Beträge ca. 30% höher.

Nun gab es allerdings Fälle, in denen eingetragene Kreditgeber, sprich Banken, Grundschulden an andere Institutionen verkauften, die dann völlig überraschend eine Zwangsvollstreckung betrieben. Die betroffenen Immobilieneigentümer fielen aus allen Wolken und mussten vor Gericht ziehen.

Allein schon um derartige Machenschaften zu vermeiden, bevorzugen viele sicherheitshalber eine Löschung und nehmen die Mehrkosten in Kauf. Hier aber sollte man die Kosten genau im Auge behalten. So lassen sich beispielsweise sogenannte Auswärtsgebühren von meist 50 € sparen, wenn man die Formulare selbst zum Notar bringt. Wer die Urkunden selbst zum Grundbuchamt bringt, spart weitere 28 €.

Augen auf bei Bankgebühren

Achtung: Banken berechnen immer wieder Posten, die teils unnötig sind, teils sogar unberechtigt. Nicht selten kassieren sie über 100 €, wenn sie die Löschung einer Grundschuld ermöglichen. Eine Löschungsbewilligung aber gehört zu den Aufgaben der Bank.

Sie hat kostenfrei zu erfolgen, wie der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte (AZ.: XI ZR 244/90). Irgendwelche Anfertigungskosten sind nicht zulässig. Auch darf die Bewilligung im Kreditvertrag nicht als Hauptleistung ausgewiesen werden, wie das Oberlandesgericht in Köln urteilte (AZ: 13 U 95/00).

Nur externe Kosten dürfen Banken als Auslagenersatz in Rechnung stellen. Dazu gehören etwa die Beglaubigung durch einen Notar oder der Versand der Unterlagen. In Sachen Beglaubigung macht es übrigens einen Unterschied, ob es sich um eine Bank oder eine Sparkasse handelt.

Sparkassen können die Löschungsbewilligung selbst beglaubigen. Der Notar ist überflüssig. Auslagen dafür dürfen sie nicht berechnen. So auch ein BGH-Urteil vom 08.05.2012 (AZ: XI ZR 61/11). Ebenso wenig eine „Stempelgebühr“, wie der BGH bereits 1991 entschied (AZ: XI ZR 244/90).

Wer also eine Grundschuld löschen will, sollte genau auf die Kosten schauen. Sparen lässt sich teilweise bei den Notarkosten für Beurkundungen. Ist der Gläubiger eine Sparkasse, ist sie kostenfrei. Und wer in Hessen wohnt, kann sich Dokumente für ein paar Euro auch am zuständigen Ortsgericht beurkunden lassen.

3. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.