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Der Zusammenhang zwischen Handelsspanne und Rentabilität

Die Handelsspanne kann auch mit den Begriffen Marge, Preisspanne oder Rohgewinn gleichgesetzt werden.

Allgemein ausgedrückt versteht man darunter die Differenz zwischen dem (Netto-)Einkaufspreis und dem Verkaufspreis bei Handelsunternehmen, die Waren einkaufen und wieder verkaufen ohne selbst zu produzieren.

Die Definition der Handelsspanne scheint auf den ersten Blick recht einfach und verständlich zu sein.

Doch für eine Erläuterung des Begriffs sollten einige Dinge näher betrachtet werden.

Definition der Handelsspanne

Im Handel wird die Handelsspanne als Differenz zwischen (Netto-)Verkaufspreis und Einstandspreis des Produktes definiert. Ausgedrückt wird sie in Prozenten des Verkaufpreises.

Da der Einstandspreis zum Beispiel aufgrund nachträglich gewährter Rabatte nicht immer ganz eindeutig festzulegen ist, wird ersatzweise auch auf den Einkaufspreis Bezug genommen.

Formel  

Die Handelsspanne (mit Umsatzsteuer) berechnen

$$\bo\text"Handelsspanne"=\text"Verkaufspreis"\text"(- Umsatzsteuer)"-\text"Einkaufspreis"$$
Ergebnis berechnen

Handelsaufschlag und Handelsabschlag

Zudem unterscheidet man zwischen der Aufschlagsspanne (den prozentualen Aufschlag auf den Einkaufspreis) und der Abschlagsspanne (den prozentualen Abschlag vom Verkaufspreis).

Kalkuliert ein Händler nun mit einem Aufschlag von 40% auf den (Netto)Einkaufspreis von 100 €, erhöht sich der Verkaufspreis netto auf 140 €.

Der Handelsaufschlag wird auch Kalkulationszuschlag genannt und verwendet, um bei bekanntem Einkaufspreis den Verkaufspreis zu ermitteln.

Darüber hinaus kann auch umgekehrt der Abschlag auf den Verkaufspreis ermittelt werden.

Formel  

Den Handelsaufschlag berechnen

?
Der Handelsaufschlag wird häufig auch als Kalkulationszuschlag bezeichnet.
$$\bo\text"Handelsaufschlag"=((\text"Verkaufspreis"-\text"Einstandspreis")/\text"Einstandspreis")*100$$
Ergebnis berechnen

Abschlag auf den Verkaufspreis:

Formel  

Den Handelsabschlag berechnen

$$\bo\text"Handelsabschlag"=((\text"Verkaufspreis"-\text"Einstandspreis")/\text"Verkaufspreis")*100$$
Ergebnis berechnen

Die entsprechende Abschlagsspanne vom (Netto)Verkaufspreis beträgt bei diesem Beispiel demnach 28,57%.

Der Handelsabschlag gibt an, wie viel Prozent die Handelsspanne vom Verkaufspreis ausmacht. So kann schnell und unkompliziert der Einkaufswert ermittelt werden.

Unterschiedliche Handelsformen

Die Handelsspanne wird bei den verschiedensten Handelsformen angewandt. Nicht nur im Lebensmittelhandel, auch beim Handel an der Börse kommt die Berechnung der Handelsspanne zum Einsatz.

Vergleicht man im „traditionellen“ Handel den Einkaufs- mit dem Verkaufspreis, werden in der Finanzwirtschaft der Kassakurs und der Verkaufskurs zueinander ins Verhältnis gesetzt.

Mehr zum Thema: Aktienkauf: Kassa oder variabel

Die Beweglichkeit der Kurse innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls kann so ausgedrückt werden.

Die Art des Handels entscheidet ebenfalls über die Höhe der Handelsspanne. Bei großen Supermärkten fällt die Handelsspanne teilweise minimal aus, wirft jedoch aufgrund der Masse der verkauften Produkte trotzdem Gewinn ab.

Spezialisierte Geschäfte mit wenigen Verkäufen im Monat können sich diese kleine Handelsspanne nicht leisten.

Die Marge wird demnach deutlich höher angesetzt, um überhaupt Gewinn erzielen zu können. Denn auch die Fixkosten müssen bezahlt werden.

Mehr zum Thema: Fixkosten berechnen

Die Handelsspanne sollte demnach sorgfältig kalkuliert sein. Wie viel ein Produkt wert ist und wie viel es vor allen Dingen den Kunden wert ist, muss im Vorhinein abgeklärt werden.

Die differenzierte Kalkulation, auch Mischkalkulation genannt, kommt hierbei oft zur Anwendung.

Dabei wird das Gesamtsortiment mit Waren durchmischt, die eine durchschnittliche, aber auch unterdurchschnittliche und überdurchschnittliche Handelsspanne haben.

Durch die Durchmischung soll eine optimale Preisgestaltung erreicht werden.

Handelsspanne bedeutend für Rentabilität

Die Handelsspanne dient dem Händler – ob nun im Einzelhandel oder an der Börse – dazu, Aussagen über Gewinn und Kosten zu treffen.

Die permanente Überwachung der Handelsspannen gibt beispielsweise dem Handelsmarketing wichtige Hinweise für die beste Preiskalkulation und den optimalen Wareneinkauf.

Die Handelsspanne gibt auch Auskunft über die Rentabilität eines Unternehmens. Sie wird jedoch nie ganz ausgeschöpft, ansonsten wäre der Verkauf für das Unternehmen auch nur kostendeckend und nicht gewinnbringend.

15. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.