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Grundsicherung: Diese Kriterien für die „Mindestrente“ müssen erfüllt sein

Im Sozialstaat Deutschland muss niemand Not leiden, weshalb eine Absicherung im Alter auch für Niedrigverdiener gegeben ist. Diese sogenannte Grundsicherung wird häufig fälschlicherweise als Mindestrente bezeichnet, die es so in Deutschland aber eigentlich gar nicht gibt. Die Höhe der Rente richtet sich nach dem individuellen Versicherungsleben einer Person und wird nicht anhand eines Mindestbetrags festgesetzt.

Für Personen, die aber über sehr lange Zeit Sozialleistungen empfangen haben und somit nicht für ihr eigenes Versicherungskonto gearbeitet haben, gibt es aber die Möglichkeit die Grundsicherung zu beantragen. Auch Personen, die weniger als 35 Jahre gearbeitet haben oder trotz voller Erwerbstätigkeit zu wenig verdient haben, können diese Grundsicherung beantragen.

Kommt die Mindestrente in Höhe von 850€?

Im Jahr 2012 hat die SPD Pläne für eine Mindestrente in Höhe von 850€ vorgelegt, bis zum Jahr 2014 wurde dieses Konzept aber nicht durchgesetzt. Die Grundsicherung sieht Leistungen vor, die den Sozialhilfeleistungen (Hartz IV) entsprechen, sprich: die Grundsicherung ist genauso hoch wie Hartz IV-Geld. Im Gegensatz zu Hartz IV wird bei der Grundsicherung aber nicht auf das Geld von Eltern oder Kindern zurückgegriffen.

Die Grundsicherung wird unabhängig von der Altersrente gezahlt, Betroffene müssen allerdings die Altersgrenze für die Rente erreicht haben. Für alle Jahrgänge ab 1964 gilt die Altersgrenze ab 67 Jahren.

Wann Bedürftige eine Grundsicherung erhalten

Betroffene Personen können die Grundsicherung dann beantragen, wenn folgende Aspekte gegeben sind:

  • Das Vermögen beziehungsweise die bezogene Rente ist so gering, dass es für den Lebensunterhalt nicht reicht
  • Das gesamte Einkommen liegt unter der Grenze von 773€

Die Grundvoraussetzung, um die Grundsicherung beantragen zu können, ist ein fester Wohnsitz in Deutschland. Auch eine dauerhafte und volle Erwerbsminderung kann für Personen ab 18 Jahren ein Grund sein, die Grundsicherung zu beantragen.

Wer erhält keine Grundsicherung?

Keinen Anspruch auf Grundsicherung haben Asylbewerber und Personen, die im Ausland leben. Wer in den zehn Jahren vor Antragsstellung seine Bedürftigkeit fahrlässig herbeigeführt hat, hat ebenfalls keinen Anspruch auf die Grundsicherung. Fahrlässig herbeiführen bedeutet, dass vorhandenes Vermögen verschenkt oder leichtfertig verloren wurde. Solche Fälle werden gesondert geprüft.

Die Grundsicherung ist in dem Sinne aber keine Mindestrente. Sie wird in voller Höhe aus Steuermitteln finanziert und für ihre Bezahlung ist der Sozialhilfeträger zuständig. Für den Lebensunterhalt liegt die Grundsicherung im Jahr 2016 bei 404€ für Alleinerziehende und 364 € für Paare, 324 € für Erwachsene im Haushalt anderer, 306 € für Jugendliche (14 bis 17 Jahre), 270 € für Kinder (6 bis 13 Jahre) und 237 € für alle anderen Kinder.

Hinzu kommen Kosten für Wohnen in angemessener Höhe, Kranken- und Pflegeversicherung, Beiträge in angemessener Höhe für die Vorsorge und ein angemessenes Sterbegeld. Was angemessen ist und was nicht, entscheiden die Sozialhilfeträger, die die Grundsicherung vergeben.

Betroffene sollten ihren Antrag so schnell wie möglich stellen

Für Betroffene gilt, auch wenn es keine direkte Mindestrente gibt, muss in Deutschland niemand hungern. Erfüllen die Antragsteller die erforderlichen Kriterien, wie einen deutschen Wohnsitz oder eine Rente unter 773 €, stehen die Chancen gut, dass sie die Grundsicherung erhalten. Betroffene sollten schnell handeln, da die Grundsicherung erst ab dem Zeitpunkt der Antragsstellung gewährt wird.

1. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.