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Haushaltsdefizit Deutschland – Besserung ist in Sicht

Auch wenn die EU-Schuldenkrise noch nicht überwunden ist, laut dem Bundesministerium für Finanzen sieht zumindest die Lage in Deutschland derzeit wieder besser aus. Hauptgrund dafür sind gestiegene Steuereinnahmen und weniger Neuverschuldung.

2010 war nicht nur für Anleger ein hartes Jahr – auch Deutschland verbuchte fast 1,9 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als Minus.

Im Vergleich zu den Verlusten an der Börse wirkt die zwar lapidar, allerdings können sich Aktienmärkte auch schnell wieder regenerieren. Während der DAX sich durch die Schuldenkrise zwischenzeitlich halbierte, steht er heute gut 20 % höher als vor der Krise. Von der Verschuldung in Deutschland kann man das nicht behauptet werden.

Neuverschuldung des Bundes

Knackpunkt des Haushaltsdefizits in Deutschland ist die Neuverschuldung. Diese wird nicht in absoluten gemessen, sondern meist in Abhängigkeit vom BIP dargestellt. In den Jahren nach 2000 lag die Neuverschuldung in Deutschland häufig zwischen 1 und 1,6 % des Bruttoinlandsprodukts. Ausreißer war dabei nur das Jahr 2004 mit fast 2 %. Vor dem Krisenjahr 2010 lag die Neuverschuldung sogar bei fast nur 0,5 %, wie nachfolgende Übersicht zeigt.

Haushaltsdefizit-Deutschland

 

Danach folgte der bisherige Höhepunkt der Schuldenkrise und dementsprechend eine deutliche Spitze bei der Neuverschuldung. Seit 2012 liegt die Neuverschuldung in Deutschland aber sogar unter 0,35 %, das ab 2016 als Limit für neu gemachte Schulden gelten soll. Über Sinn und Unsinn der Schuldenbremse wurde bereits viel diskutiert.

Neu ist dagegen, dass 2014 seit langem wieder einmal die Schulden reduziert werden. Dass dies eine Seltenheit darstellt, ist allerdings schon ausschlaggebend, wie absurd das Geschäftsmodell der Regierung funktioniert. Denn neue Schulden sind an der Tagesordnung und ein Gewinn stellt schon etwas Außergewöhnliches dar.

Haushaltsdefizit in Deutschland ab 2016

Mit dem Eintreten der Schuldenbremse 2016 soll geregelt werden, dass das Haushaltsdefizit in Deutschland nicht über 0,35 % des BIPs steigt. Damit soll ein stabiler Haushalt gewährleistet sein. Diese Idee gab es 2005 bereits EU-weit. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt wird allerdings regelmäßig von den EU-Ländern gebrochen.

Maastricht hat diese Regelungen vorgegeben und eine sogenannte strukturelle Kenngröße festgelegt. Damit ist ein mittelfristiges Haushaltsziel (MTO) gemeint und beschreibt, wie hoch das Haushaltsdefizit jedes Jahr sein darf. Deutschland hatte sich dabei auf 0,5 % des BIP geeinigt.

2014 ist somit hoffentlich kein Ausreißer in der Statistik und Deutschland schafft es vielleicht auch in den Folgejahren die Staatsschulden von rund 2 Billionen € zu reduzieren. Dabei kann auch der aktuelle Niedrigzins unterstützende Arbeit leisten. Denn Deutschland ist derzeit in der glücklichen Lage, kaum Zinsen zu zahlen und teilweise sogar noch Geld dafür zu bekommen, wenn es sich Geld am Kapitalmarkt leiht.

Insofern stehen dem Haushaltsdefizit in Deutschland eher rosige Zeiten bevor. In anderen europäischen Ländern ist dies jedoch keineswegs der Fall. Auch wenn die Staatsanleihen noch recht niedrig sind, so können andere – speziell südeuropäische Länder – nur davon träumen, ihr Haushaltsdefizit ins Minus zu drücken und somit Gewinn zu machen.

Haushaltsdefizit – cui bono?

Das Geldsystem ist nun einmal darauf aufgebaut, dass Schulden neues Geld erschafft. Insofern würde es den Banken ein Dorn im Auge sein, wenn Deutschland keine Schulden mehr hätte. Aber das ist gar nicht der eigentliche Punkte. Für Sparer könnte es nämlich durchaus von Vorteil sein, wenn Deutschland den Schuldenberg ein wenig abträgt.

Denn was sonst irgendwann droht, ist die pflichtmäßige Beteiligung der Bürger an den Staatsschulden. So wie die kalte Enteignung bereits in Zypern und Spanien der Fall war. Dann muss jeder Bürger einen bestimmten Anteil in Prozent von seinem Sparkonto per Zwangsabgabe finanzieren – nur um das Haushaltsdefizit auszugleichen. Für Anleger bedeutet das, entweder ständig wenig Geld auf dem Konto zu halten oder darauf zu hoffen, dass das Haushaltdefizit in Deutschland die Regierung nie zu solchen Maßnahmen ermächtigt.

13. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.