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Handelsspanne: Formel und Bedeutung

Die Handelsspanne definiert sich als Differenz aus Verkaufspreis und Einstandspreis. Ausgedrückt wird sie in Prozenten des Verkaufspreises.

Anhand ihrer Formel lässt sich die Handelsspanne verständlich erklären.

Die Formel der Handelsspanne

Da der Einstandspreis zum Beispiel aufgrund nachträglich gewährter Preisnachlässe nicht immer eindeutig festzulegen ist, wird ersatzweise auch auf den Einkaufspreis Bezug genommen.

Der Verkaufspreis wird demnach vom Einkaufspreis abgezogen:

Formel  

Die Handelsspanne (mit Umsatzsteuer) berechnen

$$\bo\text"Handelsspanne"=\text"Verkaufspreis"\text"(- Umsatzsteuer)"-\text"Einkaufspreis"$$
Ergebnis berechnen

Um die Handelsspanne prozentual ausdrücken zu können, wird die ermittelte Handelsspanne in der Formel noch durch den Verkaufspreis geteilt:

Formel  

Die Handelsspanne (in Prozent mit Umsatzsteuer) berechnen

$$\bo\text"Handelsspanne"↙\text"(in Prozent)"=(\text"Verkaufspreis"-\text"(Verkaufspreis*Steuersatz)"-\text"Einkaufspreis")/(\text"Verkaufspreis*(1-Steuersatz)")*100$$
Ergebnis berechnen

Die Differenz aus Verkaufspreis und Einstandspreis bzw. Einkaufspreis kann somit als absoluter Betrag oder als relativer Prozentsatz angegeben werden.

Ein Beispiel zur näheren Erklärung der Handelsspanne

Ein Drucker wird vom Händler für 500 € angeboten. Der Einkaufspreis betrug 300 €.

Diese Zahlen können nun in die oben genannte Formel der Handelsspanne eingefügt werden:

Handelsspanne = 500 € – 19% Umsatzsteuer – 300 € = 105 €

In Prozent ausgedrückt bedeutet dies eine Handelsspanne von etwa 25,9%.

Der Kalkulationszuschlag

Unter dem Begriff Kalkulationszuschlag versteht man die Erhöhung des Einstandspreises der Ware um einen bestimmten Prozentsatz zum Zwecke der Ermittlung des Verkaufpreises.

Der Kalkulationszuschlag ist also ein Handelsaufschlag, welcher der Vereinfachung der Kalkulation dient.

Er ergibt sich aus der Differenz des Verkaufspreises und des Einstandspreises (=Handelsspanne), bezogen auf den Einstandspreis:

Formel  

Den Handelsabschlag berechnen

$$\bo\text"Handelsabschlag"=((\text"Verkaufspreis"-\text"Einstandspreis")/\text"Verkaufspreis")*100$$
Ergebnis berechnen

Die Berechnung des Kalkulationszuschlages hilft Händlern bei der Preisfindung. Grundsätzlich soll der Kalkulationszuschlag die anteiligen Handlungskosten decken sowie einen Gewinn erwirtschaften.

Händler nutzen in der Regel häufiger den Kalkulationszuschlag, es existiert jedoch auch der Kalkulationsabschlag.

Dieser wird dann in Prozenten des Verkaufspreises statt des Einstandspreises ausgedrückt. Man benutzt diesen Prozentsatz, um den Einkaufspreis ermitteln zu können.

Handelsspanne mehrdeutig

Die Handelsspanne kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden.

Während sie in der kaufmännischen Praxis häufig mit dem Kalkulationszuschlag gleichgesetzt wird, werden in der Theorie auch Berechnungen der Handelsspanne als Abschlagsspanne durchgeführt.

Dies führt zu unterschiedlichen Ergebnissen und Interpretationen der Handelsspanne.

Die Differenz zwischen Verkaufs- und Einstandspreis kann zudem sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentual ausgedrückt werden. Bei der Angabe in Prozent ist jedoch in einigen Fällen Vorsicht geboten.

Die absoluten Zahlen bieten manchmal mehr Klarheit über die wirkliche Größe der Handelsspanne als die prozentualen Angaben. Diese können die Handelsspannen gelegentlich auch überhöht darstellen.

Ein Kalkulationsaufschlag von 100% auf ein Produkt, das nur wenige Cent wert ist, stellt demnach zwar einen beträchtlichen Aufschlag dar, wirft jedoch auch nur ein paar Cent Gewinn ab.

Hier sollte genauer hingesehen werden. Das reine Festhalten an Prozentzahlen kann über die wirkliche Größe der Handelsspanne hinwegtäuschen.

16. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.