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Handelsbilanzüberschuss – diese Länder sind vorne

Der Blick auf die wirtschaftlichen Verhältnisse anderer Länder lohnt sich für Anleger. Insbesondere dann, wenn diese ein Investment im Ausland tätigen möchten. Wenn die entsprechende Volkswirtschaft auch noch einen Handelsbilanzüberschuss ausweisen kann, kann das schon einmal ein positives Indiz sein.

Die Handelsbilanz ist eine Bezeichnung aus der Volkswirtschaft. Sie ist der Name für die Gegenüberstellung von Im- und Exporten eines Staates. Abhängig davon, ob mehr Exporte oder mehr Importe zu verzeichnen sind, reden Marktteilnehmer von einem Handelsbilanzüberschuss oder -defizit.

Ein Handelsbilanzüberschuss liegt dann vor, wenn in einem bestimmten Zeitraum die Ausfuhr von Waren die Einfuhr derselben wertmäßig übersteigt. In diesem Fall spricht man auch von einem Exportüberschuss. Wenn die Handelsbilanz eines Landes regelmäßig einen Exportüberschuss ausweist, erhöhen sich die Forderungen gegenüber den anderen Ländern der Erde.

Dies kann dazu führen, dass sich die Konkurrenzfähigkeit des Landes erhöht. Aber auch, dass sich der Lebendstandard der Bürger dieses Staates auf Dauer verbessert. Daher ist vor allem für Anleger wichtig, wie sich die Handelsbilanz des eigenen Landes entwickelt. Denn anhand dessen kann beurteilt werden, ob es eventuell sinnvoll ist, in fremde Märkte zu investieren.

Die Top 10 der Länder nach Handelsbilanzüberschuss

Die Länder mit dem höchsten Handelsbilanzüberschuss im Jahr 2011 waren nach Statista:

Landin Milliarden US-$
Saudi-Arabien233,08
Deutschland218,34
Russland198,18
China154,9
Katar84,3
Vereinigte Arabische Emirate80
Kuwait78,25
Iran69,39
Norwegen68,40
Niederlande62,33

Was bei der Betrachtung des Handelsbilanzüberschusses beachtet werden sollte

Bei der Betrachtung der Länder mit einem Handelsbilanzüberschuss ist es von besonderer Bedeutung, durch welche Art von Waren oder Produkten das Plus erwirtschaftet werden konnte. Dies erlaubt Rückschlüsse darüber, wie robust die jeweilige wirtschaftliche Entwicklung voran schreitet und mit welchen Schwankungen zu rechnen ist.

Eine ganze Reihe der Länder mit einem Handelsbilanzüberschuss im Jahr 2011 gehörten zu den Erdöl-exportierenden Staaten. Hierzu zählen bereits seit langem die Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Iran, Russland oder Norwegen.

Diese Länder können sich wegen des Erdölgeschäfts zwar auf kontinuierlich hohe Einnahmen verlassen, sind aber von der Entwicklung des Ölpreises abhängig. Wenn dieser – wie 2014 und 2015 geschehen – stark zurückgeht, schrumpft auch der Handelsbilanzüberschuss.

Demgegenüber sind aber auch Exportnationen wie Deutschland, die Niederlande oder auch China von einer florierenden Weltwirtschaft abhängig. Schließlich können auch diese Länder ihre Produkte (beispielsweise hochwertige Maschinen, Anlagen und Kraftfahrzeuge aus Deutschland oder Kleidung, elektronische Komponenten und Baustoffe aus China) nur dann abgesetzt werden, wenn diese Güter auch gekauft werden können.

Anleger sollten sich möglichst auf dem neusten Stand halten

Wenn Anleger beabsichtigen, in Finanzprodukte des eigenen oder eines fremden Landes zu investieren, sind aktuelle Informationen wie der Status der Handelsbilanz interessant. Gleichzeitig sollten aber auch gegebenenfalls Kennziffern wie das Bruttosozialprodukt oder das durchschnittliche Jahreseinkommen der Bürger des jeweiligen Landes berücksichtigt werden.

Informationen über grundlegende Verhältnisse der Wirtschaftskraft eines bestimmten Landes unterstützten Anleger bei der Planung eines Investments und natürlich auch die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dadurch kann teuren Überraschungen aus dem Weg gegangen werden.

5. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.