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Häusliches Arbeitszimmer – als Arzt Steuern sparen

Im Bereich des Steuerrechts werden die Gesetze häufig geändert und angepasst. Zum Beispiel gab es in den vergangenen Jahren auch einige neue Regelungen für ein häusliches Arbeitszimmer. Arzt und Lehrer gehören hier zu den betroffenen Berufen.

Nachdem die Regelungen für den Abzug von häuslichen Arbeitszimmern mit dem Steueränderungsgesetz 2007 deutlich verschärft wurden, ruderte man mit dem Jahressteuergesetz 2010 wieder zurück. Doch es gilt zu beachten, dass die Gesetzeslage heute dennoch nicht identisch mit den Regelungen vor 2007 ist.

Häusliches Arbeitszimmer: Arzt kann unter bestimmten Voraussetzungen profitieren

Seit 2007 galt: Steuerlich absetzen lässt sich das häusliche Arbeitszimmer nur dann, wenn es den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung darstellt. Ärzte und Lehrer gehörten zu den Berufsgruppen, die von dieser Regelung am meisten betroffen waren. Medizinische Gutachten oder Unterrichtsvorbereitung im häuslichen Arbeitszimmer sollten nicht mehr geltend gemacht werden können.

Dies wurde jedoch als verfassungswidrig eingestuft, so dass die Regelung überarbeitet werden musste. Dabei sind jedoch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. So muss – nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes – das Arbeitszimmer in die häusliche Sphäre eingebunden sein. Es darf sich also nicht um einen extra angemieteten Raum in einem anderen Gebäude handeln. Auch Publikumsverkehr gilt nicht als Merkmal eines häuslichen Arbeitszimmers.

Zudem sollte der Raum durch eine Tür von den anderen privaten Räumen abgetrennt sein und auch die Einrichtung kann eine entscheidende Rolle spielen. Schreibtisch, Stuhl und Regal gelten als typische Einrichtung für ein häusliches Arbeitszimmer. Ärzte, Lehrer und Co. sollten jedoch beispielsweise auf ein TV-Gerät oder ein Bett verzichten.

Häusliches Arbeitszimmer: Arzt kann bis zu 1.250 € geltend machen

Ein besonders wichtiger Punkt ist auch, dass dem Nutzer des häuslichen Arbeitszimmers kein anderer Raum am Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Bei Ärzten, die in einem Krankenhaus angestellt sind, ist dies häufig der Fall. Üben diese zum Beispiel eine freiberufliche Gutachtertätigkeit aus, kann dafür in der Regel ein häusliches Arbeitszimmer geltend gemacht werden.

Bei Ärzten mit eigener Praxis ist die Situation heikler und es kann zu unterschiedlichen Einzelfallentscheidungen kommen. Hilfreich ist es, wenn man sich vom Arbeitgeber bescheinigen lässt, dass kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden kann. Sind die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer erfüllt, können bis zu 1.250 Euro pro Jahr anerkannt werden.

Dabei handelt es sich um einen objektbezogenen Höchstbetrag, welcher vom Steuerpflichtigen nachzuweisen ist. Dieser kann als Betriebsausgaben oder Werbungskosten angesetzt werden. In dieser Thematik ist oft Bewegung und es kommt häufig zu neuen Urteilen. So sind die Grundsätze zwar nun bekannt, doch viel hängt von der individuellen Situation ab.

Sollte man anhand der Grundsätze feststellen, dass eine Inanspruchnahme der Absetzbarkeit fraglich sein könnte, ist es ratsam, die Situation mit einem Steuerberater und dem Finanzamt zu erörtern.

5. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.