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Hans-Werner Sinn – Ökonom mit klaren Standpunkten

Ob in Nachrichten oder in politischen Talkshows – der Präsident des Münchener ifo-Instituts (Instituts für Wirtschaftsforschung), Hans-Werner Sinn, ist ein Dauergast im deutschen Fernsehen. Der Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaften vertritt seine Ansichten deutlich und ist einer der präsentesten deutschen Ökonomen.

Seit 1999 ist Sinn Präsident des ifo-Instituts, welches monatlich den ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Dieser fasst die Stimmung in rund 7.000 regelmäßig befragten Unternehmen zusammen und wertet die Ergebnisse aus. Der ifo-Geschäftsklimaindex gilt als bedeutender Konjunkturindikator und findet große Beachtung. Doch nicht nur durch diese Arbeit macht Hans-Werner Sinn immer wieder auf sich aufmerksam.

Sinn zur Griechenland-Krise

Im März 2010 äußerste sich der Ökonom in einem Interview mit Focus online zur Griechenland-Krise und zeigte mögliche Auswege auf. Seine Meinung zu dem Ausmaß der Krise macht vor allem eine Aussage deutlich: „Es handelt sich um eine griechische Tragödie, das Ende ist in jedem Fall schrecklich“.

Nach  der Meinung von Hans-Werner Sinn gebe es 3 mögliche Auswege, die allesamt weitreichende Folgen hätten. Griechenland das benötigte Geld zu schenken wäre zwar schön für Griechenland, für andere Staaten jedoch inakzeptabel. Eine scharfe Depression mit dem Ziel er wiedererlangten Wettbewerbsfähigkeit als zweite Möglichkeit könne Griechenland an den Rand eines Bürgerkrieges bringen.

Als dritte Möglichkeit sah Sinn einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone, wie er auch von vielen Ökonomen prophezeit wurde. Doch auch dies sei mit großen Einschnitten und Nachteilen verbunden. Schließlich würden auch deutsche Banken viel Geld verlieren und es bestünde zudem die Gefahr, dass Spekulanten an den Finanzmärkten Ähnliches mit anderen Ländern versuchen würden.

Die deutschen Exportüberschüsse

In einem Interview mit Zeit Online äußerte sich Hans-Werner Sinn im November 2013 auch zu den deutschen Exportüberschüssen. Der Hintergrund: Deutschland hat 2013 den weltweit größten Exportüberschuss erzielt. Dieser betrug Berechnungen zufolge 7,3% des Bruttoinlandproduktes. Ein solch hoher Wert wird von der EU-Kommission als stabilitätsgefährdend angesehen und wurde deshalb kritisiert.

Während viele Stimmen aus Politik und Wirtschaft den Exportüberschuss als Beweis für die Stärke der deutschen Volkswirtschaft ansahen, konnte auch Hans-Werner Sinn Gefahren und Nachteile in der Höhe des Überschusses sehen. Demnach sind die zuletzt erzielten Exportüberschüsse in dieser Höhe ungesund. Vielmehr bräuchte Deutschland „höhere Löhne und mehr Inflation“, während im Süden „niedrigere Löhne und weniger Inflation“ zielführend seien.

Kritik an Sinns Standpunkten

Diese ausgewählten Standpunkte machen deutlich, dass Hans-Werner Sinn seine Meinung klar vertritt. Damit macht er sich zwar nicht nur Freunde, so dass er sich immer mal wieder Kritik ausgesetzt sieht. Sinn gilt dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – als einer der einflussreichsten Ökonomen Deutschlands.

11. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.