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Häusliches Arbeitszimmer: Vordruck und Wissenswertes für die Steuer

Es gibt immer mehr Menschen, die ihrer Arbeit von zu Hause aus nachgehen. Dadurch wird ein Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden meistens notwendig. Seit dem Jahressteuergesetz 2010 ist es wieder möglich, ein häusliches Arbeitszimmer unter bestimmten Bedingungen steuerrechtlich abzusetzen.

Die Geltendmachung eines steuerlichen Arbeitszimmers lohnt sich in den meisten Fällen finanziell sehr, da die meisten Aufwendungskosten vom Finanzamt zurückgezahlt werden. Für Selbstständige und Freiberufler gelten allerdings andere Steuergesetze.

Was man unter einem häuslichen Arbeitszimmer versteht

Gesetzlich ist ein sogenanntes häusliches Arbeitszimmer nicht eindeutig definiert. Deshalb wird oft auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zurückgegriffen. Ein häusliches Arbeitszimmer ist demnach ein Raum, der in die häusliche Sphäre eingebunden ist und in dem nahezu ausschließlich der beruflichen Tätigkeit nachgegangen wird.

Räume mit besonderer, atypischer Ausstattung gelten nicht als Arbeitszimmer. Das sind zum Beispiel Räume wie ein Behandlungsraum, eine Werkstatt oder eine Kanzlei. In einem häuslichen Arbeitszimmer dürfen also überwiegend nur gedankliche, schriftliche oder organisatorische Arbeiten ausgeübt werden.

Außerdem muss das Arbeitszimmer räumlich klar abgetrennt vom übrigen Wohnbereich sein – z. B. durch eine Tür. Eine Arbeitsecke in einem sonst überwiegend privat genutzten Raum oder ein Durchgangszimmer reichen für den Abzug der Aufwendungskosten nicht aus.

Häusliches Arbeitszimmer: Vordruck muss ausgefüllt werden

Um die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer geltend zu machen, muss in der Steuererklärung das „Steuerformular Anlage N – Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit“ ausgefüllt werden.

Die Anlage N muss jeder Steuerzahler einreichen, der Arbeitslohn aus nichtselbstständiger Arbeit mit Lohnsteuerabzug erzielt hat. Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer müssen bei der Einkommenssteuer als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Aufwendungskosten für Möbel in beruflich genutzten Räumen, die nicht als häusliches Arbeitszimmer gelten, werden ebenfalls grundsätzlich uneingeschränkt als Werbungskosten abgesetzt.

Welche Kosten absetzbar sind

In der Steuererklärung können Kosten von bis zu 1.250 € geltend gemacht werden, wenn für das Arbeiten kein anderer Platz zur Verfügung steht. Diese Begrenzung gilt nicht, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.

Das Arbeitszimmer bildet dann den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit, wenn man darin für den ausgeübten Beruf wesentliche und prägende Leistungen ausübt. In diesem Fall können die gesamten Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer in voller Höhe abgesetzt werden.

Allerdings können, auch wenn das Arbeitszimmer nicht steuerlich absetzbar ist, Kosten für manche Einrichtungsgegenstände in der Steuererklärung abgesetzt werden. Sofern die Gegenstände fast ausschließlich für berufliche Zwecke verwendet werden, können zum Beispiel Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Schreibtischlampe, Regal, Computertisch oder ein Beistelltisch abgesetzt werden.

Dabei ist egal, wo sich die Möbel in der Wohnung befinden. Sie sind sofort in der Steuerklärung absetzbar, wenn der Kaufpreis nicht mehr als 410 € ausmacht. Allgemein können Steuerzahler sehr viele Kosten einsparen, wenn man ein häusliches Arbeitszimmer geltend machen und absetzen kann. Wegen der erheblichen Ersparnis und Kostenerstattung lohnt es sich in jedem Fall zu prüfen, ob man das häusliche Arbeitszimmer absetzen kann oder nicht.

18. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Mattil
Von: Lisa Mattil. Über den Autor

Lisa Mattil beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit den Themen private Finanzen, Vorsorge, Versicherung und Steuern. Als freie Journalisten hält sie sich auf diesem Gebiet ständig auf dem Laufenden.