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So nutzen Sie als Freiberufler das häusliche Arbeitszimmer

Für die einen ist es ein Traum, für die anderen eher ein Alptraum: leben und arbeiten unter einem Dach. Das Leben und Arbeiten in den eigenen vier Wänden bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Wenn Sie Ihr häusliches Arbeitszimmer als Freiberufler nutzen, müssen Sie sich morgens nicht stundenlang im Auto über verstopfte Straßen zur Arbeitsstelle quälen oder in überfüllten U-Bahnen der Haltestelle entgegenfiebern.

Die räumliche Nähe von Privatem und Job kann jedoch auch einige Probleme bereiten. So kann es beispielsweise passieren, dass Sie trotz der Ankündigung, nur schnell eine E-Mail abzurufen, Stunden vor dem Computer verbringen.

Auch der Faktor Familie darf als Ablenkung nicht unterschätzt werden, da das Home-Office eine strenge Disziplin von Ihnen erfordert.

Häusliches Arbeitszimmer: Ein ehemaliges Steuersparmodell

Wenn Sie das häusliche Arbeitszimmer als Freiberufler oder Selbstständiger nutzen, sollten Sie damit rechnen, dass es regelmäßig zu Streit mit dem Fiskus kommen kann. Bis Ende 1995 galt das häusliche Arbeitsdomizil für rund zwei Drittel aller Steuerzahler als das wohl beliebteste Steuersparmodell.

Mit einem Zimmer in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus –für berufliche Arbeiten reserviert – ließ sich oft ein dreistelliger Steuervorteil pro Jahr herausholen. Der Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel verschärfte die steuerlichen Voraussetzungen erheblich und setzte diesem Treiben dadurch ein jähes Ende. Im Jahre 2007 gab es eine erneute drastische Steuerverschärfung und seitdem können nur noch die wenigsten angestellten Steuerzahler ein häusliches Arbeitszimmer absetzen.

Kosten eines häuslichen Arbeitszimmer absetzen

Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein, wenn Sie die Kosten eines häuslichen Arbeitszimmer steuerlich absetzen wollen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG):

  • Sie können alle Kosten des Arbeitszimmers in voller Höhe absetzen, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Arbeit bildet.
  • Sie können maximal 1.250 Euro im Jahr absetzen, wenn Sie mehr als 50 Prozent Ihrer beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit im Heim-Büro ausüben.
  • Sie können alle Kosten des Arbeitszimmers absetzen, wenn Ihnen für Ihre berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit muss also im häuslichen Arbeitszimmer liegen, ansonsten sind die Aufwendungen dafür nicht absetzbar. Eine solche Beschränkung gilt aber nur für das häusliche Arbeitszimmer. Im Gegensatz dazu steht die Betriebsstätte. Diese liegt außerhalb des persönlichen Umfelds des Steuerpflichtigen und dafür sind die Ausgaben voll und ganz als Betriebsausgaben absetzbar.

Wenn in einem Raum lediglich die Akten und Unterlagen aufbewahrt werden, gilt dieser Archivraum trotzdem als Arbeitszimmer. Der gelegentliche Empfang eines Kunden durch den Korrektor oder Texter ist jedoch nicht verboten.

Lebt der Freiberufler in einem Mehrfamilienhaus und mietet beispielsweise die Kellerräume für seine Arbeit an, hat er damit ein außerhäusliches Arbeitszimmer. Voraussetzung dafür, dass ein Zimmer als häusliches Arbeitszimmer eingestuft wird, ist also eine Verbindung des beruflichen mit dem privaten Lebens.

10. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.