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Haftpflichtversicherung: Ob Neuwert oder der Zeitwert gezahlt werden

Im Laufe seines Lebens steht jeder irgendwann vor dem Problem der Schadensregulierung durch die Haftpflichtversicherung. In diesem Rahmen kommen schnell die Begriffe „Neuwert“ und „Zeitwert“ ins Spiel. Sie bezeichnen den noch vorhandenen Wert einer Sache, den die Haftpflichtversicherung bereit ist zu zahlen.

Die Versicherungen setzen alles daran, ihre Kosten bei der Schadensregulierung so niedrig wie möglich zu halten. Für den Geschädigten ist es natürlich sehr wichtig zu wissen, ob der Zeitwert, der Wiederbeschaffungswert oder sogar der Neuwert eines Sachschadens ersetzt wird.

Allgemeines über den Neuwert und den Zeitwert

Sobald es um die Frage geht, in welcher Höhe die Versicherung einen Schaden reguliert, wird in der Regel der Neuwert bzw. der Zeitwert der Sache berechnet. Der Begriff „Neuwert“ erklärt sich eigentlich von selbst: Es ist der ursprüngliche Wert eines Gegenstands, der Wert, den man beim Neukauf dafür gezahlt hat.

Der Zeitwert hingegen beschreibt den aktuellen Wert einer Sache. Berechnet wird er durch den Neuwert abzüglich des Wertverlustes.Der Wertverlust setzt sich zusammen aus den Gebrauchsspuren, also dem Verschleiß, eventuellen Schäden und dem Faktor Zeit.

Doch hier wird es knifflig: Denn die sogenannte Zeitwertentschädigung ist nicht immer angemessen und rechtens. So zum Beispiel bei seltenen Sammlerstücken, Oldtimern, Antiquitäten oder Kunstgegenständen. Hier mindert die seit dem Kauf verstrichene Zeit nicht den Wert des Gegenstandes. Im Gegenteil wird er oft sogar noch erhöht.


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Um in diesen Fällen dem Schaden gerecht zu werden, wird der Wiederbeschaffungswert für die Schadensregulierung angesetzt. Der Zeitwert plus Wiederbeschaffungsaufwand ergibt dann den Wiederbeschaffungswert. Die Versicherung prüft die Einzelfälle und entscheidet dann über die Höhe der Zahlungen.

Bei besonders wertvollen und seltenen Gegenständen oder Kunstwerken ist es aber oft sinnvoll und ratsam, über diese eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Haftpflichtversicherung: Wann der Neuwert und wann der Zeitwert gezahlt wird

Bei Sachschäden zahlt die Haftpflichtversicherung in den meisten Fällen lediglich den Zeitwert und nicht den Neuwert. Verständlich, denn anderweitig würden die Versicherungen zunehmend zum Versicherungsbetrug anregen.

Durch die Erstattung des Zeitwertes bekommt der Geschädigte die Möglichkeit, auf dem Gebrauchtmarkt für gleichwertigen Ersatz zu sorgen. Grundsätzlich darf der Betroffene nicht schlechter gestellt sein als vor dem Schadensereignis.

Der Ausgangspunkt der Schadensregulierung durch die Haftpflichtversicherung ist immer der Neuwert der zugrunde gelegten Sache. Dieser kann beispielsweise mit dem ursprünglichen Kaufbeleg nachgewiesen werden.

Um vom Neuwert ausgehend den Zeitwert zu berechnen, müsste die Haftpflichtversicherung den natürlichen Verschleiß durch den Gebrauch und eventuelle Schäden berücksichtigen. Da dies in der Praxis für jeden Einzelfall fast unmöglich ist, nutzen die Versicherungen die sogenannte mittlere Nutzungsdauer zur Berechnung des Zeitwerts.

Ein einfaches Beispiel: Ein Fernseher, der 2008 gekauft wurde, geht im Jahr 2011 zu Bruch. Der Neupreis wird durch die Versicherung nun um eine pauschale, dreijährige Nutzung gemindert.

Zum Ärgernis der Betroffenen liegt der Zeitwert, der erstattet wird, meistens unter dem tatsächlichen Wiederbeschaffungswert. Insbesondere technische Geräte haben nach einigen wenigen Jahren in der Regel schon mehr als die Hälfte ihres Neupreises eingebüßt.

Es gibt allerdings auch eine Ausnahme: Aus Kulanz erstatten Haftpflichtversicherungen oft den Neuwert eines Gegenstands, wenn dieser nicht älter als 6 Monate ist. Verpflichtet ist die Versicherung dazu allerdings in der Regel nicht.

6. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.