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Gutschein-Geschenke: Wie lange sie gültig sind

„Ich habe neulich einen Tagesgutschein zum Besuch einer Therme bekommen, bin aber aktuell erkältet und bald einen ganzen Monat im Urlaub. Kann ich ihn danach noch einlösen?“

Das fragte kürzlich jemand aus meinem Bekanntenkreis.

Diese Frage dürfte sicher auch Sie interessieren. Findet sich mittlerweile doch inzwischen zu fast jedem feierlichen Anlass mindestens ein Gutschein-Geschenk.

Zunächst einmal ist zu unterscheiden zwischen:

  • Gutschein-Geschenken, die jemand für Sie gekauft hat, und
  • Werbe-Gutscheinen, etwa von Ladengeschäften, Händlern oder sonstigen Unternehmen über deren eigene Leistungen.

Gekaufte Gutscheine sind in der Regel 3 Jahre gültig

Bei gekauften Gutscheinen gilt: Wenn kein Gültigkeitsdatum draufsteht, sind sie 3 Jahre gültig. Das entspricht der gesetzlichen Verjährungsfrist im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 195 BGB).

Die Frist beginnt übrigens erst nach Ende des Jahres zu laufen, in dem der Gutschein ausgestellt wurde (§ 199 Abs. 1 BGB).

Konkret heißt das für die Gutscheine, die Sie z.B. zu Weihnachten geschenkt bekommen haben: Mit dem Jahreswechsel hat die Verjährungsfrist begonnen. Somit sind diese Gutscheine bis Ende des 3. Jahres nach Erhalt problemlos einlösbar.

Es kann allerdings sein, dass der Gutschein ein Datum enthält, bis zu dem er gültig ist. An dieses Datum sollten Sie sich unbedingt halten und ihn vorher einlösen.

Zu kurz darf diese aufgedruckte oder handschriftlich eingetragene Gültigkeitsfrist allerdings nicht bemessen sein.

Konkret: In der Regel muss der Gutschein mindestens 1 Jahr gültig sein. Außerdem müssen besondere Gründe die Befristung rechtfertigen.

Das hat die laufende Rechtsprechung festgelegt. Bei Dienstleistungen (Friseur, Kosmetikerin, Nagel- oder Massagestudio) könnten das beispielsweise steigende Lohnkosten sein, bei Waren etwa steigende Energie- oder Materialkosten.

Werbe-Gutscheine: Händler legt Gültigkeitsfrist und Bedingungen fest

Andere Regeln gelten, wenn Sie – etwa als Stammkunde – von Ihrem Händler einen Gutschein geschenkt bekommen; etwa einen Einkaufsgutschein über 10€, einzulösen im Ladengeschäft des Ausstellers.

Hier gilt: Der Händler darf festlegen, wie lange der Gutschein gilt. Befristet er ihn etwa auf nur 1 Monat, dann müssen Sie den Gutschein vorher einlösen, damit er nicht verfällt.

Auch andere Bedingungen kann der Aussteller bei Werbe-Gutscheinen einseitig diktieren; etwa, dass eine Einlösung nur ab einem bestimmten Einkaufswert möglich ist, z.B. 50€.

Geld statt Ware? – Das geht nicht!

Eines ist übrigens weder bei gekauften, noch bei Werbe-Gutscheinen möglich: Die Auszahlung in Form von Bargeld.

Das können Sie als Kunde nicht vom Aussteller verlangen. Sie haben ausschließlich ein Anrecht auf die Ware oder Dienstleistung, für die der Gutschein gedacht ist.

Welche Person den Gutschein einlöst, ist übrigens nicht von Belang, auch dann nicht, wenn auf dem Gutschein ein ganz anderer Name steht. Wer in Besitz des Gutscheins ist, darf ihn auch einlösen.

Denn ein Gutschein ist stets ein sogenanntes Inhaberpapier – und damit nicht an eine bestimmte Person gebunden (§ 807 BGB).

Mein Tipp für Sie: Auch wenn Sie sich bei vielen Gutscheinen viel Zeit mit der Einlösung lassen könnten, sollten Sie doch nicht zu lange warten. Denn die Erfahrung zeigt: Liegt der Gutschein erst einmal in einer Schublade, wird er leicht vergessen.

Falls Ihnen ein Gutschein-Geschenk nicht zusagt, geben Sie es doch einfach im Verwandten- oder Freundeskreis weiter.

Es macht nichts, wenn Ihr eigener Name draufsteht; einlösen kann ihn trotzdem jemand anders. Es wäre doch jammerschade, wenn er ungenutzt verfiele!

2. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.