MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Hauskredit und Lebensversicherung koppeln – ist das ratsam?

Anstatt den Hauskredit direkt abzuzahlen, besteht auch die Möglichkeit, in eine Kapitallebensversicherung einzuzahlen. Wenn diese zur Auszahlung fällig wird, könnte man den Kredit auf einen Schlag zurückzahlen. Doch ist diese Variante wirklich sinnvoll?

Hauskredit: Annuitätendarlehen

Normalerweise wird ein Hauskredit als so genanntes Annuitätendarlehen aufgenommen. Bei Annuitätendarlehen bleiben die monatlichen Raten als Summe aus Zins und Tilgung immer gleich. Sie bekommen den Kreditbetrag von der Bank ausgezahlt.

Außerdem wird gleich zu Beginn festgelegt, wie viel Prozent der Raten jährlich (per annum) für die Tilgung des Darlehens verwendet werden. Üblich sind anfängliche Tilgungsraten von 1 bis 3%.

Beträgt die Annuität beispielsweise 6% p. a. und der Zins liegt bei 4%, ergibt sich daraus eine jährliche, anfängliche Tilgung von 2% der Darlehens, die sich fortlaufend um die ersparten Zinsen (Darlehensschuld sinkt) erhöht. So fließt ein immer größeren Anteil der Monatsraten in die Tilgung, während der Zinsanteil der Raten immer kleiner wird.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Hauskredit und Lebensversicherung: Variante Festdarlehen

Bei Finanzierungsmodellen mit Lebensversicherungen ist das nicht so. Hier werden so genannte Festdarlehen vergeben. Sie zahlen in monatlichen Raten nur den Zins. Die Kreditsumme bleibt aber bis zum Schluss stehen. Erst am Ende wird sie komplett getilgt.

Das Problem dabei: Man zahlt Jahr für Jahr auf die volle Kreditsumme Zinsen, und nicht nur, wie beim Annuitätendarlehen, auf die Restschuld. Das heißt, es müssen bei dieser Art von Darlehen viel mehr Geld allein zur Begleichung der Zinsen aufgewandt werden.

Verkauft werden Festdarlehen in Verbindung mit Kapitallebensversicherungen gern an Paare, und das oft mit dem Argument, auf diese Weise maximale Absicherung zu erhalten. Denn stirbt der Hauptverdiener, dann bekommt sein überlebender Partner sofort die Auszahlung aus der Lebensversicherung und kann den Kredit zurückzahlen.

Auszahlungssumme oft niedriger als erwartet

Falls nicht, bekommt das Paar die Auszahlungssumme bei Fälligkeit. Doch häufig ist die tatsächliche Auszahlungssumme deutlich niedriger als das, was beim Abschluss als wahrscheinlich prognostiziert wurde.

Das eigentliche Risiko dieses Finanzierungsmodells besteht einerseits darin, dass die Auszahlungssumme nicht selten gar nicht ausreicht, um den Kredit auf einen Schlag zu tilgen. Sie benötigen dann eine neue Finanzierung.

Andererseits zahlen Sie drauf, wenn die Rendite Ihrer Kapitallebensversicherung niedriger als die Höhe Ihres Schuldzinses ist (steuerliche Aspekte bleiben hier ausgeklammert). Wissen müssen Sie außerdem, dass ein Vermögensberater, der Ihnen eine Kapitallebensversicherung verkauft, selbst zum Teil üppige Provisionen kassiert.

Unabhängige Versicherungsmakler oft günstiger

Verschwiegen wird zudem meist, dass Sie diese Art von Sicherheit viel billiger haben können: Indem Sie etwa eine Risikolebensversicherung über die Höhe der Kreditsumme abschließen.

Sie können auch eine Restschuldversicherung abschließen, sollten dies aber nicht bei der kreditgebenden Bank tun. Unabhängige Versicherungsmakler machen ihnen da meistens günstigere Angebote. Eines ist jedenfalls sicher: Sie fahren in aller Regel besser, wenn Sie Kredit und Lebensversicherung nicht aneinander koppeln.

12. März 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".