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Grundversorgung im Alter: Die gesetzliche Rente

Die gesetzliche Rentenversicherung wurde 1891 von dem damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck eingeführt. Mit der Rente wollte er dem wachsenden Einfluss der Sozialdemokraten etwas entgegensetzen.

Damals lag das Renteneintrittsalter bei 70. Ansonsten ist das Prinzip, das der gesetzlichen Rentenversicherung zugrunde liegt, heute noch dasselbe wie damals.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist für die meisten Menschen noch immer die wichtigste Vorsorge

Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlen einen bestimmten Prozentsatz des monatlichen Einkommens in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Sobald der Arbeitnehmer in Rente geht, bekommt er jeden Monat seine Rente ausgezahlt. Bis an das Ende seines Lebens.

Je mehr Entgeltpunkte, desto höher die Rente

Dreh- und Angelpunkte für die Berechnung der gesetzlichen Rentenversicherung sind die Entgeltpunkte. Für die Berechnung der Entgeltpunkte wird der Durchschnittsverdienst aller gesetzlich Rentenversicherten in Deutschland herangezogen.

Dieser wird durch den individuellen Verdienst des Versicherten geteilt.

Hat der Versicherte Rentenbeiträge bezahlt, die einem durchschnittlichen Verdienst entsprechen, bekommt er einen Entgeltpunkt. Bezahlte er Rentenbeiträge, die der Hälfte eines Durchschnittseinkommens entsprachen, bekommt er nur einen halben Punkt.

Bei einem Verdienst in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze, springen etwa 2,1 Entgeltpunkte heraus, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund mitteilt. Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist für die Führung der Versicherungskonten verantwortlich.

Zudem entscheidet sie, ob eine Rentenversicherungspflicht vorliegt und erteilt Auskünfte rund um die Rente sowie zu den Versicherungsverläufen. Zu guter Letzt zahlt die Deutsche Rentenversicherung Bund die Renten an die Versicherten und die Hinterbliebenen aus.

Immer weniger Rente im Laufe der Jahre

Viele Versicherte wundern sich, warum in einer alten Rentenauskunft eine viel höhere Rente berechnet wurde. Des Rätsels Lösung liegt in den vielen Änderungen im Rentenrecht, die in den letzten Jahren vorgenommen wurden.

So wurden Zeiten wie Schulausbildung, die bei der Berechnung der Rente berücksichtigt wurden, gekürzt. Renten, die schon bewilligt wurden, können durch die Änderungen des Rentenrechts aber prinzipiell nicht gekürzt werden.

Grundversorgung durch die Rente: Eine gesicherte Zukunft?

Belohnen und bestrafen – so heißt das Prinzip. Auch bei der Altersvorsorge. Der Staat belohnt denjenigen, der eine vergleichsweise feste Verrentungsvariante wählt, mit Steuervorteilen. Bestraft werden die Steuerzahler, die sich möglichst flexibel auf ihren Ruhestand vorbereiten möchten.

Mein Kollege Dr. Erhard Liemen vom Fachblatt „Der Deutsche Wirtschaftsbrief“ hat Investmentfonds und fondsgebundene Rentenpolicen verglichen.

Altersvorsorge: Gesetzliche Rente reicht nicht

Keiner weiß, wie sich die politische und wirtschaftliche Lage in den nächsten Jahren entwickeln wird. Sicher ist nur eins: Der deutsche Fiskus wird dauerhaft seinen komfortablen Anteil abknapsen wollen. Und auch die Inflation wird sich ihren Teil sichern.

Jeder weiß inzwischen, dass die gesetzliche Rente allein nicht reicht für die Altersvorsorge. Aber längst nicht alle Bürger haben daraus ihre Konsequenzen gezogen.

Altersvorsorge: Steuersystem belohnt und bestraft

Eine Besonderheit des bundesdeutschen Steuersystems sollten Anleger unbedingt im Auge behalten: Der deutsche Staat belohnt finanzielle Einschränkungen, bestraft aber die Freiheiten, so der Vorsorge-Fachmann Dr. Erhard Liemen.

Wer die feste Verrentung wählt, stellt für den Staat kein Risiko dar und erhält im Gegenzug Steuervorteile. Wer dagegen Wert auf Flexibilität legt, muss das Kapital ohne Privilegien ansparen.

Altersvorsorge: Investmentfonds vs. fondsgebundene Rentenpolice

Fondssparpläne haben den Vorteil einer großen Flexibilität und Anpassung an alle Lebensphasen. Die Sparraten können jederzeit erhöht oder gesenkt werden. Auch eine Aussetzung der Zahlungen ist möglich. Was der Anleger nach der Auszahlung mit dem Geld macht, ist seine Sache. Ab 2009 fällt aber die Abgeltungssteuer an. Und zwar auf sämtliche Zinsen, Dividenden und Kursgewinne.

Bei einer fondsgebundenen Rentenpolice bleiben Sie in der Sparphase von dieser Steuer verschont. Ein Nachteil ist hier allerdings die wesentlich höhere Kostenbelastung. Die Laufzeiten sind vertraglich festgelegt. Wer vorher aussteigen will, muss dafür oft einen hohen Preis zahlen. Zudem kann Ihnen niemand garantieren, wie hoch die spätere Rente tatsächlich sein wird.

Altersvorsorge: Tatsächliche Rentenhöhe bei Fonds unklar

Je nachdem, wie die Entwicklung an den Kapitalmärkten verläuft, fallen auch die Fondsergebnisse aus. Bei einer guten Wertentwicklung über viele Jahre können dem Anleger durchaus solide Renditen zufließen. Sollte es aber schlecht laufen, sind Verluste nicht auszuschließen.

Urteil des Experten Dr. Erhard Liemen: Legen Sie großen Wert auf Sicherheit, eignen sich fondsgebundene Lebensversicherungen nicht für die Altersvorsorge.

15. August 2008

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Sabine Philipp
Von: Sabine Philipp.