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Grundwissen für Anleger: Wie sich Teilausführungen vermeiden lassen

Kauft man Aktien von großen Unternehmen, braucht man sich keine Gedanken machen, ob man sie auf einen Schlag verkaufen kann. Diese Titel werden so häufig gehandelt, dass es immer genügend Käufer und Verkäufer gibt.

Versteckte Gebühren

Anders ist es bei weniger liquiden Titeln, wie zum Beispiel kleineren Nebenwerten oder Aktien aus dem Ausland. Hier kommt es relativ häufig vor, dass Kauf- oder Verkaufsaufträge nur zum Teil ausgeführt werden.

Je nachdem, über welchen Börsenplatz und Broker man Aktien verkauft, können die Teilausführungen ins Geld gehen. So werden dann nicht nur einmal Gebühren fällig, sondern jedes Mal, wenn ein Teil des Auftrags ausgeführt wird.

Die Konkurrenz belebt aber zum Glück das Geschäft. Einige Anbieter achten bereits darauf, ihre Kunden vor Teilausführungen zu schützen. Ein Beispiel dafür ist der Börsenplatz Stuttgart. Dort sind Teilausführungen bis zu einem Volumen von 10.000 € nicht mehr möglich. Vorsicht vor hohen Gebühren beim Aktienkauf


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Dies gilt bei deutschen Wertpapieren von DAX, MDAX, SDAX und TecDAX sowie bei ausländischen Aktien von Dow Jones, Nasdaq 100, Eurostoxx und einigen mehr.

Beim Börsenplatz München oder auch auf Xetra gibt es einen solchen Schutz noch nicht. Es ist daher sinnvoll, sich vor dem Handel über die Details zur Teilausführung zu informieren.

Orderzusätze schützen nicht vor Teilausführung

Ein beliebter Irrglaube sind Orderzusätze, die einen vor Teilausführungen bewahren sollen. So werden oft „Fill or Kill“ oder auch „All or Nothing“ genannt. Was in der Theorie schön und passend klingt, sieht in der Realität aber leider anders aus.

Eine „Fill or Kill“-Order bedeutet, dass der Auftrag entweder abgebrochen wird oder komplett ausgeführt wird. Erhält man zur Order passende Gegenangebote, die innerhalb des gewünschten Limits liegen, werden diese ausgeführt.

So weit, so gut. Der Haken ist dabei allerdings, dass die Gegenangebote zu unterschiedlichen Preisen eintreffen können, die alle zum Limit passen. Diese werden gesammelt, bis das gesamte Ordervolumen erreicht ist. Dann wird zwar die gewünschte Order vollständig ausgeführt, aber trotzdem in Teilen.

Selbst die Deutsche Börse hat offiziell bekannt gegeben, es gibt keinen Orderzusatz, der Teilausführungen vollständig ausschließen kann.

Liquidität ist der Schlüssel zum Erfolg

Kommen Teilausführungen regelmäßig vor, können sich dadurch die Kosten summieren. Insofern sollten besonders Kleinanleger darauf achten, über wen sie ihre Aktien kaufen und wie Teilausführungen berechnet werden.

Wie lassen sich Teilausführungen vermeiden? Indem man sich auf liquide Titel konzentriert. Genau das ist der entscheidende Punkt. Das Spektrum an möglichen Investitionen ist riesig. Ein wichtiger Teil vor einem Investment ist die Recherche – und dabei gilt auch zu überprüfen, wie liquide der gewünschte Titel ist und wo er besonders häufig gehandelt wird.

Die schönste Trading-Idee kann nach hinten losgehen, wenn man seinen Gewinn nicht mitnehmen kann. Entweder weil die Aktien kaum gehandelt werden oder weil zu viele Gebühren anfallen. Deshalb ist ein Fokus auf große Indizes, Aktien und aktive Börsenplätze von Vorteil. Das ist mindestens genauso wichtig wie das Wissen, ob man bei seinem Broker vor Teilausführungen geschützt ist.

5. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.