Die Weltwirtschaft und die Kapitalmärkte werden seit Monaten von drei Krisenherden in Atem gehalten.
Nun gab es in der vergangenen Woche überraschend positive Nachrichten aus der US-Wirtschaft. Aber Anleger müssen die guten Daten richtig einordnen.
Börsianer haben es seit Monaten nicht leicht. Neben der hohen Volatilität belasten gleich drei Krisen die Märkte. Eigentlich sind es sogar fünf Krisen, aber die Krisenherde „Iran“ und „Inflation/hohe Rohstoffpreise“ haben zumindest vorerst etwas an Bedeutung verloren.
Dies gilt besonders für die Inflationssorgen. Denn die Inflationsraten in den Emerging Markets, allen voran in Asien, sind in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. Diese Kuh ist derzeit vom Eis.
Stattdessen stehen die Krisenherde „EU-Schuldenkrise“, „Entwicklung der US-Wirtschaft“ und „Wachstum der asiatischen Wirtschaften/China“ im Rampenlicht (und zwar in dieser Reihenfolge).
Denn wenn sich die Situation in Europa beruhigt und die US-Wirtschaft wieder Tritt fasst, reduziert sich der dritte Krisenherd ebenfalls sehr schnell. Natürlich gibt es zahlreiche individuelle Faktoren, die in der Wirtschaftsentwicklung der Schwellenländer eine Rolle spielen.
So schweben über China immer noch die Sorgen um Blasen im Immobilienmarkt und im Kreditmarkt. Aber wenn die Wirtschaften der Industrieländer wieder an Wachstum gewinnen, werden die Emerging Markets, vor allem im exportorientierten Asien, schnell Rückenwind bekommen.
US-Wirtschaft steht besser da als die Märkte denken
Genau in diesem Bereich gab es vergangenen Freitag sehr positive Nachrichten aus den USA. Die wichtigen Arbeitsmarktdaten sind deutlich besser ausgefallen, als die Märkte erwartet hatten. Die neuen Zahlen zeigen: Die US-Wirtschaft steht besser da, als es die meisten Marktteilnehmer derzeit wahrnehmen.
So stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im Januar um 243.000 Arbeitnehmer. Diese Zahl war fast doppelt so hoch wie die Markterwartungen von 125.000 neuen Stellen. Dies ist der stärkste Zuwachs seit April 2011.
Die Arbeitslosenquote fiel auf 8,3 Prozent – ebenfalls besser als die Analysten prognostiziert hatten (8,5 Prozent). Dies ist der tiefste Stand seit Februar 2009. Diese Entwicklung steht in völligem Kontrast zu der negativen Marktpsychologie bezüglich des US-Arbeitsmarktes.
Diese neuen Zahlen sind Wasser auf die Mühlen der US-Wirtschaft. Denn diese wird vom eigenen Binnenmarkt getragen. Je mehr Amerikaner einen Job haben, desto mehr Geld fließt in den Konsum.
Gleichzeitig beruhigt die rückläufige Arbeitslosigkeit die Psyche der US-Bürger zu Themen wie finanzielle Sicherheit oder Arbeitsplatzverlust. Die sinkende Unsicherheit führt dazu, dass Amerikaner wieder bereit sind, mehr Geld für Konsumartikel auszugeben.
Die UBS hat deshalb ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in den USA im ersten Quartal 2012 deutlich erhöht. Man rechnet nun mit einem Wachstum von 2,3 Prozent.
Die alten Prognosen lagen nur bei einem Wachstum von 1,5 Prozent. Es geht also aufwärts im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Aber die dunklen Wolken in der Euro-Zone sind noch nicht vertrieben.



