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Hausmeister oder Eigenleistungen des Vermieters: Das können Sie umlegen

Viele Vermieter spielen mit dem Gedanken, Leistungen wie die Gartenpflege selber zu übernehmen, oder für diese Zwecke einen Hausmeister einzustellen. Doch lassen sich Eigenleistungen und die von Dritten in jeden Fall auf den Mieter umlegen?

Hausmeister

Diese Kosten gehören dem Grunde nach zu den umlagefähigen Betriebskosten. Ist der Hausmeister allerdings auch für Verwaltungsarbeiten und/oder kleinere Reparaturen zuständig, müssen Sie die hierauf entfallenden Anteile aus der Vergütung für den Hausmeister herausrechnen.

Zu den Aufgaben, die typischerweise auf einen Hausmeister übertragen werden, gehören insbesondere Haus-, Treppenund Straßenreinigung, die Gartenpflege, die Bedienung und Überwachung der Sammelheizung, der Warmwasserversorgungsanlage und des Fahrstuhls.

Auch dafür ist ein Hausmeister im Allgemeinen zuständig: die Behebung kleinerer Schäden, die Annahme, Weiterleitung oder sonstige Erledigung von Schadensanzeigen oder Reparaturwünschen der Mieter und die Überwachung der Einhaltung der Hausordnung.

Folgende Tätigkeiten des Hausmeisters sind dagegen nicht umlagefähig mit der Folge, dass nur ein Teil seiner Vergütung bei den Betriebskosten berücksichtigt werden kann:

  • Die Entgegennahme von Mietzahlungen (bei Barzahlungen),
  • die Durchführung von Abrechnungen oder sonstige Tätigkeiten anlässlich eines Mieterwechsels,
  • Maklertätigkeiten,

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  • sämtliche Arbeiten, die die Instandhaltung, Instandsetzung und Erneuerung von Anlagen betreffen,
  • die Durchführung von Schönheitsreparaturen.

Achtung: Ist eine Aufteilung zwischen umlegbaren und nicht umlegbaren Tätigkeiten des Hausmeisters erforderlich, muss die Aufteilung nachvollziehbar erläutert werden. Gegebenenfalls müssen Sie sämtliche Umstände darlegen, aus denen sich der Aufwand für die Tätigkeit des Hausmeisters ergibt.

Soweit der Hausmeister solche Tätigkeiten ausübt, die auch bei anderen umlagefähigen Betriebskostenarten in Ansatz gebracht werden können, ist es nicht erforderlich, dass Sie die auf diese Tätigkeit entfallenden Kostenanteile aus der Vergütung des Hausmeisters herausrechnen.

Beispiel: Der Hausmeister ist auch für die Treppenhausreinigung oder etwa die Gartenpflege zuständig. Dann können die Hausmeisterkosten in voller Höhe berücksichtigt werden. Bei den Betriebskostenarten „Hausreinigung“ und „Gartenpflege“ können Sie dann jedoch allenfalls noch Materialkosten umlegen.

Streit gibt es auch immer wieder darüber, was eine angemessene Hausmeistervergütung ist. Teilweise nehmen die Gerichte einen Betrag von 0,25 Euro je m² Wohnfläche und Monat an.

Eine gefestigte Rechtsprechung gibt es nicht. Jedenfalls dürfen Hausmeisterkosten in der Regel den Betrag von 0,50 Euro pro m² Wohnfläche und Monat nicht übersteigen. Darüber hinausgehende Kosten gelten im Allgemeinen nicht mehr als angemessen.

Eigenleistungen des Vermieters

Nicht alle Vermieter beauftragen immer gleich Fremdfirmen mit durchzuführenden Arbeiten. Oftmals werden sie auch selbst tätig. Dies gilt speziell für die Gartenpflege. Ob Vermieter in solchen Fällen Eigenleistungen in Ansatz bringen dürfen, ist umstritten.

Ganz klar: Betriebskosten sind zunächst einmal solche Aufwendungen, die Ihnen als Vermieter dadurch entstehen, dass Sie Dritten Aufträge erteilen. Daran führt schon deshalb kein Weg vorbei, weil Sie auf die Fachkenntnis der Unternehmen angewiesen sind (zum Beispiel Überwachung der Betriebsbereitschaft und Betriebssicherheit der Heizanlage, des Fahrstuhls oder der Antennenanlage).

Gleichwohl sind Eigenleistungen des Vermieters ein aktuelles Thema bei der Umlage von Betriebskosten. Das liegt daran, dass bei Vermietung einer Sozialwohnung ausdrücklich geregelt ist, dass der Vermieter eigene Sach- und Arbeitsleistungen in Ansatz bringen darf.

Voraussetzung ist, dass dadurch Betriebskosten erspart werden. Der Vermieter darf in diesen Fällen jeweils die Beträge umlegen, die für gleichwertige Leistungen eines Dritten angefallen wären. Maßgeblich sind die Beträge ohne Mehrwertsteuer.

Beispiel: Sie setzen für Gartenpflegearbeiten, die Sie selbst ausgeführt haben, Kosten in Höhe von 522 Euro an. Das sind die Kosten, die eine Gartenbaufirma Ihnen laut eines vorliegenden Angebots berechnet hätte, wenn sie den Auftrag erhalten hätte.

Den Betrag in Höhe von 522 Euro dürfen Sie in diesem Fall dennoch nicht ansetzen. Sie müssen aus diesem Betrag noch die Mehrwertsteuer herausrechnen. Lediglich die Nettokosten sind umlagefähig. Das sind hier also 450 Euro.

Der Streit dreht sich nun darum, ob die Regelungen, die bei der Vermietung einer Sozialwohnung gelten, übernommen werden dürfen, wenn eine frei finanzierte Wohnung vermietet ist. Einige Gerichte halten dies grundsätzlich für zulässig. Andere Gerichte wiederum verlangen eine ausdrückliche Vereinbarung im Mietvertrag darüber, dass die Eigenleistungen des Vermieters in Ansatz gebracht werden dürfen.

Achtung: Da es keine herrschende Rechtsprechung gibt, die Eigenleistungen nicht als umlagefähig anerkennt, nimmt manch ein Vermieter diese Position grundsätzlich mit in seine Betriebskostenabrechnung auf. Und viele Mieter erkennen dieses Position auch an, schließlich kommen ihnen die Eigenleistungen ihres Vermieters günstiger als die Beauftragung eines Unternehmens.

Achtung: Wenn Mieter diese Position nicht anerkennen wollen, empfiehlt es sich nicht, es um jeden Preis auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen. Bieten Sie Ihrem Mieter an, sich gütlich zu einigen, beispielsweise in der Weise, dass die auf ihn entfallenden Eigenleistungen nur zur Hälfte in Ansatz gebracht werden.

27. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.