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Hausverkauf auf Rentenbasis: Ohne Risiken?

Viele Rentner haben ihr Leben lang gearbeitet, um die Schulden für ihr Eigenheim zu begleichen. Wenn der Ruhestand in Sicht ist, ist das Haus zwar unbelastet, aber das Bargeld ist knapp.

Die Rente deckt oftmals nur die Lebenshaltungskosten – für anfallende Reparaturen am eigenen Haus, Maßnahmen zur Energieeinsparung, notwendige Arbeiten auf dem Grundstück, private Neuanschaffungen oder gar Reisen reicht das Geld dann nicht mehr.

Aufgrund des Missverhältnisses von Beitragszahlern zu Rentenempfängern werden die Rentenkassen immer leerer und als Rentner steht man vor der Frage, ob das Geld in Zukunft zum Leben reicht. Eine Möglichkeit, um sich die Rente aufzufrischen, ist der Verkauf des Eigenheims.

Diese Lösung ist für viele ältere Menschen nur schwer vorstellbar, denn viele möchten in ihrer gewohnten Umgebung und zusammen mit ihren Nachbarn sein, die sie womöglich ihr ganzes Leben lang kennen. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, das Haus zu verkaufen, ohne dass man das Umfeld verlassen muss.

Wie funktioniert ein Hausverkauf auf Rentenbasis?

Bei einem Hausverkauf auf Rentenbasis bezahlt der neue Eigentümer dem Rentner keinen einmaligen Kaufpreis, sondern eine lebenslange, monatlich festgelegte und vorab berechnete Leibrente. Auf diesem Wege kann man das Risiko umgehen, dass das Kapital im hohen Alter aufgezehrt ist.

Je nach Vereinbarung ermöglicht ein Hausverkauf auf Rentenbasis dem Verkäufer dennoch einen sicheren Wohnsitz. Die Höhe dieser monatlich zu zahlenden Rente hängt in erster Linie von dem Wert der jeweiligen Immobilie und dem Alter des derzeitigen Eigentümers im Verhältnis zur statistischen Lebenserwartung ab.

Das heißt, dass anhand des Alters und der Generationssterbetafel des Statistischen Bundesamtes der sogenannte Leibrentenfaktor berechnet wird. Die monatlich zu zahlende Leibrente wird wie folgt berechnet:

Wert der Immobilie / 12 Monate / Leibrentenfaktor = monatliche Leibrente in €

Wohnrecht trotz Hausverkauf?

Der Hausverkauf auf Rentenbasis bringt einen besonderen Vorteil mit sich. Und zwar kann dem Verkäufer ein lebenslanges mietfreies Wohnrecht in der Immobilie gewährt werden.

Wenn die zu verkaufende Immobilie z.B. ein Zweifamilienhaus ist oder eine Einliegerwohnung enthält, dann ist es möglich, dass der Verkäufer weiterhin in einem Teil der Immobilie mietfrei wohnen kann, auch wenn der neue Eigentümer den Hauptteil der Immobilie bewohnt. Zur Sicherung der Ansprüche wird das lebenslange Wohnrecht des Verkäufers im Grundbuch festgehalten.

Ein Hausverkauf auf Rentenbasis kann aber auch bei einer Wohnung oder einem klassischen Einfamilienhaus vereinbart werden. Falls ein solches Wohnrecht für das Haus vereinbart wurde, kann der Käufer die Immobilie erst nach Ableben des Verkäufers beziehen.

Bei der Vereinbarung eines lebenslangen Wohnrechts wird dieses innerhalb der Berechnung der Leibrente berücksichtigt. Auch der Mietwert wird unter Berücksichtigung des Leibrentenfaktor vom Wert der Immobilie abgezogen.

18. Juni 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.