Haftungsmasse für die Eurokrise: Gefahr auch für Ihre Vorsorge

Griechenland – Fallstrick für die Langfristvorsorge

Griechenland – Fallstrick für die Langfristvorsorge

Die Haftungsmasse Deutschlands für die Griechenland-Pleite wird gigantisch sein.

Kommt auch Portugal noch hinzu, geht es in den nächsten Monaten mit vielen Vorsorge-Plänen stark nach unten.

Denn: Auch wenn die Politik dies immer noch dementiert, lassen sich die Schulden kaum anders als über sehr hohe neue Steuern finanzieren.

Dies kann in Form direkter Einkommensteuern geschehen, über die Transaktionssteuer an der Börse oder über Mineralölsteuern und Umsatzsteuern. Es wird teuer. Steuern Sie gegen dieses Desaster.

27%: Deutschlands Anteil

Allein die Rettung über den „ESM“ kostet schon sehr viel Geld: 27% der gesamten Haftungsmasse in Höhe von 190 Milliarden Euro muss Deutschland tragen. Das bedeutet: fast 50 Milliarden Euro stehen hier auf dem Spiel.

Zusätzlich zahlt der internationale Währungsfonds (IWF) in den Rettungsschirm (15 Milliarden, Deutschland ist mit 6% und also 900 Millionen Euro dabei, der „EFSM“ gibt einen Teil über Bürgschaften (deutscher Anteil: 20%, also 2,4 Milliarden Euro).

Der EFSF, dies ist das Gremium, das sich langfristig selbst Kapital an den Finanzmärkten leihen kann, ist mit 253 Milliarden Euro im Spiel. Das belastet Deutschland effektiv mit einem Haftungsvolumen in Höhe von 27% plus zusätzlich möglichen 20%. Sie sehen schon an dieser Stelle: künftig wird es teuer - auf Kosten der Steuerzahler.

Weitere Zahlen

Weiter geht es: Allein das erste Hilfspaket im Rahmen der aktuellen Finanzkrise hat bereits 22 Milliarden Euro gekostet. 27% davon gehen ebenfalls auf die Konten von Steuerzahlern in Deutschland - etwa 5 Milliarden Euro. Für Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank in Höhe von 97 Milliarden Euro stehen wir zu 43% gerade.

Auch der IWF hat bereits Zahlungen aus unseren Kassen erhalten. Zwei Milliarden Hilfe sind an Griechenland gegangen. 6% aus diesem weltweiten Topf stammen aus in Berlin verwalteten Geldtöpfen.

Das Alles ist noch nicht das Ende der Fahnenstange und soll keine Panik verbreiten. Es geht einzig darum, Sie auf kommende Steuererhöhungen vorzubereiten. Halten Sie sich dafür bitte vor Augen:

* Die gesamte Belastung der Euro-Rettungsmaßnahmen wird etwa bei 785 Milliarden Euro liegen.

* Die Steuereinnahmen des Bundes werden 2012 bei 249 Milliarden Euro liegen.

* Allein die mögliche Haftung für Zahlungsausfälle im Euroraum können fast ähnliche Dimensionen erreichen wie die gesamte Steuereinnahme des Bundes.

* Richten Sie sich in den kommenden Jahren entgegen aller Beteuerungen daher auf Steuererhöhungen ein.

* Wir rechnen mit mehr Steuern im normalen Geschäftsverkehr und beim Einkauf: die Mehrwertsteuer steht in diversen Planspielen bereits auf dem Prüfstand.

* Die Transaktionssteuer im Euroraum soll nicht „nur“ die Spekulation eindämmen. Sie soll ebenfalls die Kassen füllen.

* Die Abgeltungssteuer ist bei 25% nicht auf ewig festgeschrieben.

* Grunderwerbssteuern bei Immobilien steigen jetzt bereits - und werden in den kommenden Jahren weiter anziehen. Die Länder sind frei in der Gestaltung.

Diese Liste ist unvollständig, zeigt aber: frisch nach den jüngsten Verhandlungen über Athen gilt nach wie vor, dass Sie am besten so schnell als möglich Geld investieren. Sachwerte wie Aktien oder Immobilien, die Sie jetzt erwerben, werden nach geltendem Steuerrecht behandelt.

Das heißt: Immobilien werden Sie nach dem Stand der Dinge in zehn Jahren verkaufen können, ohne Steuern auf Gewinne zu zahlen - selbst wenn Sie selbst die Immobilie nicht bewohnt haben.

Aktiengewinne werden mit 25% plus Kirchensteuer und Solizuschlag besteuert - auch wenn die Steuern auf spätere Käufe steigen sollten. Zudem: die Finanztransaktionssteuer wird Sie in den nächsten Monaten noch nicht belasten.

Bedenken Sie: die Verhandlungen mit Griechenland werden nicht die letzten sein. Demnächst stehen die nächsten Maßnahmen in Portugal, dann Spanien und möglicherweise Italien an. Deshalb: reagieren Sie angesichts der neuesten Entwicklung konsequent.

 
 
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